Kurznachrichten 25-09-09
Eingeschränkte Berufswahl 21. Mai 2009
Die kanarische Bildungsbehörde verwirrt mit ihrer Neustrukturierung der Berufsausbildungen die verschiedenen Ausbildungsinstitutionen auf der Insel. Waren es noch vor kurzer Zeit die offiziellen Sprachschulen, geht es nun gegen die Berufsausbildungszentren. Schüler, Lehrer, Eltern und bis hin zu Unternehmern, Gewerkschaften und politische Gruppierungen fühlen sich durch die Neuordnung pikiert und von der Behörde verlassen. Inselweit gibt es für das nächste Schuljahr 81 Ausbildungsstätten, die in die Bereiche Mittelstufe, Oberstufe und Programme zur beruflichen Qualifizierung aufgeteilt sind. Letzteres Segment ist nun quantitativ aufgewertet worden und soll in Verbindung mit gänzlich neu geschaffenen Ausbildungswegen mehr Beschäftigungsverhältnisse erzeugen. Man wisse, dass die berufliche Lehre nach wie vor für die meisten Schulabgänger „die Eintrittskarte“ in die Arbeitswelt ist. Jedoch werden immer mehr Stimmen gegen diese „Bildungsformel“ laut, die unter anderem eine Ausbildung fordern, die sich schwerpunktmäßig an die Person anlehnt und nicht nur des strikten Überlebens in der Arbeitswelt dienen solle. Die ersten, die sich gegen die Neuorientierung aussprachen, waren die Schulleiter der Mittel- und Kunstschulen, die über das zusammengestrichene Lehrangebot klagten. Den Schülern würde durch die neue Planung hierzuinsels nur eine eingeschränkte Berufsauswahl in Aussicht gestellt werden können, was sich u.a. bereits im Wegfall der ersten Kurse für Apothekenwesen, Elektroinstallation, Konditoren und touristische Vermarktung zeige. Ein Schüler, der eben beispielsweise den Initialkurs nicht besteht, wäre somit gezwungen, sich im schlimmsten Fall einen anderen Beruf auszusuchen, der unter Umständen auf der Insel nur im geringen Masse nachgefragt werde. Aus diesen Gründen haben die Ausbildungszentren ein entsprechendes Schriftstück präsentiert, das als einziges Ziel die Abänderung der Neustrukturierung hinsichtlich einer auf La Palma zugeschnittenen Berufsausbildung verfolgt.
Information schlägt zu Buche 21. Mai 2009
Die bekannte Telefonnummer 012, unter der sich der Informationsservice der Kanarischen Regierung meldet, kostet dem Rat- und Hilfesuchenden in jedem Fall teure 34 Cent pro Minute. Für ein öffentliches Serviceangebot, auf das derjenige nicht verzichten kann, der beispielsweise einen Termin im Gesundheitszentrum oder im Arbeitsamt braucht, ist dieser Tarif schlichtweg zu teuer. Die alte Telefonnummer 922 239 301 jedoch, auf die die Kanarische Regierung offiziell nicht mehr hinweist, kann zumindest von allen Flatrate-Benutzern kostenlos angewählt werden.
Mit Müll Geld verdienen 21. Mai 2009
Die Gemeinde Villa de Mazo ist auf eine gewinnbringende Idee gestoßen: Sobald die neue Insel-Müllhalde „Los Morenos“ in Betrieb genommen wird, muss eine Gebühr für jedes Kilo Abfall an die Gemeinde abgeführt werden. Denn nach dem Auslaufen der von der Inselregierung und dem Rathaus der Gemeinde vereinbarten jährlichen Entschädigungszahlungen von fast 400.000 Euro bei Inbetriebnahme der Anlage, muss ein sicheres Konzept her, um die Kosten zu decken und die ungeliebte Installation zu versilbern. Die insulare Notlage hinsichtlich der Verwertung ihres steigenden Müllvolumens führte nun auch dazu, dass die noch nicht in Betrieb genommene Anlage die Erlaubnis zum Ausbau erteilt wurde, da die Abfallverwertungsstelle ihren Kapazitäten nach eine zu geringe Lebensdauer bei entsprechender Nutzung habe, wie der zuständige Verantwortliche verlauten ließ. Wann es zu der lange erwarteten Inbetriebnahme der dann vergrößerten Halde kommen soll, konnte hierbei allerdings noch nicht geklärt werden.
Die Fischer ziehen um 21. Mai 2009
Die etwa 30 Fischer in Tazacorte haben neue Liegeplätze für ihre Boote südlich des Hafenbeckens, von denen aus sie in Zukunft ihrer Tätigkeit nachgehen können. Nach monatelanger Ungewissheit ist die Hafenbehörde mit den Vertretern dieser Berufsgruppe zu der Einigung gelangt, dass man die Liegeplätze für die Fischerboote im Hafen abbauen wolle, um dem anvisierten Sportboothafen den nötigen Platz zur Verfügung stellen zu können. Der Umzug bringe eine Verbesserung der Infrastruktur für die Fischer mit sich: neue Lagerplätze für Frischfisch, größere Hütten, um Netze und Gerätschaften unterzubringen, eine Verkaufsstelle und sanitäre Anlagen. Die Fischer sind zufrieden: „Wir glauben, dass man uns mit Würde behandelt. Anfangs waren wir noch geteilter Meinung über den bevorstehenden Umzug aber jetzt glauben wir, dass es das Beste für uns ist“, sagte dann auch der Vorsitzende des Kollektivs.
Häuser gerettet 21. Mai 2009
Das oberste kanarische Gericht auf Gran Canaria (TSJC) hat den von der Küstenbehörde geforderten Abriss zweier Häuser in El Remo aufgehoben. Die Häuser hätten nach Auffassung des Gerichts Anspruch auf Unversehrtheit, da sie bereits vor das Inkrafttreten des umstrittenen Gesetzes für den nationalen Küstenschutz gebaut wurden.
Flaute für neue Windräder 21. Mai 2009
Die Ausschreibungen für die Bauvorhaben der auf La Palma geplanten Windkraftanlagen wurden nun von oberster Stelle annulliert. Der Rat für Arbeit, Industrie und Handel, Jorge Rodríguez, bestätigte auf Anfrage der Opposition den Beschluss und bekräftigte, dass der Komplexität und Ernsthaftigkeit dieses Projektes nicht genüge getan worden wäre. Es müsse bei dieser polemischen Entscheidung bedacht werden, dass bei öffentlichen Ausschreibungen der Transparenz und dem Respekt gegenüber konkurrierender Unternehmen Priorität eingeräumt werden müsse und schnelles Handeln mitunter nachteilige Konsequenzen mit sich bringen könnten. Dem Vorwurf der Entscheidungswillkür will der Politiker von sich gewiesen wissen und unterstrich, dass 93% der Teilnehmer an dieser Ausschreibung abgelehnt werden mussten, weil sie nicht den Anforderungen entsprechen hätten. Die Inselregierung bedaure die Aussetzung, da sie eine weitere Verzögerung der längst fälligen Aufstellungen der umweltverträglichen Anlagen bedeuten würde.
Sprachenschulen gefährdet 8. Mai 2009
Die Mitte-Links-Partei Nueva Canarias (NC) beklagt die Schließung von öffentlichen Sprachenschulen (EOI) auf dem Archipel. Unzumutbar sei es, dass es in einer Autonomen Region, in der der Tourismus ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor darstellt, zu einem Rückgang des Lehrangebots an Fremdsprachen kommen könne. Und das, obwohl sich der Präsident der kanarischen Regierung, Paulino Rivero, ausdrücklich dafür ausspricht, die Bildung der Bevölkerung zur Chefsache gemacht zu haben. Die Schließungen der Kurse und die Reduzierungen der Gruppen würde so dazu führen, dass die eine oder andere Fremdsprache einfach wegfalle bzw. die bestehenden Gruppen über eine max. Schülerzahl von 30 kämen. Das hätte unweigerlich eine Verflachung der Lern- und Lehrqualität zur Folge. Ebenso führe die von der kanarischen Regierung realisierte Umstellung der Leistungsbewertung in den Sprachenschulen hinsichtlich einer Senkung des nachzuweisenden Sprachniveaus dazu, dass die Kanaren diesbezüglich das Schlusslicht im nationalen sowie europäischen Vergleich sein werden.
8. Mai 2009
Ausgezeichnete palmerische Weine
Auf dem internationalen Brüsseler Weinsalon erreichten kürzlich drei Inselweine hohe Auszeichnungen. Eine Goldmedaille ging an die Bodega Eufrosina Pérez Rodríguez aus Garafía, deren Weißwein „Vino Blanco de la variedad Albillo“ der Marke „El Nispero“ den Titel holte. Zwei weitere Auszeichnungen gingen an die Bodega SAT Bodegas Noroeste de La Palma, die mit ihrer Marke „Vega Norte“ vertreten war. Eine Goldmedaille ging an deren Weißwein des Jahrgangs 2008 und eine Silbermedaille an den Rosé des gleichen Jahrgangs. Die Preise seien eine Anerkennung der Qualitätsprädikate und würden den Inselwein auch im Vergleich mit internationalen Konkurrenzprodukten gut dastehen lassen. In diesem Jahr sind auf der Weinschau neben den Fachvertretern und Kellermeistern insgesamt 6.000 Weine aus aller Welt vertreten gewesen.
8. Mai 2009
Bauernfängerei mit Importgemüse
Der sonntägliche Verkauf von eingeführtem Gemüse und Obst auf dem Platz Conrado Hernández bereitet dem Rathaus von Los Llanos Kopfzerbrechen. Die nicht autorisierten Händler, deren Zahl sich mittlerweile auf etwa 50 beläuft, unterlaufen die eigentliche Bestimmung des Marktes, der Ernte der ansässigen Bauern ein organisierter Verkaufspunkt zu sein. Sowohl die regulären Anbieter als auch die Marktbesucher fühlen sich betrogen. Das Gemeindehaus sieht sich aufgrund des massiven Auftretens dieser Händler gezwungen, Maßnahmen zur Regelung des Angebotes zu ergreifen. In Kürze sollen maximal 18 Stände zugelassen werden, an denen ausschließlich frische Landprodukte aus eigener Ernte verkauft werden dürfen.
8. Mai 2009
Mega-Marathon ‘09
Die Inselregierung von La Palma organisiert den „Trans-Vulcania ‘09″, ein Ultramarathon über Stock und Stein. Am 25. Juli 2009 fällt der Startschuss für dieses ambitionierte sportliche Ereignis in der südlichen Vulkangemeinde Fuencaliente. Damit möchte man auch eine aktive Freizeit- und Urlaubsgestaltung auf der Insel bewerben und zu naturverbundenen Unternehmungen animieren. Das sportliche Ereignis teilt sich in 3 Kategorien auf: Erstere ist der Ultramarathon mit einer zu bewältigenden Strecke von 83,3 km und Höhenunterschieden von gut 8 km, die sich vornehmlich an Extremsportler wendet, die eine entsprechende körperliche Kondition mitbringen. Der Start wird am Leuchtturm von Fuencaliente sein und führt die Athleten über den Wanderweg GR 131 nach Puerto de Tazacorte und weiter nach Los Llanos, wo auf der Plaza de España das Zieltor aufgebaut sein wird. Die zweite Kategorie, der „Mediamarathon“ geht über eine Distanz von 26,8 km und verläuft auch nicht ganz so extrem wie der Erstgenannte. Ebenfalls am Leuchtturm startend, führt die Strecke über die Vulkanroute bis zum Refugio de El Pilar. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Vulkanroute -umgekehrt als üblich- in Fuencaliente beginnend erlaufen wird und ein entsprechender Höhenunterschied auf weicher Lavakiesel zu bewältigen ist. Die dritte Kategorie, das „II. Inseltreffen der Wanderfreunde“, richtet sich an Interessierte, die den Kontakt zur Natur über eine sportliche Betätigung suchen. Auf 18,7 km geht hier die Strecke durch die Natur der Insel und soll die Maxime der Organisatoren widerspiegeln: ein respektvoller Umgang mit der Umwelt und das Erleben der natürlichen Insellandschaften. Interessierte können sich über die Webseite senderosdelapalma.com weitere Information einholen und für die Teilnahme einschreiben.
2. Mai 2009
Tagessatz für reisende Patienten
Den Patienten, die wegen ärztlicher Untersuchungen auf die Nachbarinsel Teneriffa fliegen müssen, entstehen mitunter nicht unerhebliche Kosten, gerade wenn sie nicht am selben Tag wieder nach Hause können. Die Fahrtkosten vom und zum Flughafen auf beiden Inseln und eventuelle Übernachtungen inklusive Verpflegung muss der Leistungsempfänger selbst zahlen. Dafür zahlt ihm das Gesundheitsamt eine Unterstützung von 18 Euro pro Tag. Für diesen Betrag lasse sich bei bestem Willen keine Pension finden, findet die konservative Partei „Partido Popular“ und plädierte auf eine Erhöhung der Spesen auf wenigstens 40 Euro, um zumindest einen Teil der Aufwendungen des Patienten aufzufangen.
Bedrohte Meeresbewohner zum Verkauf
Die Abteilung für Umweltschutz der nationalen Polizeibehörde Guardia Civíl (Seprona) hat bei einer Patrouille durch das Warenangebot für Frischfisch in Santa Cruz einige Arten entdeckt, die auf der Liste der aussterbenden Gattungen stehen. Es handelte sich u.a. um einige Exemplare der kanarischen Languste und kanarischen Seesterne, die in einem Aquarium aufbewahrt, zum Verkauf standen. Während dem Anbieter nun eine empfindliche Geldstrafe zwischen 5.000 und 200.000 Euro und/oder eine Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren droht, setzten die Gesetzeshüter die Tiere wieder aus.
Pflege der virtuellen Tourismusinformation
Aus den Reihen der oppositionellen konservativen Partei „PP“ werden Klagen laut, die sich auf die Internetpräsenz der hiesigen Tourismusbehörde beziehen. Die Webseite sei schon seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert worden. „Man hat versäumt, das Angebot für die Besucher der Insel auf den neuesten Stand zu bringen“, mahnte ein Vertreter der Partei. Man solle auch in engen Kontakt mit den Rathäusern der Insel treten, um die kulturellen und sportlichen Aktivitäten in den Gemeinden auf der Homepage darzustellen und in den Büros der Tourismusinformation mittels Broschüre zu vermitteln. Angeführt wurden die Aktivitäten des Theaters Circo de Marte und des musikalischen Zyklus „Contigo al mediodía“, die durchaus überregionales Interesse erwecken würden.
Geringe Zahlungsmoral bei den Rathäusern
Die hiesige Handelskammer beklagt die großen Außenstände, die den kleinen bis mittleren Betrieben erwachsen sind, nachdem Leistungen für die Gemeinden erbracht worden sind. Insgesamt sei von den Rathäusern bis zu 30 Millionen Euro nicht gezahlt worden und verursachen so eine ungewisse Zukunft ihrer Gläubiger. Gefordert werde in diesem Zusammenhang: mittels der zu erwartenden Zahlungen der kanarischen Regierung ein Schuldenabbau und nicht wie vielerorts beabsichtigt, die Vergabe neuer Aufträge, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Begleitend ging an die Rathäuser aller 14 Gemeinden auf der Insel die Bittschrift, sich der Verantwortung gegenüber den lokalen Gewerbetreibenden zu erinnern und ihnen nicht „die Luft zum Atmen“ zu nehmen.
Fluggepäck selbst in die Hand nehmen
Nach einer unfruchtbaren Sitzung zwecks Neuverhandlung auslaufender Verträge der Fluggesellschaften Iberia und Binter muss nun der Reisende den Konfliktstoff sprichwörtlich selbst tragen: alle Transitgäste, die vom Festland oder Ausland über die kapitalinen Inseln Gran Canaria und Tenerife mit Binter nach La Palma wollen, können ihr Gepäck fortan nicht mehr bis zum Zielort durchchecken lassen, sondern müssen dieses an den genannten Orten in Empfang nehmen und neu fakturieren. Binter kündigte an, dass sich nun verstärkt auf die Suche nach neuen Kooperationen gemacht werden wolle, um diese -für ihre Fluggäste unbequeme- Situation möglichst bald zu verbessern.
1000 Knöllchen pro Monat
Das einzige Radar zur Ermittlung der Geschwindigkeit von vorbeifahrenden Autos auf der Insel erreichte schon nach wenigen Monaten die Spitzenposition aller solchen Einrichtungen auf dem gesamten Gebiet des kanarischen Archipels hinsichtlich der festgestellten Geschwindigkeitsübertretungen. Damit spült das Gerät jeden Monat rund 150000 Euro in die strapazierten Kassen jener öffentlichen Verwaltung. Ein Betrag, mit dem nicht im geringsten gerechnet worden sei und nun die Installierung –laut ihrer Betreiber- dringlichst legitimiere. Jedoch plädiere die Oppositionspartei der Inselregierung nun für dessen Demontage, da eine solche Anzahl an andauernden Geschwindigkeitsübertretungen zeige, dass hier reine Sanktionsmaßnahmen nicht helfen und fordere dafür sogenannte „singende Fahrbahnlinien“, die den Autofahrern akustisch auf ihre Missetat aufmerksam machen sollen. Der Straßenabschnitt, an dem der Apparat vor ein paar Monaten aufgestellt wurde, befindet sich an der LP-3 auf der Höhe des Besucherzentrums der Caldera in der Gemeinde El Paso und zählt etwa 15000 Fahrzeuge, die täglich am „Starenkasten“ vorbeifahren. Die Mehrheit an Strafzetteln ginge hierbei an Fahrzeuge der Autovermieter.
Asphaltwerk ohne Zuhause
Die Anlage, die den benötigten Straßenbelag für die Ortsumgehung von Santa Cruz lieferte, sucht dieser Tage auf Geheiß aller politischen Parteien eine neue Bleibe. Denn die Genehmigung zu ihrer Betreibungsdauer, sei direkt an die Fertigstellung jener Straßenzüge gekoppelt gewesen und entbehre nun folglich jeglicher Duldung. Die Anwohner im Stadtteil Benahoare würden nicht länger hinnehmen wollen, dass –trotz Beendigung der Bauarbeiten- weiterhin die Umluft verunreinigt und der Aufenthalt in der Wohnung durch andauernden Baulärm gestört werde. Der Bürgermeister von Santa Cruz habe sich schon mit dem Betreiber dieser Anlage über dessen Abbau verständigt.
Meeresschwimmbecken geschlossen
Die Anwohner des beliebten Meeresschwimmbeckens “Charco Azul” in der Gemeinde San Andrés y Sauces wurden neulich in den Morgenstunden von dem Poltern herabstürzender Gesteinsbrocken geweckt. Die Felswand über dem Becken stürzte aus noch ungeklärter Ursache auf große Teile der Anlagen. Betroffen seien der Aussichtspunkt über der Badelandschaft, die Pumpstation, Zugangswege und das Restaurant. Personen kamen hierbei nicht zu Schaden. Das Rathaus gehe davon aus, dass mit einer Wiederinbetriebnahme in diesem Sommer wohl nicht zu rechnen sei.
Ausverkauf an Booten
Geht man dieser Tage im Hafen von Tazacorte spazieren oder hat man gar ein eigenes Boot dort liegen, wird es einem wunderlich aufgefallen sein: Die Mehrheit aller dort festgemachten Kähne wird derzeit zum Verkauf angeboten oder liegt auf dem Trockendock. Grund hierfür sind die neuen Tarife für Liegeplätze der Betreiberfirma „Satocan“. Eigentümer und Bootsführer seien sich darin einig, dass der monatlichen Entrichtung der nunmehr um 83% gestiegenen Miete bei gleichbleibendem Serviceangebot ein Verkauf ihrer Vehikel vorzuziehen ist. Gleichzeitig wurde ein Begleitschreiben ihrer kollektiven „Ausverkaufs-Aktion“ an die regionale Verwaltungsstelle der Häfen gesandt, in dem die Teuerungsrate angemahnt wird und ein realistisches Profil der Bootseigentümer erstellt wird, die in den meisten Fällen konventionelle Tätigkeiten nachgehen. Mit Erfolg, denn den „Freizeit-Kapitänen“ und „Berufs-Skippern“ wurde von der zuständigen Stelle nach Absprache mit „Satocan“ eine Reduzierung der Aufwendungen für einen Platz im Hafenbecken zugesichert.
Bibliothek verschenkt Bücher
Die einzige Gemeindebibliothek in Santa Cruz, „la Cosmológica“, verschenkt im großen Stil ihre Bücher. Hierbei handelt es sich um ein Volumen von 6.000 Exemplaren, die schon einmal im Fundus vorhanden sind und somit doppelt vorliegen. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Rafael García Becerra, wendet sich hierbei vorrangig an Vereine, Schulen und soziale Einrichtungen und betont diesbezüglich, dass „die Bibliothek gesättigt“ sei und damit auch Platz geschaffen werden möchte für zukünftige neue Buchspenden. Die Bibliothek, die im Februar ihr 100-jähriges Bestehen vollendete, ist schon seit Monaten wegen einer Überschwemmung, die einen nicht unerheblichen Schaden an seltenen Büchern und Dokumenten anrichtete, geschlossen.
Gesetz für Feuerteufel
Die europäische Vereinheitlichung trifft dieser Tage auf Unverständnis der Bevölkerung. Ausgerechnet die beliebten Feierlichkeiten zum „Diablo de Tijarafe“ und „Borrachito Fogatero“ werden in Zukunft nur mit (standardisierten) Sicherheitsmassnahmen für die beabsichtigte Belustigung der Besucher abgehalten werden können. So sind beispielsweise Abstände zum „Feuerherd“ von 15 Metern europäischer Standard, der die genannten Festivitäten fast „ad absurdum“ führen würde, ist doch gerade die Nähe zum Feuer Sinn und Zweck der traditionellen Veranstaltungen.
Die Saline schaut nach vorn
Andrés Hernández, Inhaber der Saline in der Südgemeinde Fuencaliente schaut nach vorn und beantragte einen Wechsel der Einordnung seines Unternehmens hin zu einem Lieferanten von „Agrar-Lebensmitteln“. Die bisherige Einordnung in den Sektor „Bergbau“ verhindere die Inanspruchnahme von wichtigen Subventionen und macht diese Formsache für das vorwiegend auf Handarbeit basierende Unternehmen erforderlich.
El Remo ist gerettet
Die Kanarische Regierung hat nach 6 Jahren nun den Antrag des Rathauses von Los Llanos, den Küstenstreifen um El Remo im Plan der zu schützenden Gebiete neu zu ordnen genüge getan und ein entsprechendes Konzept veröffentlicht. Hierbei werde diese Gegend als urbane Zone deklariert, was diesem Ort die nötige Rückendeckung leiste, sich gegenüber der Küstenschutzbehörde zu Behaupten. Direkt betroffen seien 190 Bauten, die nun entsprechend modifiziert werden müssen, um den Standard städtischer Architektur zu genügen. Das Konzept schließe auch den Küstenstreifen bis Charco Verde mit ein, auf diesem nun auch etwaige touristische Einrichtungen möglich sein werden.
Pflege des Kulturhistorischen Erbes
Eine Investition der Behörde für historische Bauten auf den kanarischen Inseln von 60.000 € macht den Erhalt wichtiger kulturhistorischer Bauten auf La Palma möglich. So wird dieser Betrag der Gedenkstätte „Virgen de Fátima“ in Las Manchas, dem barocken Altarbild der „Ntra. Sra. de La Luz“ in Garafía und den Inschriften diverser Kirchen zugute kommen.
Büro der Touristeninformation geschlossen
Ausgerechnet am Flughafen ist das Büro für der hiesigen Tourismusbehörde geschlossen worden. Die Angestellten wurden am selben Tag telefonisch darüber in Kenntnis gesetzt. Was ihnen schleierhaft ist, wurde erst Tage später von ihrer obersten Chefin, der Inselrätin für Tourismus, Beatriz Páez, einer Begründung zugeführt. Eine Rationalisierungsmassnahme, heißt es in der Chefetage, die dazu beitragen soll, Kosten zu sparen bzw. das Personal für anderweitige Aufgaben freizustellen; beispielsweise soll mehr Personal in der Promotion der Insel eingesetzt werden.
Hoher Anteil an befristeten Arbeitsstellen
Im Krankenhaus von La Palma beträgt der Anteil an befristeten Arbeitsverhältnissen für Ärzte mehr als 50%. Dieses Missverhältnis rief eine eilig einberufene Sitzung mit der insularen Gesundheitsbehörde auf den Plan. Die Vorsitzende, María Lorenzo, erklärte den dringenden Bedarf an Klärung dieser instabilen Situation im Inselkrankenhaus. Um die Fluktuation zu vermeiden und den internen Ablauf zu verbessern, fordere Lorenzo in Kooperation mit den Gewerkschaften sofortige Maßnahmen, um den Ärzten eine langfristige Perspektive auf der Insel geben zu können.
Ausgezeichnete Inselweine
Der angesehene Weinführer, die „Bibel“ der spanischen Weine, der „Guía Peñín“, nahm 13 Inselweine in die Wertung und vergab einmal das hohe Qualitäts-Prädikat „außergewöhnlich“, neunmal „hervorragend“ und achtmal „sehr gut“. Hierbei belegte der „Malvasía“ unter den bewerteten Tropfen vorderste Plätze. Die hiesige Weinkontrolle sieht sich in dieser „ausser insels“ vorgenommenen Wertung in ihren Qualitätsproben bestätigt.
Touristische Einrichtungen in Naturschutzgebieten möglich
Der Änderungsantrag hinsichtlich nutzbarer Flächen für den Tourismus auch in Naturschutzgebieten wurde von der zuständigen Stelle als rechtmäßig erklärt. Daher könnten nun auch Bauprojekte in Gebieten verwirklicht werden, die seiner Zeit –per Gesetz- gestoppt wurden. Das 1995 verhinderte Golfplatzprojekt „Tamanca“ könnte so, beispielsweise, bei entsprechender Bewilligung, realisiert werden. Der von den politischen Gruppierungen „Coalición Canaria“ und der „Partido Popular“ eingereichte Antrag stieß bei den Oppositionsparteien und der kanarischen Architektenkammer auf Ablehnung und es will nun geprüft werden, wie dagegen vorgegangen werden kann.
Brüssel fordert Schutz inseleigener Naturräume
Die Europäische Kommission erinnert den Spanischen Staat an seine Pflicht, 174 Naturräume als „schützenswert“ zu deklarieren. Das Verfahren gegen den Verstoß dieser Gesetzmäßigkeit richtet sich konkret gegen die „biogeografische“ Region „Makronesien“, der neben den kanarischen Inseln, auch Madeira und die Azoren angehören. Die einzigartigen Naturräume auf diesen Inseln gelten in Brüssel als „vorrangig schützenswert“, entbehren jedoch immer noch die nötigen Schutzmassnahmen. Die jeweiligen Regierungen hätten versäumt, dem 2007 verabschiedeten Gesuch nachzukommen. Daher würde nun eine übergeordnete Rechtssprechung in Luxemburg darüber entscheiden müssen, welche Maßnahmen zur Anwendung kämen, gab der zuständige Kommissar für Umweltfragen, Stavros Dimas, in einem Kommuniqué an.
Erholungsgebiet wird behindertengerecht
Personen jeglicher Behinderung sollen fortan ebenfalls das Erholungsgebiet „El Pilar“ in der Gemeinde Breña Alta genießen können. Die Inselregierung baut derzeit das Gebiet entsprechend um. So sollen in Zukunft auch Rollstuhlfahrer dieses Areal nutzen können. Damit wird der Bedeutung dieses Bereichs Rechnung getragen, so die zuständige Autorität, Julio Cabrera. Es sei der Ausgangspunkt für eine der attraktivsten Wanderungen der Insel, der „Vulkanroute“ und einer der attraktivsten Besucherpunkte neben dem Nationalpark, den Quellen Marcos und Corderos oder dem Lorbeerwald Los Tilos und daher die ideale Fläche für Betätigungen vieler Art, die auch für Personen mit einer Behinderung genutzt werden können solle. Mit diesem Projekt betritt die Inselregierung auf nationaler Ebene „Neuland“. Ein entsprechender Reiseführer soll bereits acht verschiedene Wanderwege ausweisen, die von Personen mit einem körperlichen Handicap genutzt werden können.
Kreuzfahrt-Tourismus im Kommen
Der Hafen von Santa Cruz de La Palma wird in diesem Jahr die Besucherzahlen des Vorjahres erreichen bzw. sogar übersteigen. Die zur Zeit größte europäische Kreuzfahrt-Reederei „Costa Cruceros“ wird zum Ersten Mal die „isla bonita“ anlaufen und einmal mehr die Relevanz dieses Hafens für die Kreuzfahrttouristik bekräftigen.
Unkontrollierte Kraterbesuche
Das Amt für statistische Erhebungen im Tourismusbereich schätzt die Zahl der Besucher auf dem Vulkan Teneguía auf rund 23000 Personen im vergangenen Trimester. Diese im Vergleich zu Vorjahren große Zahl wird zu einem beträchtlichen Teil auf das rege Interesse der Kreuzfahrttouristen, sich diese einzigartige Landschaft im Süden anzusehen, zurückgeführt. Der Vulkan aber leidet unter dieser unkontrollierten und ungeführten Flut an Naturliebhabern. Nun wird endlich der Ruf nach Schutz und Wegenetz im und um den „Feuerberg“ laut. Allerdings gibt es da eine im Moment unüberwindbare Hürde zu nehmen: Das Vulkangebiet ist Privatbesitz und daher nicht so einfach zu umzäunen. Die leeren Kassen der Gemeinde lassen an Grundstückskäufe nicht denken und so geschieht es, das der Teneguía –obwohl in Not- erst mal unbehelligt bleiben muss. Ungeachtet dessen investiert die Gemeinde Fördergelder in Höhe von 60000 Euro in den Ausbau der bestehenden Anlagen am Vulkan San Antonio.
Geschäftsidee provoziert nationales Aufsehen
Ein von dem inselansässigen Unternehmen für wirtschaftliche Entwicklung „Sodepal“ erdachtes Geschäftskonzept stößt landesweit auf Belustigung bzw. Empörung: Die Firma wirbt auf ihrer Webseite für die Idee, der wirtschaftlichen Krise auf La Palma mittels einer Waschanlage zu trotzen, deren weibliche Angestellte „topless“ dem Autofahrer seine Karosse waschen. Aber damit nicht genug der Kreativität: Des weiteren könne man sich der Kunstfälschung widmen, um auch dem krisengeschüttelten Insulaner einen Picasso zu ermöglichen. Aussicht auf Erfolg verspricht sich das Unternehmen auch mit der Beköstigung der Bauarbeiter mit warmen Essen auf den Baustellen (inmitten der Talfahrt des spanischen Bausektors). Wen das nicht lockt, und wer darüber hinaus über ein ungewöhnliches Aussehen verfügt, der würde eventuell als „Model“ Karriere machen können. Ungewöhnliche Situationen, wie die der Krise, erfordern scheinbar auch hierzuinsels ungewöhnliche Lösungsvorschläge.
Tabak-Tradition
Die in San Isidro angesiedelte Finca „Tabaquera El Sitio“ erntet besten palmerischen Tabak, der noch vor Ort zu den berühmten palmerischen „Puros“ aus 100% inseleigenem Tabak gedreht wird. Das Unternehmen ist das einzige auf der Insel, welches nicht auf die verbreitete Verarbeitung von Tabak aus Übersee setzt. Damit lebt eine alte Tradition fort, die La Palma schon im 19. Jhd. internationalen Ruhm bescherte.
Die unendliche Baustelle
Das Baustellen nicht fertig werden, scheint ein Problem gerade in der Inselhauptstadt zu sein. Noch bevor die zahlreichen -aus öffentlicher Hand getragenen- Baustellen beendet sind, plant man im Rathaus schon die Nächste. Beispielsweise hätte das subterrane Parkhaus an der Avenida El Puente nach bisher 7 Baujahren und einigen Verschiebungen des Termins zur Fertigstellung im Januar fertig sein sollen. Oder die Markthalle, die den Bürgern nun bereits nach ihrer Restaurierung wieder zur Verfügung steht, sollte nach 2 Jahren Umbauzeit wieder ihre Türen öffnen können; es wurden 7 Jahre. Die Mehrzweckhalle, die nun rechtzeitig zu den Feierlichkeiten der „Bajada de la Virgen“ fertiggestellt werden soll, hat mittlerweile 13 Baujahre auf dem Buckel. Daher gibt das in Planung begriffene Bauprojekt zur Schaffung eines Stadtstrandes an der (noch) viel befahrenen „Avenida Marítima“ Anlass zu Kontroversen, denn dessen Bauzeit kann nur in den Sternen stehen.
Strafe für entledigtes Kaugummi
Das in einigen Wochen in Kraft tretende Gesetz zum sauberen Gebrauch öffentlicher Wege kann einem unachtsamen Kaugummi-Kauer teuer zu Stehen kommen: Bei „unsachgemässer“ Entsorgung nach dem Kaugenuss kann eine Strafe bis 300 Euro verhängt werden. Aber auch anderen Schmutzfinken wird gebührenpflichtig eine Lektion erteilt: etwa beim schnellen Ausschütten des Autoaschenbechers auf die Strasse oder dem flinken „Wasserlassen“ hinter dem Busch. Wer sich gar seines Autos entledigen will, indem er es einfach irgendwo „abstellt“ riskiert Geldstrafen bis zu 30.000 Euro. Das bei den Verschmutzungen der Täter dazu verpflichtet wird, den Originalzustand der verdreckten Fläche wiederherzustellen, hat Beispielcharakter.
Uniformes Cafégestühl
Das Rathaus in Los Llanos hat sich zu einem harmonischeren Stadtbild entschlossen und erlässt eine Maßregel zur Vereinheitlichung der sich auf öffentlichen Stellen befindenden Stühlen und Tischen der Bars und Cafés. Betroffen sind im Stadtgebiet rund 50 Betriebe, die innerhalb eines Jahres ihr Gestühl in Größe, Farbton und Design den Erfordernissen anzupassen haben.
Museale Außenanlagen verschönert
Das Museo Arqueológico Benahoarita (MaB) von Los Llanos bekommt ausgeschmückte Außenanlagen. Mit dieser Maßnahme möchte man die Umgebung des Museums attraktiver gestalten und auch die Anbindung an das Stadtzentrum verbessern. Themenbezogene Elemente im Außenbereich sollen auf die Exponate innerhalb des Museums Lust und den Aufenthalt außerhalb des Gebäudes angenehmer machen.
Zwischen Puerto Naos und Charco Verde
Der Küstenstreifen zwischen diesen beiden Ortschaften bekommt ein neues Gesicht. Geplant sind Arbeiten an Fußgängerwegen, Parkplätzen, Aussichtspunkten und die verbesserte Anbindung der „Playa de Las Monjas“. Die Bauarbeiten erstrecken sich auf eine Länge von 1,6 km und eine Breite von 2 m. Sie sollen 7 Monate dauern und 2,5 Millionen Euro kosten.
Heimatloses Guanchengesicht
Die Polemik, die der geplante Umzug der Figur des Guanchengesichts im Zentrum von Los Llanos auslöste, geht weiter. Noch immer ist man sich im Rathaus nicht einig, wohin denn nun die Skulptur soll. Einig ist man sich nur, dass bisher anvisierte Stellen an der Avenida Enrique Mederos und der Avenida Doctor Fleming aus Mangel an entsprechenden Stellplätzen nicht in Frage kommen. Über den Ersatz der Skulptur an seiner bisherigen Heimatstelle bestehe jedoch Konsens: Ein Springbrunnen soll das eiserne Gesicht ersetzen.
Sauberer Atlantik
Eine internationale Konferenz zur Vorsorge und Beseitigung von Verschmutzungen sowie zum Schutz des Nordöstlichen Atlantiks fand auf La Palma statt. Die Organisation „OSPAR“ lud 30 Techniker aus 15 Nationen dazu ein, über die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Meeresverschmutzung zu diskutieren.
Knochenfund
Das Wiederauftauchen von Gebein der Ureinwohner von La Palma sorgte für Aufregung im Rathaus von El Paso. Die Knochen wurden vor 38 Jahren beim Bau einer Gemeindestrasse zusammen mit Keramikresten gefunden und in einer Kiste im Rathauskeller aufbewahrt. Allerdings führte man kein Buch und so wurde der Fund über die Jahre schlicht vergessen und dann als verloren gegeben. Erst kürzlich wurde die Holzkiste bei einer Materialsichtung im Untergeschoss des Gemeindehauses entdeckt. Nach Kenntnisnahme des Schatzes und Benachrichtigung des „Museo Arqueológico Benahorita“ (MaB) fanden die Überreste dort ihre letzte Ruhe.
Ärger um die Parkplätze
Die neuen Stellflächen des Flughafens geben den Autovermietern Anlass zur Klage. Anfang März soll ein Teil der Parkplätze im neuen Flughafengebäude den Mietautos gehören, wenn von deren Unternehmen die entsprechende Pacht an die nationale Flughafenbetreiberfirma AENA gezahlt wird. Allerdings beklagen diese, dass die Bauarbeiten noch andauern und noch immer der Zugang von den Parkplätzen zum Terminal fehlen würde und sehen aus diesem Grund von jedweder Zahlung ab. Den Kunden sei diese Situation nicht zuzumuten. Die Inselrätin für Tourismus intervenierte und bat die Flughafenleitung, die Stellflächen erst freizugeben, wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen seien.
Ausgezeichnete Schule
Der nationale Preis „eTwinning“ wird dieses Jahr an die Schule „La Rosa-Camino Viejo“ in El Paso vergeben. Das Projekt „eTwinning“ ist eine elektronische Schulvereinigung und wurde 2005 ins Leben gerufen, um den Austausch von besonderen Kenntnissen und Erfahrungen im Internetbereich zu fördern.
Auf den Hund gekommen
Die einzige offiziell anerkannte Hunderasse der Insel, der „Pastor Garafiano“, wurde zur Messe nach Granada eingeladen. Die in den 1980er Jahren vor dem Aussterben gerettete Hunderasse soll nun auch internationale Anerkennung finden und ist daher mit 15 Exemplaren auf dieser Schau in Andalusien vertreten gewesen.
Kompetenzgerangel um Nationalparks
Wer in den Nationalparks des Archipels entscheidet, hängt nicht von Äußerlichkeiten ab, sondern auch hier beschließt die Politik, was getan oder gelassen wird. Nun streiten sich derzeit darüber die Regierungsparteien in Madrid, Las Palmas und die einzelnen Inselregierungen. Einen Anspruch darauf hat jedes hier genannte Organ und nun werden Forderungen laut, das Gerangel um Entscheidungsgewalt zu beenden und klar zu definieren, wer in welchem Park was zu sagen hat. Alle wollen mitreden, und das wird wohl auch in Zukunft der Fall sein, denn es ist viel (Förder-)Geld mit im Spiel und die Verwaltung dieser Summen obliegt –hierarchisch angesiedelt- nicht nur den Gemeinden, in denen sich der Park befindet, sondern eben auch übergeordneten Stellen. Es wird daher u.a. über ein zentrales Organ der Kompetenzverteilung für die Kanaren sinniert, in denen alle repräsentiert sind und eine Verwaltung dieser Naturräume ohne größere Reibungsverluste möglich ist. Ein in der Politik nicht einfaches Unterfangen.
Ausbesserungen am Wanderwegenetz
Die Inselregierung hat mit ihren Arbeiten zur Verbesserung der Anbindung des Strandes „Playa del Jurado“ in der Gemeinde Tijarafe an den Wanderweg PR LP-12.2 begonnen. Auf Seiten der Verwaltung heißt es, das diese rund 10 km lange Strecke in Zukunft den großen Pfad GR 131 kreuzen soll, um eine optimierte Verbindung zwischen dem Küstenbereich und dem Dorfkern zu schaffen. Neben den Säuberungs- und Instandsetzungsarbeiten ist auch ein kleiner Aussichtspunkt vorgesehen, der die Attraktivität dieser Wegstrecke steigern soll.
Pilotprojekt
Ein einzigartiges Projekt soll im öffentlichen Transportwesen für mehr Bewegung sorgen: In Zukunft wird es möglich sein, die von der Inselregierung ausgegebenen Gutscheine zur kostenlosen Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch bei Taxifahrten zu verwenden. Bereits 73% der Taxiflotte sind bisher mit den entsprechenden Geräten ausgerüstet. Dieses in Probe befindliche Projekt soll den Fahrgästen eine verbesserte Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ermöglichen und den Taxis eine bessere Auslastung bescheren. Außerdem sei auch das Befördern von Fahrgästen aus anderen Gemeinden als der lizenzierten in Zukunft möglich. Bisher durfte das Taxi nur Gäste in seiner „Heimatgemeinde“ aufnehmen. Allerdings sind längst nicht alle Taxichauffeure mit den Änderungen einverstanden: Immerhin traten schon 16 Taxifahrer aus dem Verbund aus und gründeten einen Neuen – um beim Alten zu bleiben. „Nolens Volens“ am Taximeter hat auch sein Gutes.
Leere Betten
Noch bevor der traditionell von Nordeuropäern gut besuchte kanarische Winter begonnen hat, liegen dem Zentrum für touristische Initiativen die ersten Zahlen hinsichtlich der zu erwartenden Bettenbelegung vor. Wie der Verantwortliche dieser Einrichtung, Alfredo Capote, besorgt verlauten liess, erwarte die Insel für diesen Zeitraum das schlechteste Ergebnis an Touristenbeherbung seit Anbeginn der Erhebungen. „Die Daten, die uns für die kommenden Wintermonate vorliegen, sind desolat“, heisst es im Jargon des Zentrums. Lediglich knapp 35% der Betten, die diesem Sektor zur Verfügung stehen, würden belegt werden. Hierfür werde die allgemeine schlechte finanzielle Lage und der Abbau an Direktflügen, die die Insel mit Nordeuropa und dem spanischen Festland verbinden, verantwortlich gemacht. Nur 25 Flugverbindungen pro Woche seien zu wenig. Hochgerechnet auf die wöchentliche Anzahl potentieller Besucher bedeute dies, das maximal 3800 ausländische Gäste pro Woche auf die Insel kommen könnten – wenn denn eine volle Auslastung der Flugzeuge erzielt werden würde. Demgegenüber stehen dem nach Erholung Suchenden über 12000 Betten bereit – eine klare proportionale Schieflage.
Fuencaliente ohne Extras
Der Bürgermeister von Fuencaliente sieht sich angesichts der prekären finanziellen Leere seiner Kassen gezwungen, alle Extrazahlungen an seine Mitarbeiter bis auf Weiteres auszusetzen. Zusätzlich würden bis zu 20 öffentliche Stellen im Gemeindehaus abgebaut werden müssen, um einem finanziellen Knockout zu entgehen. Darüberhinaus ziehe man in Betracht, die Bezüge der Angestellten der Gemeinde zu kürzen. Massnahmen, die dem Rathaus bis zu 330000 Euro ersparen und einem drohenden Bankrott abwenden würden. Jedoch bleibt diese Rechnung noch ohne die Zustimmung der Gewerkschaft CCOO, die bereits Unnachgiebigkeit signalisiert. Sowohl für die Erhaltung der Arbeitsplätze als auch für die vollständigen Zahlungen der Extravergütungen müsse gekämpft werden. Man sei aber zu Verständigung und Verhandlung bereit, heisst es aus den Reihen der Gewerkschaft.
Wohnen für die Hälfte
In Tazacorte soll sich wohnen lohnen: Das Rathaus verabschiedete den Entscheid, neuen potentiellen Wohnungseigentümern in ihrer Gemeinde mit bis zu 50% Steuererlass auf ihre neuerworbene Immobilie das Wohnen zu versüssen. „Theoretisch könnten auf diese Weise 234 Familien entlastet werden“, gab der Vize-Bürgermeister von Tazacorte, Juan Miguel Rodríguez, an und unterstrich dabei „die wichtige Bedeutung dieser Massnahme und die grosse Anzahl potentieller Wohnungskäufer, die so steuerlich begünstigt werden würden.“ In welchem Grade eine Steuerbegünstigung Anwendung findet, würde von der jeweiligen finanziellen Situation der zukünftigen Gemeindemitglieder abhängen. Um auf der anderen Seite die Baufirmen zu mehr Bautätigkeiten anzuregen, stellt das Rathaus den Unternehmern auf diesem Sektor unter anderen Anreizen eine steuerliche Begünstigung von immerhin 30% in Aussicht.
Jubiläum der moderaten Erleuchtung
Das Gesetz zum moderaten Einsatz von Leuchtmitteln aller Art, das den Observatorien auf dem Roque de los Muchachos einen ungetrübten und vor allen Dingen lichtfreien Blick in den Nachthimmel ermöglicht, feiert sein 20-jähriges Bestehen. Seinerzeit beispielhaft, hat sich dieses Gesetz auch in anderen Provinzen Spaniens wie Katalonien, Balearen und Andalusien etablieren können. Anfangs hatte dieses Gesetz noch erklärungsbedürftigen Charakter, da es hiess, nur bei maximaler Beleuchtung seien die Strassen und Häuser des Nachts sicher. Mit den Jahren jedoch entwickelte sich das Sicherheitsbedürfnis und dank einer wachsenden Neugier auf den Nachthimmel und der Unterstützung durch Unesco kann man hierzuinsels einen fantastischen Ausblick auf das Gestirn auch ohne Guckrohr geniessen. Die Profis wissen um den Wert eines solchen Reglements, daher feierte auch die wissenschaftliche Einrichtung hoch oben auf dem Roque diesen Erlass im kleinen Rahmen. Die öffentlichen Verwaltungen, übrigens, liessen es sich hinsichtlich einer lichtarmen Ausleuchtung der nächtlichen Insel etwas kosten: Seit in Kraft treten wurden bisher drei Millionen Euro für die entsprechenden Leuchtmittel investiert. Denn dieses Gesetz zum Schutze des Nachthimmels beinhaltet noch drei weitere Richtlinien, wie die periodische Messung von Radiofrequenzen und deren Abschirmung, den Verbot jeglichen Luftverkehrs über den Observatorien und den obligaten Verzicht auf Industrieeinrichtungen oberhalb der 1500-Meter-Grenze.
Bauschutt für Hafenerweiterung
Der Hafen von Tazacorte erfreut sich jüngster Tage regen Besuchs aus dem Gemeindehaus: Zur geplanten zweiten Erweiterung der Hafenanlagen sucht die Gemeindeverwaltung händeringend geeignetes Material für das Fundament, das die nicht unerhebliche Menge von 1,5 Millionen Kubikmeter Baustoff verschlingt und die Anlagen auf 1250 m2 vergrössern würde. Die zuständigen Gemeinde- und Unternehmensvertreter suchen nun auf inseleigenen Steinbrüchen und Kiesgruben nach entsprechenden Material. Es wird an gleicher Stelle angegeben, dass „die Beschaffung solcher Mengen an Baustoff auf einer Insel mit geschützter Bodenfläche problematisch ist“. So müsse wohl dazu übergegangen werden, an diversen Stellen zumindest einen erwähnenswerten Bruchteil der benötigten Gesamtmenge abzubauen. Erste Überlegungen führen die Mitarbeiter der Verwaltung in den Barranco de las Angustias und an den Hafen selbst, wo grosse Teile der hinteren Felsenküste abgerissen werden sollen. Diese Lösung würde auch den Hafengast erfreuen: Es würde der Grosslastverkehr auf den öffentlichen Strassen, der während der Abbauarbeiten an anderer Stelle zwangsläufig entstehen würde, auf ein Minimum reduziert werden können.
Kunsthandwerk für die Kleinen
Die Inselregierung, und allen voran die verantwortliche Inselrätin für Kunsthandwerk, Clara Isabel de Paz, möchte den Schülern die Tradition des Kunsthandwerks schon in der Schule näher bringen und bietet daher entsprechende Nachmittagsaktivitäten in den Schulzentren an. Mittlerweile seien es schon 6 Schulen, die nach dem regulären Unterricht theoretisch und praktisch die kunsthandwerklichen Kenntnisse den interessierten Schülern vermitteln. Besonderen Wert werde diesbezüglich auf die Vermittlung kunsthandwerklicher Werte gelegt sowie auf eine Einweisung in Kultur und Tradition der Insel.
Endemischer Umweltdünger
Das Problem soll die Lösung sein: Aus den Unmengen von pflanzlichen Abfällen – zuförderst die der Banane – lässt sich auf La Palma wunderbar Dünger herstellen. Im neu eröffneten Umweltkomplex von Mazo wurde von der CIAB (Centro de Investigación y Análisis Biológicos) ein Projekt „Kompost und Dünger“ ins Leben gerufen. Diese Abfälle sind bislang ein Milieuproblem, dass nun einer umweltverträglichen Lösung zugeführt werden soll. Es wird mit diesem Projekt versucht, die Möglichkeiten einer gewinnbringenden Verarbeitung organischer Abfälle in Form eines Nebenproduktes für die Landwirtschaft auszuloten. Die Menge würde ausreichen, 200.000 m2 landwirtschaftlich genutztes Gelände oder – anders gerechnet – 37 Fincas zu bedienen.
Bananenbrei
Cremige Aussichten: Nun soll in der ehemaligen Tabakfabrik in El Paso JTI die Banane doch noch zu Muss gemacht werden. Durch eine Initiative der Inselregierung wird das „Projekt Frutín“ im ersten Drittel des kommenden Jahres voll funktionsfähig sein. Das versicherte der Inselrat für Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung, César Martín. Das Vorhaben besteht in der Vermarktung zweier Produkte, die aufs Engste mit der vornehmsten Frucht der Insel, der „Plátano“, verbunden sind: Banane als Muss und Banane getrocknet. Was den Muss angeht, soll er für den Endverbraucher in individuelle Portionen verpackt werden oder in 200-Kilo-Kanistern für den weiteren Verbrauch in der Lebensmittelindustrie abgesetzt werden. Wie der César Martín unterstreicht, erreicht dieses Produkt eine Mindesthaltbarkeit von 1,5 Jahren – und das frei von Konservierungsmitteln und chemischen Zusätzen. Für die Trocknung gibt es einen Ofen, der anderthalb Tonnen Bananen pro Tag verkraften kann. Die Marktchancen für beide Produkte schätzt der Inselrat für Landwirtschaft als „ausgesprochen interessant“ ein. Die Inselregierung zählt im Augenblick auf einen französischen Distributeuer, der 30 Tonnen getrocknete Bananen zu kaufen beabsichtigt, die man aus 120 Tonnen Frischfrucht gewinnen wird. Die voraussichtliche Investition in der 1.400 m2 großen JTI-Fabrik beläuft sich auf 800.000 Euro – abgesehen von fälligen Renovierungen, sanitären Einrichtungen, Lagerräumen und einer Reifekammer.
Caldera: Nager im Kessel
Nager sind auf La Palma relative Neubürger – und ein großes Problem: Kaninchen und Ratten bedrohen die endemische Pflanzenwelt in der Caldera de Taburiente. Eine Gruppe von Spezialisten betreibt nun Feldforschung. Dazu haben sie verschiedene Parzellen eingezäunt, in denen sie die Wirkung der eindringenden Tiere auf die Flora des Nationalparks untersuchen. Der aus verschiedensten Fachbereichen bestehenden Gruppe stehen dafür modernstes Hilfsmittel zur Verfügung. Die Wissenschaftler werden noch bis Ende 2009 tätig sein. Neben der aktuellen Feldforschung beschäftigen sie sich auch mit der Analyse von Daten, um beurteilen zu können, wie der optimale Unterwald ohne die eingeschleppten Nager zusammengesetzt sein müsste. Parallel dazu kooperiert eine Gruppe Vogelkundler von der Spanischen Ornithologischen Gesellschaft (SEO) mit der Errichtung und Beobachtung freier Flächen, auf denen sich die empfindlichsten Pflanzenarten unter Aufsicht erholen können.
Der Schaden durch die Pflanzenfresser wächst. Die Zahl der bedrohten Arten wurde für 1998 mit 64 ermittelt, 2001 waren es schon 72. Außerhalb des Protokolls geht man aber von etwa 160 betroffenen Arten aus. In den letzten Jahren stellte man fest, dass beispielsweise die Ratten – die eigentlich ihr Unwesen im Lorbeerwald treiben – in starkem Masse an den festgestellten Schäden an Pinien und Gebirgsbüschen beteiligt sind.
Tijarafe: Ein Heim für Tiere
Das lang ersehnte und geforderte Heim für herrenlose Tiere wird nun in Tijarafe etabliert. Die Entscheidung kam nicht zuletzt durch den Druck von über 1 800 gesammelten Unterschriften von Tierfreunden zustande. Auf Antrag der Volkspartei „Partido Popular“ kam es zu einer Übereinkunft mit dem Rat für Umwelt der Inselregierung, Julio Cabrera, und dem „Ayuntamiento“ von Tijarafe, in dem eine Nutzungsumwidmung des Grundstücks, auf dem das Heim angesiedelt werden soll, festgelegt wurde. Cabrera, der die Finanzierung des Baus dieser Herberge durch die Inselregierung zusicherte, unterstrich, dass „es sich um eine Geste der Hilfe und des Guten Willens handle.“ Weiterhin zeigte er sich hochzufrieden über das hohe Niveau der geleisteten Arbeit der unlängst gegründeten Gruppe von Tierschützern auf La Palma „GADA“ (Grupo de Acción y Defensa de los Animales en La Palma), die einen enormen Einsatz hinsichtlich des Einfangens und anschließender Pflege der Tiere gezeigt hätten.
Rekord-Ricardo
Rekordschwimmer Ricardo Miguel Garcia Castro aus Tijarafe wollte es im September noch einmal wissen. Nachdem er 2004 von La Gomera nach La Palma geschwommen war und 2007 die Isla Bonita komplett umrundet hatte, startete er diesmal auf Lanzarote mit Ziel Heimat. Nach den ersten 155 Seemeilen gönnte er sich auf Teneriffa eine Verschnaufpause, um danach die verbleibenden 72 Seemeilen bis zum Hafen von Santa Cruz zurück zu legen.
32 Schwimm-Stunden hatte er für die 222 nautischen Meilen veranschlagt. Am 24. September mittags legte er fahrplanmäßig vorm Club Nautico an.
SPANNUNG IN DER OST-WEST-ZIEHUNG
Die Meinung über die Art und Weise der Kabelführung vom Kraftwerk Ost zum Fortschritt West gehen weiter auseinander. Die Unelco machte einen erneuten Vorschlag, der aber weiterhin über weite Strecken von einer freihängenden Leitungen ausgeht. Das gefällt weder der betroffenen Gemeinde Breña Alta – deren Bürgermeister ausdrücklich erklärte „el municipio no va a permitir que se instalen líneas aéreas de alta tensión.” Auf gut Deutsch: „nicht mit uns!“ – noch der Empfängergemeinde im Aridanetal. Die Bürgermeisterin von El Paso nämlich, gab eine Umweltstudie in Auftrag, die ersteinmal Aufschluss über die Notwendigkeit einer solchen Verlegung geben soll. Auch das politische Haupt der Insel, José Luis Perestelo, der zugleich oberster Hüter der natürlichen Räume (Presidente del Patronato de Espacios Naturales) ist, spricht sich dagegen aus. Die Unelco hat also für viel Spannung gesorgt. Alle Beteiligten sind sich darüber einig, das die neue starke Liefer-Leitung nötig ist. Ohne sie keine Industrieansiedlung im Aridanetal. Das technische Problem an der unterirdischen Verlegung dieser Leitung sieht Unelco im Inselboden begründet: Es sei nicht möglich, die Leitung unterirdisch auf einer Strecke von mehr als 13 km zu verlegen. Die Alternative, einen der Tunnel durch die Cumbre zu verwenden, wurde hingegen von der Unelco abgelehnt.
Die Morgenschwimmer am Stadtstrand von Santa Cruz haben sich bisher nicht zu Wort gemeldet. Sie würden möglicherweise sagen: Wenn ihr das Aridanetal zu einem Industriestandort machen wollt, dann baut doch klugerweise ein modernes Kraftwerk direkt am neuen Seehafen von Tazacorte.
NACHBARS VIEH
Das auf La Palma produzierte Fleisch soll – mal wieder – sein eigenes Herkunftssiegel bekommen. Zu so etwas braucht man bekanntlich zuerst ein Projekt und eine Form von Abkürzung: „Carnepal“ wird in Kürze vom Cabildo „in Marsch gesetzt“. Das teilte der „Landwirtschaftsminister“ César Martín mit, der das Projekt „jetzt reaktivieren“ will, wozu auch ein Verein mit Statuten gegründet wird. Es geht nicht alleine um die inseltypischen Tiere – razas autóctonas –, sondern des weiteren auch um andere Rassen: „Wir suchen ein Zertifikat mit der totalen Garantie für den Verbraucher, dass dieses Fleisch dann und dann und unter der Kontrolle des Landwirts hier auf der Insel produziert wurde“ erklärte Martin, Consejal für Agrikultur und Wirtschaftliche Entwicklung. Die Fleischproduktion soll „ein entscheidendes Element für die Rettung der hiesigen Viehzucht sein….Kann allerdings preislich mit Fleisch vom Festland oder Brasilien nicht konkurrieren.“ Aus diesem Grund setzt man auf Qualität und Besonderheit: Carnepal der Tiere La Palmas soll ein komplett anderes Produkt als die eingeführte Ware sein. – So anders, dass man sogar daran denkt, es irgendwann einmal zu exportieren….
TREIBHAUSDACH-EFFEKT
Was der Banane lieb ist, kann Alternativenergien bald billig sein – Sonne von oben. Die Umweltuniversität von La Palma lanciert die Idee, die Dachflächen der unzähligen (und unseligen) Treibhäuser mit Sonnenkollektoren zu bestücken. Das würde Eingriffe in die Landschaft minimieren, saubere Energie liefern und neue Marktnischen erobern. Der Leiter der „Universidad Ambiental“, Mauro Fernández, erklärte, dass momentan eine Firma dabei sei, eine technische und wirtschaftliche Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Die Idee der Doppelnutzung würde einen wichtigen umweltpolitischen Impuls für die Insel bedeuten, zumal hier auf La Palma das hochgesteckte Ziel der Selbstversorgung ausschließlich aus erneuerbaren Energieformen immerhin schon als gute Absicht verbal angepeilt ist.
Laut Fernández würde die Verschandelung der Landschaft durch die Treibhäuser die ja für die Aufzucht der Banane durchaus Sinn machen, durch die zusätzliche Nutzung abgemildert. Der Treibhausdacheffekt besteht auch darin, dass die bestehenden „invernadores“ vorzugsweise in Gebieten mit hoher Sonneneinstrahlung, wie etwa dem Aridane-Tal oder im Süden Fuencalientes, zu finden seien.
Die technische Herausforderung bei der Doppelnutzung wird darin liegen, dass Solarpanelen und Plátanos sich nicht um den eigentlichen Motor der Konstruktion streiten: Die Sonne.
MIT DER KRAFT ZWEIER HERZEN: ALTENTREFF UND BIBLIOTHEK IN EINEM
Breña Alta baut an einem Mehrzweckgebäude, das im Herzen von San Pedro als sozialkultureller Treff der Einwohner werden soll. Momentan treibt ein Beschäftigungsprojekt die Arbeiten voran. Auf mehr als 2000 m2 Grundfläche geht es nun wieder weiter. Wie der Vize-Bürgermeister Jorge González erklärte, finanzieren sich die Bauarbeiten aus Mitteln der Gemeinde Breña Alta, der Inselregierung, des Spanischen Städtetages und der kanarischen Regierung. Durch diesen gemischten Geldtopf möchte man einer Fertigstellung des „núcleo sociocultural“ wieder einen Schritt näher kommen. In einem der Geschosse soll sich eine Tagesstätte für Senioren des Ortes befinden. Aber auch andere Formen des menschlichen Austausches sollen hier praktiziert werden können. Stichwort: Blutspendeannahmestelle. In einem weiteren Geschoss soll die Bibliothek untergebracht werden, die zur Zeit noch im Ayuntamiento ihre Räumlichkeiten hat. Nicht nur schlichte Bücherhalle, sondern erweitert um Lesesaal, Videothek und Telecenter. Beide Ziel- und alle Altersgruppen könnte ein weiteres wichtiges Detail an den multifunktionalen Ort locken: im Untergeschoss kann geparkt werden.
PILOT-PROJEKT AUF DEM FLUGHAFEN
Der Flughafen von La Palma bekam – zusammen mit Barajas (MAD) und Rodeos (TFN) grünes Licht für „Green Light“ und damit zur Teilnahme an einem Pilotprojekt zur Verringerung der Emissionen, die den Treibhauseffekt begünstigen. „Green Light“ wurde von der Europäischen Kommission initiiert und wird von ihr gefördert. Es hat weder mit den tollkühnen Männern noch mit ihren fliegenden Kisten zu tun, sondern bezieht sich beispielsweise auf die Beleuchtungssysteme der Flughäfen und eine Minimierung des Verbrauchs durch den Einsatz rohstoffsparender Systeme, sowie der Versorgung der Anlagen durch Solarenergie, Photovoltaik oder Windkraft. Zielvorgabe also: Runter vom Treibhaus-Gas!
HEIMATLOSER EINHEIMISCHER
Die regierenden Ratsherren von Los Llanos sind ratlos: Sie wissen nicht, wohin mit der Skulptur „Guanche, der die Sonne anschaut“ des Künstlers Fernando Bellver. Die letzten sieben Jahre verbrachte der Einheimische auf einer belebten Kreuzung und schaut zudem und zunehmend in dichte Baumkronen, statt in den Himmel. Zwar handelt es sich bei der Plastik um ein Exponat des kulturellen Aushängeschilds von Los Llanos „Museum in der Strasse“, dennoch scheint Vielen die Lage im Schnittpunkt der Avenidas Enrique Mederos y Doctor Fleming dann doch etwas zu exponiert. Verschiedene Alternativen sind im Gespräch, wie etwa auf den Mirador de Las Angustias an der „Schlucht der Todesängste“. Man sucht seit einem Jahr vergeblich. Keine lange Zeit für einen Politiker – und für einen Guanchen schon gar nicht.
LOCHNESS NUN AUCH FÜR LA PALMA?
Die internationale Organisation für die Bewahrung der Natur (UICN) präsentierte auf ihrem Weltkongress einen kleinen bzw. grossen kanarischen Protagonisten, der allerdings offiziell gar nicht existiert: Die Begründung für dieses Paradox liegt in der Veröffentlichung der Liste der bedrohten Tierarten, in der das „Wiederauftauchen“ des seit 500 Jahren nicht existenten „palmerischen Riesenlagartos“ vermerkt ist. Befragte Kompetenzträger hier auf der Insel, wie „Umweltrat“ José Cabrera Rocha bestreiten das glatt: „Es gibt keinerlei wissenschaftlichen Hinweis auf das Wiederauftauchen dieser Art.“ Der Beweis der Gegenseite: ein im Internet geisterndes Bild des renommierten Reptils. Kurios: Foto eines Fabelwesens… Das kommt einem doch irgendwie… schottisch vor. Man sollte unser „Nessie“ hegen und pflegen, statt es wissenschaftlich zu vertreiben. Tourismusexperten sind gefragt.
Habe die Artikel gerade mit großem Interesse gelesen. Sie sind flott geschrieben und bieten eine Menge Informationen.
Wie wäre es mit „In Kürze“ als Überschrift? Außerdem fände ich Datums-Angaben sinnvoll.
Gruß
Kristine
Von: Kristine Schmieding am 6. Mai 2009
um 20:48
Vielen Dank für Deine Anregungen, ich werde sie noch heute auf der „Redaktionskonferenz“ auf den Tisch bringen! LG Stefan.
Von: lapalmacast am 7. Mai 2009
um 10:01