Regierung genehmigt erste Asphalt-Anlage (1. April 2011)
Da man bisher versäumte, die Regelungen des Gesetzes zum Schutze der Kanarischen Luftqualität (von 2007) umzusetzen, ist nach einer erneuten Prüfung zur Umweltverträglichkeit durch die Betreiberfirma, eine der zwei umstrittenen Asphalt-Anlagen im Industriegebiet der Gemeinde Los Llanos de Aridane derzeit genehmigungsfähig. Gemäß der Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit einer potentiellen Inbetriebnahme der Anlage, deren Kapazität sich auf 130 t pro Stunde beläuft (6.000 m2 Straßenbelag), würde neben Wasserdampf grundlegend 20% der erlaubten Schadstoffmenge ausgestoßen werden.
Der kanarische Regierungsrat für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischfang und Umwelt, Domingo Berriel, informierte das Parlament darüber, dass die Regierung der Kanarischen Inseln, über das Ministerium für Arbeit, Industrie und Handel, die Installation der Anlage unter Auflagen zugelassen hat. Eine Inbetriebnahme der ersten Asphalt-Mischanlage, die im Industriegebiet Callejón de la Gata errichtet wurde, müsse nun jedoch die Einhaltung aller rechtlichen Rahmenbedingungen gewährleisten.
Man erinnerte daran, dass durch das zuständige Amt im April 2008 eine Erklärung zur Umweltbelastung (DIA) gegeben wurde, in der die wahrscheinlichen negativen Auswirkungen des Betriebes der Anlage auf die Umwelt als unwesentlich eingestuft wurden. Zusätzlich sei diesbezüglich zu betonen, dass man “die Auflagen einer Inbetriebnahme hinsichtlich der konsolidierten städtischen Rechte erfüllt hat, so dass die Stadt Los Llanos nun lediglich zu prüfen habe, ob der Betrieb autorisiert werden kann“.
Wie der Regierungsrat erklärte, müsse nach der Inbetriebnahme der ersten Asphalt-Mischanlage allerdings „eine Kontrolle des Betriebsablaufs etabliert werden, um zu gewährleisten, dass gemäss aller Vorschriften produziert wird“.
Zusätzlich zu der ersten genehmigten Asphalt-Mischanlage wird das Genehmigungsverfahren für eine zweite Anlage im selben Industriegebiet, das der Flächennutzungsplan als Standort für Schwerindustrie deklariert hatte, allerdings als potentiell luftverschmutzend eingeschätzt. Die neue Anlage, die von dem Gesetz zum Schutze der Luftqualität und Atmosphäre beeinflusst wird, müsse aus diesem Grund mit einer eingeschränkten Betriebsgenehmigung rechnen.
Parallel dazu, in Bezug auf die geltende Gesetzgebung, gab der Minister bekannt: “Die Umweltauflagen der Gesetzgebung haben zugenommen. Obwohl das Gesetz zum Schutz der Luftqualität und Atmosphäre die grundlegenden Regeln für die Qualität der Luft und eben auch einer potenziellen Luftverschmutzung setzt, erfordert es ein Reglement, um eine Kontrolle der Einhaltung umweltschützender Grenzwerte zu erhalten.“
Die sozialistische Oppositionspartei PSC warf der Regierung der Kanarischen Inseln durch ihren Stellvertreter Rita Gómez vor, „die Regeln zu verletzen“, um durch ein „dunkles Verfahren“ eine Asphalt-Anlage in der Stadt Los Llanos einzurichten. Gómez erinnerte daran, dass das Ministerium für Umwelt und Industrie selbst entsprechende Berichte zur Installation dieser Tätigkeit erstellte, und den Betrieb “als potenzielle Verschmutzung der Atmosphäre mit mehr Schatten als Licht“ einstufte. Die Sozialdemokraten betonten die Ablehnung der Anlage von mehr als 7.000 Einwohner von Los Llanos, und erklärten, dass ein Betrieb der Anlage die derzeitigen Rechtsvorschriften verletze und daher an einem Ort, der in unmittelbarer Nähe zu Wohnsiedlungen, Schulen und zertifizierten Bio-Agrikulturen, nicht möglich sei. Die Inselregierung selbst habe zu seiner Zeit den Betrieb der Asphalt-Anlagen als störend, gesundheitsschädlich und gefährlich charakterisiert. Eine Bürgerinitiative gegen den Betrieb der Anlagen und europäische Umweltschützer haben bereits eine begründete Beschwerde gegen die Inbetriebnahme eingelegt. Die organisierten Gegner dieser Anlagen weisen darauf hin, dass alle drei Institutionen, die maßgeblich mit dem Genehmigungsverfahren der Installation und einer potenziellen Inbetriebnahme zu tun haben, von der nationalistischen politischen Gruppierung Coalición Canaria (CC) regiert werden, und „sich einverständlich stets für eine Inbetriebnahme ausgesprochen haben und die Ablehnung der Anwohner bezüglich einer solchen Industrie bisher ignorierte“.
Erster Wertstoffhof in Betrieb genommen (1. April 2011)
Die bevorstehenden Kommunalwahlen machen es möglich: ein weiterer sogenannter „Punto Limpio“, ist nach Monaten seiner Fertigstellung nun den Bürgern übergeben worden. In Breña Baja gelegen, bietet er nun den Bewohnern der umliegenden Gemeinden die Möglichkeit, ihren Problem-Müll relativ ortsnah entsorgen zu können. In der Vergangenheit war die Anfahrt zu der nächstgelegenen Sammelstelle in Puntallana für viele problematisch oder sogar unmöglich. Nun kann in den bis zu 30m3 großen Containern Möbel und Metallwerkstoffe entsorgt werden. In weiteren Containern findet der Müllentsorger unter anderem Platz für Altglas, Blechdosen, Farben und Lacke, Batterien, Plastikmüll, Haushaltsgeräte, Medikamente, Öle usw.
„Grüne Taxenstände“ für Wanderer (1. April 2011)
Die Inselregierung schuf in Kooperation mit der Vereinigung der Taxenbetriebe San Miguel einen neuen Service für Wanderer, die bisher nach Beendigung ihrer Wanderung zu Fuß nach Hause gehen mussten: 23 sogenannte „Grüne Taxenstände“ wurden an strategisch günstigen Stellen nahe der Wanderwege eingerichtet, an denen der potenzielle Fahrgast detaillierte Information über den angebotenen Service erhält. Damit wären inselweit zahlreiche Fahrtkombinationen in und von urbanen Bereichen möglich und eröffne dem Naturfreund darüber hinaus die Möglichkeit, Wanderungen auch ohne eigenem Auto besser organisieren zu können und am Ziel seiner Wanderung beispielsweise sogar weitere Wanderwege zu erreichen, ohne zu seinem gegebenenfalls am Ausgangspunkt geparkten Fahrzeug zurückgehen zu müssen. Seitens der Taxifahrer wird begrüsst, dass nun der potenzielle Fahrgast an den „Grünen Taxenständen“ leichter zu lokalisieren sei. „Oft haben die Chauffeure ihren angeforderten Transportservice nicht realisieren können, weil die Angaben ortsunkundiger Wanderer zu ungenau waren und sie schlichtweg nicht gefunden wurden“, gab ein Taxifahrer an. Um diesen neuen Service einem möglichst großen Publikum bekannt zu machen, wurde neben dem üblichen Informationsmaterial eine Webseite eingerichtet, die unter der Adresse www.taxisanmigueldelapalma.com einzusehen ist.
Neue Super-Brücke vorgestellt (1. April 2011)
Das Projekt zur geografischen Anbindung der Nordwestgemeinden an das wirtschaftliche Zentrum Los Llanos de Aridane wurde dieser Tage öffentlich vorgestellt und sorgt mit einer möglichen Brückenkonstruktion über den Barranco de las Angustias (Schlucht der Todesängste) für Aufsehen. Die Brücke würde den Verkehr von und nach den abgelegenen Gemeinden im Nordwesten der Insel in einem Bruchteil der bisherigen Fahrtdauer führen können. Möglich würde das ein zweispuriges Konstrukt machen können, das in seiner Dimension rekordverdächtig ist: die Brücke würde mit ca. 240 m die Höchste auf spanischem Territorium und eine der Höchsten weltweit sein. Auch die Baukosten der Verkehrsanbindung würden die üblicher Straßenbaustellen bei Weitem überragen: rund 130 Mio. Euro würden sie betragen. Angaben über einen möglichen Baubeginn und die Finanzierung des streitbaren Projektes wurden bisher nicht gemacht.
Plan für Umgehungsstraße bei El Paso (1. April 2011)
Der Inselrat für Öffentliche Bauten und Transportwesen, Juan Ramón Hernández, ordnete dieser Tage die Vergabe des Auftrags zur Erstellung eines Planes für die Umgehungsstraße bei El Paso an, die den Straßenverkehr von der Cumbre an der Ortschaft El Paso vorbei nach Los Llanos führen soll. Damit wird dem verabschiedeten Territorialplan der Insel Genüge getan, in welchem diese Trasse bereits -wenn auch nur auf dem Papier- vorhanden ist. Die neue Ortsumgehung für El Paso soll eine Gesamtlänge von 9 km haben und am Tunnelausgang auf der Westseite über einen falschen Tunnel in Höhe des Sportplatzes in El Paso nach Los Llanos führen.
Präsident weiht feierlich ein – unter Protest (1. April 2011)
Herbe Kritik muss der Präsident der Kanarischen Regierung, Paulino Rivero, sich dieser Tage aussetzen, nachdem er in der Gemeinde Tijarafe unter dem lautstarken Protest von aufgebrachten Eltern schulpflichtiger Kinder wahlkampfkonform einen Kindergarten einweihte. Grund zur Klage liefert den Erziehungsberechtigten die unhaltbare Situation an der Schule Mayantigo in der Gemeinde Los Llanos: die Schulkinder haben in der genannten Bildungsstätte bereits seit 2 Monaten keine Vertretung einer ausgefallenen Lehrkraft bekommen. Diesbezüglich wurde Rivero vor Ort ein Klagebrief übergeben, in dem angekündigt wurde, dass die Schüler der Schule solange fern bleiben würden, bis die Situation geklärt sei. Auch in der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma gab es am Besuchstag des Präsidenten lautstarken Protest von besorgten Eltern der Schüler der Schule La Miranda in Breña Alta. Vor den Büros der insularen Bildungsbehörde forderten sie den umgehenden Baubeginn der Vergrößerung der Schule, der bereits seit dem Jahr 2007 (über-)fällig ist.
Erneute Palmenplage (18. Februar 2011)
Der palmerische Biologe Rafael García Becerra alarmierte dieser Tage die Behörden wegen einer erneuten Palmenplage, die bis zum Eingehen der Pflanze führen kann. Schuld an diesem bedauerlichen Prozess ist ein kleiner Käfer (Diocalandra frumenti), der, kaum 5 Millimeter groß, die infizierte Palme binnen eines Jahres erst austrocknen und dann eingehen lässt. Laut Untersuchungen des Wissenschaftlers wurde das Insekt während einer Neuanpflanzung in den Gartenbereichen des Hotels Princess in Fuencaliente auf die Insel eingeschleppt. Dabei konzentriert sich dieser Käfer, der erstmalig 1998 auf Gran Canaria gesichtet wurde, hauptsächlich auf Palmen der Sorte Washingtonia und Phoenix. Mittlerweile habe dieser Schädling bereits auf anderen kanarischen Inseln wie Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura einen nicht unerheblichen Schaden angerichtet. Die Behörden seien nun aufgefordert, eiligst gegen diesen Schädling vorzugehen, um eine Verbreitung auf andere Anpflanzungen zu vermeiden, so der Biologe. Bereits im Jahre 2007 seien von den Behörden Sicherheitsmaßnahmen angeordnet worden, um dieser Plage Herr zu werden. Auch müsse die Bevölkerung benachrichtigt werden, da selbst Gartenpalmen befallen werden können. So gebe es beispielsweise bestimmte Harze, die verhindern würden, dass solch Käfer Eingang in den lebenserhaltenen Spindel der Palme finde. Außerdem würde die Forderung nach einer präventiven Untersuchung aller eingeführten Pflanzen laut werden, die gleich am Hafen und Flughafen passieren müsse. Verschiedene Institutionen und politische Parteien bemängelten diesbezüglich, dass der vor einem Jahr in die Rente verabschiedete Inspekteur für Pflanzenschutz noch immer keinen Nachfolger habe und diese Stelle folglich bis dato unbesetzt geblieben sei. Das Amt für Umwelt reagierte zunächst derart, dass bis auf Weiteres die Einfuhr, Anpflanzung und der Schnitt von Palmen jeder Art untersagt wurde, um das Verbreitungsrisiko so klein wie möglich zu halten.
Meisterschaft im Gastgewerbe (18. Februar 2011)
Der palmerische Kochschüler Vicente Camacho und die aus Teneriffa stammende Auszubildende Diana Estévez Padrón vertreten die kanarischen Inseln in der nationalen Meisterschaft „Spainskills“, die Anfang April in Madrid stattfinden wird. In dem kürzlich stattgefundenen Auswahlverfahren auf Teneriffa mussten sich die Gewinner anspruchsvollen Aufgaben stellen und diese möglichst innovativ lösen: die Zubereitung eines Obstsalates, eine Wein- und Likörprobe, die Zubereitung zweier Cocktails und eines Irish Coffes. Anschließend war noch ein Aperitif und ein Hauptgericht herzustellen. Ziel der Meisterschaften sei es, die Schüler zu motivieren und einen Treffpunkt für Profis und Auszubildende auf diesem Sektor zu schaffen.
La Palma wirbt (18. Februar 2011)
Absatzfördernde Maßnahmen an Verkaufsstellen, werbewirksame Aktionen in den nationalen Medien und Internetportalen sowie ein intensiver Dialog mit den Agenten der Reiseveranstalter müsse das Instrumentarium sein, um den Tourismus auf der Insel neues Leben einzuhauchen. So will es zumindest die Inselregierung und allen voran deren Vorsitzende, Guadalupe González Taño (CC). Erste Schritte seien bereits unternommen, Gespräche mit Veranstaltern geführt worden. So habe die Gruppe Orizonia eine 12%ige Steigerung ihrer Verkäufe des Reiseziels La Palma für die Sommersaison 2011 zugesagt. Grund hierfür sei nicht zuletzt der Ausbau des Flughafens und die damit verbundene Steigerung der operativen Flugverbindungen mit dem Spanischen Festland (Barcelona, Bilbao und Madrid).
Nutzloses GPS in Taxis (18. Februar 2011)
Das bereits vor drei Jahren von der Inselregierung für über 1 Million Euros in vielen Fahrzeugen der öffentlichen Transportmittel installierte GPS-System zur Bestimmung des Stand- und Fahrtzielortes ließe noch immer den erhofften Nutzen vermissen. Wie kürzlich Vertreter des Berufsstandes berichteten, gäbe es auf der Insel noch immer zahlreiche Bereiche, in denen eine Orientierung mit Hilfe der Apparate aufgrund von Funklöchern nicht möglich sei. Darüber hinaus sei das digitale Kartenmaterial nicht auf die besondere Höhenstruktur der Insel abgestimmt. Als stärkstes Argument für einen Verzicht auf die Apparatur gilt aber, dass die Geräte aufgrund des hohen Energiebedarfs die Batterien der Fahrzeuge über die Maßen beanspruchten und sie entladen.
„Unsichtbare“ Müllcontainer für Los Llanos (18. Februar 2011)
Das Rathaus der Westgemeinde legte dieser Tage ein Projekt vor, dass die mehr als 400 Müllcontainer auf den Straßen und Plätzen in den Ballungsgebieten mittels eines entsprechenden Gerüstes verbergen will. Damit rechnet sich die Gemeinde eine Verschönerung der öffentlichen Räume aus und eine Steigerung der touristischen Attraktivität. Zu diesem Zweck soll eine Art Gerüstzelle die Container verbergen helfen.
Mystische Säule (31. Januar 2011)
Die Archäologen auf La Palma finden immer wieder neue Spuren der prähispanischen Ureinwohner, die ihnen Aufschluss über das Leben der sogenannten Benahoaritas geben. So wurde bereits vor Jahren aufgrund von Funden im Nationalpark Caldera de Taburiente beispielsweise festgestellt, dass der große Krater im Zentrum der Insel ihnen als kommunales Weideland für ihr Vieh gedient haben musste. Kürzlich freigelegte Lagerstätten der Urbewohner in und um der Caldera lassen die Forscher nun darüber hinaus vermuten, dass dieser Bereich für sie ein mystischer und mit dem Universum verbundener Ort gewesen sein musste. Dies würden die Abbildungen in den Höhlen und zahlreichen Steinhaufen nahe legen, die es an vielen Orten im Nationalpark gibt.
Flughafen schließt Parkdeck (31. Januar 2011)
Sage und schreibe 1.000 Parkplätze gehen dem Flughafen auf La Palma durch die Schließung eines seiner Parkdecks verloren. Die Betreiberfirma des Flughafens, Aena, gab an, dass die Inbetriebnahme des neuen Terminals, der selbst über ein eigenes Parkdeck verfügt, die Nachfrage an Stellplätzen bedienen könne und diesen Schritt habe nötig werden lassen. Das gesperrte Parkhaus, das erst vor 2 Jahren eingeweiht worden ist und dessen Bau rund 20 Millionen Euro kostete, würde nun nach seiner Schließung renoviert und einem neuen Zweck zugeführt werden können, wie beispielsweise als Parkbereich für Dauerparker. Der Direktor des Flughafens, Manuel Vinagre, gehe von einer spürbaren Vergrößerung der Nachfrage aus, wenn der fertiggestellte Terminal in Betrieb geht. Der entgegen aller Signale durchgeführte und sündhaft teure Ausbau des Flughafens, der für ein jährliches Volumen von 3 Mio. Passagieren konzipiert ist, beendete das letzte Jahr mit einem nicht unwesentlichen Rückgang an Passagieren (970.000) gegenüber 2005 (1.082.000), das Jahr, in dem ebenfalls die beliebte Feierlichkeit „Bajada de la Virgen“ stattfand.
Teures Parken am Flughafen (31. Januar 2011)
Wer sein Fahrzeug auf einen ausgewiesenen Stellplatz des neuen Terminals auf dem Flughafengelände parkieren möchte, sollte genau auf die Beschilderung achten, um nicht unverhältnismäßig zur Kasse gebeten zu werden. Eine eher missverständliche Ausschilderung im Bereich des Flughafens lotst gerade ortsunkundige Fahrer unfreiwillig auf den Abstellbereich der Mietwagenfirmen (rent a car) und generiert nach dem Passieren der Schranke, an der noch nicht einmal ein Parkschein ausgegeben wird, eine Parkgebühr von rund 35 Euro. Der Betrag basiert auf den 5-Tage-Parktarif und wird auch dann fällig, wenn der Fahrer seinen Irrtum bemerkt hat und umgehend die Parkzone wieder verlassen will. Beim Verlassen des Parkbereichs für Fahrzeuge der Unternehmen „rent a car“ wird an der Schranke eine Karte verlangt, die eben nur Mitarbeiter der entsprechenden Firmen mit sich führen. Bei Fremdfahrzeugen geht die Betreiberfirma des Parkdecks, Aena, davon aus, dass hier dauergeparkt wurde und stellt dem ratlosen Autofahrer den Betrag für die Höchstparkdauer in Rechnung.
Reinigungspersonal vom Flughafen streikbereit (31. Januar 2011)
Gegen den Beschluss, die Flugzeuge auf dem Rollfeld nach ihrer Landung auf La Palma nicht mehr zu reinigen, kündigte das Personal der Reinigungsfirma „Multiservicios Aeroportuarios S.A.“ erhöhte Streikbereitschaft an. Damit reagiert die betroffene Belegschaft auf die darauf folgende fristlose Entlassung von 11 ihrer 17 Angestellten, die teilweise bereits seit 25 Jahren dem Betrieb angehören. Kurzfristig signalisierte das Unternehmen daraufhin Verhandlungsbereitschaft, um der angedrohten Arbeitsniederlegung vorzubeugen. Dem Vorausgegangen war die Ankündigung der Fluggesellschaft Binter, seit 1. Februar ihre Maschinen nur noch auf den großen Inseln Teneriffa und Gran Canaria reinigen zu lassen. Die verbleibenden 6 Angestellten sind nun der Meinung, dass eine ausreichende Reinigung von Maschinen der anderen Gesellschaften mit dieser ausgedünnten Personaldecke nicht mehr möglich sei. Abgesehen vom Vorfinden schmutziger Sitzplätze und Toiletten beim Betreten der Flugzeuge, würde der Passagier auch nach Verlassen der Maschinen nicht mehr mit der Aushändigung vergessener oder verlorener Gegenstände rechnen können, teilte der Vertreter der Belegschaft mit. Ob Flugbegleiter oder gar Piloten nach der Landung auf La Palma ihr Aeroplan kurz durchwischen würden, müsse angezweifelt werden.
Ökologen gegen Hotel in Don Pedro (31. Januar 2011)
Die Vereinigung der Naturfreunde „Centinela-Ecologistas en Acción La Palma“ legte bei der Inselregierung ihren Einwand gegen den Bau eines 80-Betten-Hotels in Don Pedro in der Gemeinde Garafía im Nordwesten der Insel vor. Es wird vermutet, dass der Bauherr den Territorialplan zur touristischen Nutzung von Grundstücken in Garafía dazu nutzen wird, um letztendlich, nach einem Antrag auf Nutzungsänderung der Hotelanlage, Wohnhäuser zum Verkauf anzubieten. Das würde schon aus dem Bauplan der Hotelanlage zu erkennen sein, der anstelle eines großen Gebäudes, 25 Einzelhäuser mit je 72 bis 136 m2 vorsehe.
Auf der Suche nach Touristen (31. Januar 2011)
Das Fremdenverkehrsamt der Insel gibt sich dieser Tage auf der Suche nach Touristen rege und entsandte Vertreter zu diesem Zweck bis nach Finnland. Die dortige Tourismus-Messe „Matka“, die in Helsinki stattfindet, ist die größte Reisemesse in Nordeuropa und der baltischen Staaten. Die Inselrätin für Tourismus und Verkehr, Beatriz Páez, geht davon aus, dort mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften ertragreiche Gespräche führen und eine Werbekampagne anregen zu können, um zukünftig finnischen Tourismus auch auf La Palma begrüssen zu dürfen.
Luftverschmutzung durch PM10-Partikel 7. Dezember 2010
Die Europäische Kommission hatte unlängst festgestellt, dass es in Spanien 153 Gebiete mit überhöhter Konzentration gesundheitsgefährdender Schwebeteilchen PM10 gibt und gab dieses Ergebnis vor dem Justiztribunal der Europäischen Union zur Anzeige. Selbst auf den Kanarischen Inseln, die für ihre hohe Luftqualität bekannt sind, wurden acht solcher Zonen ermittelt. Neben Gebieten beispielsweise auf Lanzarote und El Hierro wird auch La Palma mit belasteten Bereichen in Brüssel gelistet. Bei den Schwebeteilchen PM10 handelt es sich um Partikel, die insbesondere in Schadstoffemissionen der Industrie, im Verkehr und Heizungsanlagen vorkommen. Dabei können die PM10-Teilchen unter anderem zu Erkrankungen der Atemwege, Herz- und Gefäßproblemen und sogar zu Lungenkrebs führen. Die zuständige Abteilung der Europäischen Kommission schreibt den Mitgliedsstaaten nun diesbezüglich vor, entsprechende Belastungs-Obergrenzen an PM10-Konzentration in der Luft einzuhalten: 40 Mikrogramm/Kubikmeter (µg/m3). Die europäischen Luftwächter berücksichtigen hierbei aber noch bis zum Juni 2011 durchaus Ausnahmen, wenn beispielsweise nachgewiesen werden kann, dass in der betroffenen Gemeinde ein entsprechender Plan zur Minderung der Luftbelastung durch PM10 vorliegt. Sie sind sich solch einer Luftverschmutzung bewusst? Vielleicht nicht; dennoch oder gerade deshalb sollten die Belastungen unserer Atemluft beobachtet werden. Bei der Bürgerbewegung gegen das Asphaltwerk in der Gemeinde Los Llanos de Aridane „Plataforma contra las Plantas de Asfalto“, nur zum Beispiel, trifft man auf themenbezogenem Sachverstand und begründetem Argwohn.
Anlage zur Wiederverwertung von Bauschutt 7. Dezember 2010
Vor den Türen des Nationalparks Caldera de Taburiente in der Gemeinde El Paso soll eine Anlage zur Behandlung von Bau- und Abrissschutt entstehen. Die Anlage, die auf dem Gelände des größten Steinbruchs der Insel entstehen soll, wird eine Betriebsgenehmigung von zunächst 15 Jahren erteilt werden. Der Steinbruch selbst, im Gebiet „El Riachuelo“ gelegen, bedient mit einer Jahresproduktion von 700.000 Tonnen über die Hälfte aller Baustellen auf der Insel. Mit dem Betrieb der Recyclinganlage will man auf der einen Seite die Nachfrage auf den Baustellen bedienen und auf der anderen Seite mit den Erzeugnissen die entstandenen Leerräume im Steinbruch auffüllen. Dabei ist der Betrieb der Anlage an die Nachfrage im Steinbruch geknüpft, der seinerseits seit 30 Jahren Material für das Baugewerbe bereitstellt.
Umweltverträgliche Energiegewinnung 7. Dezember 2010
Die besonderen Eigenschaften der Inseltopographie sollen nun zur Energiegewinnung mittels Hydraulikpumpen genutzt werden. So steht es im vorläufigen Territorialplan geschrieben, der kürzlich veröffentlicht wurde und Institutionen, Unternehmen und Privathaushalte nun die gesetzlich geregelte Möglichkeit zur Anfechtung innerhalb einer Frist von zwei Monaten ermöglicht. Damit wird der besonderen Beschaffenheit der steilsten Insel der Welt Rechnung getragen, indem der Bau von Talsperren und Staubecken zur Energiegewinnung und -speicherung erwogen wird. Auf der öffentlichen Veranstaltung, bei der neben Regierungsvertreter auch Vertreter von Energielieferanten teilnahmen, wurden diesbezüglich auch Themen der Standortsuche solcher energetischen Infrastrukturen und erneuerbarer Energiequellen erörtert. Das Projekt gehört zu dem 4-Stufen-Energieplan der Kanarischen Regierung, der bereits 2007 verabschiedet wurde und folgende Ziele erreichen will: Erstens die Versorgungsgarantie sicherzustellen, zweitens die erneuerbaren Energiequellen zu entwickeln, drittens den rationalen Umgang mit Energie zu fördern und viertens die jeweiligen Geländeeigenschaften auf der Suche nach Energiequellen mit einzubeziehen. Die Insel La Palma sei für diese Zielsetzungen bestens konditioniert, da „sowie die Institutionen als auch die Bewohner diesbezüglich am gleichen Strang ziehen“, hieß es da aus Kreisen der Verantwortlichen.
Nach Schiffbruch allein gelassen 16. April 2010
Beim Kentern der spanischen Fähre „Assalama“ am 30.04.2008 vor der marokkani- schen Küste verloren fast alle der 113 Passagiere ihr gesamtes Hab und Gut. Bisher wurde den Opfern des Schiffbruchs aber auch nach entsprechender Reklamation keinerlei Aufmerksamkeit oder gar Entschädigung seitens der betroffenen Reederei Naviera Armas bzw. den zuständigen Regierungen zuteil. Einige der Passagiere wollten mit ihrem mitgeführten Gepäck auf La Palma ein neues Leben beginnen und fühlen sich seitdem mit ihrem Schicksal alleine gelassen. Die Passagiere der Un- glücksfähre fordern eine Wiedergutmachung und kritisieren den Zustand der gekenterten Fähre, die bereits 40 Jahre in Betrieb war und vor dem Schiffbruch bereits in Las Palmas wegen eines Totalausfalls repariert werden musste. In ihrem Beschwerdebrief an die Zentralregierung in Madrid wiesen die betroffenen Passagiere darauf hin, dass vor dem Unfall selbst der Zielhafen auf Fuerteventura für ein Einlaufen dieser Fähre nicht konditioniert gewesen sei. Und im Moment des tra- gischen Zwischenfalls, hieß es im Brief weiter, hätte die Schiffsmannschaft den Passagieren geraten, ihr Gepäck auf der Fähre zu lassen, da sie es später zurück erhalten würden. Auch fühlen sich die Opfer des Unglücks während des anschließenden Aufenthaltes in Marokko ohne Geld und Papiere von der Reederei im Stich gelassen. Diese Situation sei unhaltbar und daher fordern sie weiterhin, neben einer restlosen Aufklärung des Schiffbruchs, eine entsprechende Wiedergutmachung nach einem Unfall, der vermeidbar gewesen wäre, wenn die beteiligten Regierungen ihre Projekte ernst genommen hätten. (www.naufragio.org)
Das Salz der Insel 16. April 2010
Nach einer Umfrage des Umweltamtes deckt das Salz aus der Saline in Fuencaliente beinahe den gesamten Salzmarkt auf der Insel ab. So decken die Inselbewohner ihren Salzbedarf fast ausschließlich (zu 85 %) mit dem aus dem Meer gewonnenem Salz der Marke Teneguía. Rund 11 % der Befragten gab an, die Marke des verwen- deten Salzes nicht zu erinnern und nur 6 % aller befragten Inselhaushalte konsumieren eine andere Marke. Das bereits in der dritten Generation geführte Fa- milienunternehmen ist bei 100 % der befragten Inselbevölkerung bekannt. Es produziert 600 Tonnen des weißen Gewürzes und setzt fast die gesamte Menge auf der Insel ab. Nur ein kleiner Teil der Ernte wird nach Deutschland exportiert. Dabei handelt es sich vorwiegend um das Produkt „Flor de Sal“, von dem etwa 2 Tonnen in die deutsche Gastronomie gehen. Der Geschäftsführer der Saline, Andrés Hernández, führt weiteres im Schilde: bei entsprechender Umsetzbarkeit würde er sich wünschen, dass dem Besucher der Saline eine nachhaltige Infrastruktur zur Verfügung stünde, mit einem Restaurant und einem Informationsbereich. Der Inter- essierte solle den Arbeitsablauf der Saline beobachten können, stellt sich Hernández vor. Dafür sei eine Vergrößerung und Modernisierung der Anlage geplant, um dieses Geschäft rentabler zu gestalten.
Der 5-Millionen-Kilometer-Wanderweg 16. April 2010
Der längste Wanderweg der Welt befindet sich auf La Palma: rund 5 Millionen Kilometer ist er lang, und führt von der Insel bis zum Polarstern. So will es eine neue Ausschilderung, die dem Hobbyastronom auf neu angelegten Aussichtspunkten für astronomische Beobachtungen mittels Beschilderung die Richtung zum Polarstern anzeigt. Bisher sind zwei dieser Aussichtspunkte in den Bereichen Llano de la Ven- ta (Breña Baja) und Llano de El Jable (El Paso) eingeweiht worden. Den Sternenguckern werden allerdings nun auch auf bestehenden Aussichtspunkten mittels einer entsprechenden Beschilderung der Nachthimmel erklärt. Die Schilder sind den regulären Wegschildern angepasst worden und veranlassten die Verantwortlichen, das Fremdenverkehrs- sowie das Umweltamt und das Unter- nehmen Astrotour dazu, ebenfalls den direkten Weg zu einem für die Astronomie unverzichtbaren Fixpunkt im Firmament, den erwähnten Polarstern, auszuweisen. Abgesehen von erklärender Ausschilderung steht dem Besucher dieser Orte auch ein kleines Spiel zur Verfügung, um auf unterhaltsame Art etwa das Sternbild des Großen Bären zu lokalisieren und die Jahreszeit festzustellen, in der sich der Interessierte befindet. Geplant ist, in allen 14 Gemeinden der Insel solche Orte zu installieren, um dem potentiellen Besucher einen weiteren Anreiz zu schaffen, die Insel zu besuchen.
Allianz unter den Bananenbauern 16. April 2010
Erst kürzlich hat die große Bananenkooperative Cupalma ein Bündnis mit der Gruppe Bonana, Morriña y Cejas bekannt gegeben. Dadurch ließe sich Kos- tenrationalisierung und eine Verbesserung der Absatzmöglichkeiten erreichen, wie Vertreter der Unternehmen angaben. Durch diesen unternehmerischen Schritt wären nun rund 2.600 Bananenbauern zusammengeschlossen, was einen Anteil von 50% aller Agrikultoren auf diesem Sektor bedeutete, die rund 55 Millionen Kilo Bananen auf La Palma kultivieren.
Sparen am Müll 3. April 2010
Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht. Unter diesem Slogan könnte man das Verhalten vieler Inselbewohner beschreiben, das nun aufgrund einer neuen Statistik als „vorbildlich“ betitelt wurde. Hierbei handele es sich um einen Rück- gang um 15% an festem Müll in urbanen Zonen. Dadurch sei dem einzig funkti- onieren Müllplatz auf der Insel, am Barranco Seco, über 8.000 Tonnen Hausmüll erspart geblieben. Die Gesamtmenge an festem Müll sei von 37.610 im Jahre 2008 auf 31.781 Tonnen im Jahre 2009 zurückgegangen. Die Gründe hierfür seien unter- schiedlich, so der Geschäftsführer des zuständigen Konsortiums auf der Insel, Álvaro Duque Lugo. Die Mülltrennung, ein bewussteres Einkaufsverhalten und die allgemeine Finanznot seien einige dieser Ursachen.
Neues Zuhause für den Guanchen 3. April 2010
Die bereits zum Stadtbild von Los Llanos gehörende Skulptur „Cabeza guanche que mira al sol“, die jahrelang für Kontroversen sorgte, soll einen neuen Standort bekommen. Das Rathaus von Los Llanos hat nun nach Jahren der Suche nach einem idealen Standort den neuen Kreisverkehr im Bereich Ramón Pol im Zentrum der Stadt gefunden. Die Skulptur, die seit acht Jahren im Stadtzentrum an der Kreuzung der Straßen Enrique Mederos und Doctor Fleming aufgestellt ist, ist Teil des urbanen Projektes „Das Museum auf der Straße“ und bekommt nun mit ihrem Umzug ihren endgültigen Standort. „Der Kopf des Ureinwohners, der zur Sonne schaut“ repräsentiere die Menschenrassen, die im Zuge der Globalisierung zu verschwinden scheinen, so der Künstler Fernando Bellver.
Schwierige Zeiten für den Tourismus 3. April 2010
Das zweite wirtschaftliche Standbein der Insel gerät ins Wanken: für den Sommer sieht es für die Insel im touristischen Bereich schlechter aus als befürchtet. Schuld daran ist neben den allgemeinen wirtschaftlichen Engpässen auf diesem Sektor nun auch noch der Absprung eines großen spanischen Reiseveranstalters. Denn nicht wenige Festlandspanier pflegen ihre Sommerferien auf dem kanarischen Archipel zu verbringen und greifen dafür gerne auf entsprechende Reisepakete zurück. In diesem Sommer allerdings hat der Veranstalter Travelplan seine Kontingente für die Insel La Palma sogar um 20.000 Plätze zurückgeschraubt, was einen finanziellen Verlust von 12 Millionen Euro bedeute. Von 80 Flügen im vergangenen Jahr 2009 werden zwischen Juni und September des laufenden Jahres gerade 22 von Travelplan gebuchte Maschinen auf die Insel kommen. Die jedes Jahr erneut geführten Verhandlungen der regionalen Fremdenverkehrsbehörde mit dem Veranstalter ließen das Unternehmen aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen diese für den regionalen Tourismusmarkt fatale Entscheidung treffen. Die Präsidentin der palmeri- schen Inselregierung, Guadalupe González Taño, wandte sich diesbezüglich umgehend an die kanarische Regierungsstelle in Las Palmas auf Gran Canaria und drückte gegenüber der zuständigen Rätin für Tourismus auf den Kanaren, Rita Martín ihre Enttäuschung über den Rückzug des Reiseveranstalters aus. Es habe der Regierungsstelle nicht nur an Verhandlungsgeschick gefehlt, hieß es, sondern im allgemeinen am Interesse, die Insel La Palma überhaupt vermarkten zu wollen. González ging sogar soweit, aufgrund dieser Situation, den Rücktritt von Martín beim Präsidenten der Autonomen Regierung, Paulino Rivero, zu beantragen. Rita Martín warf ihrerseits der Inselverwaltung auf La Palma vor, mit unaus- gegorenen Flächennutzungsplänen potentielle Investoren verschreckt und sich nur halbherzig auf den Tourismussektor eingelassen zu haben.
Wie auch immer diese (mediale) Auseinandersetzung enden mag, fest steht nicht erst seit Kurzem, dass die Insel bisher ein tragbares Konzept für einen nachhaltigen Tourismus vermissen lässt. Es bleibt zu hoffen, dass jetzt Raum dafür geschaffen wurde und es zu einem Umdenken kommen kann. Währenddessen betreibt das Fremdenverkehrsamt der Insel weiterhin neben der Teilnahme an Messen ihre Promotion auf anderen Inseln und dem Festland. Es sollte natürlich nicht an entsprechenden Möglichkeiten fehlen, dann auch die interessierten Urlauber auf die Insel bringen zu können. Ein Ausbau der Flugverbindungen ist hier sicherlich wünschenswert. Der Reiseveranstalter Travelplan lässt sich seine Verbindungen versilbern: für 10 Flüge von Barcelona aus verlangte dieser vom kanarischen Fremdenverkehrsamt als Subventionszahlung immerhin 180.000 Euro.
Eingeschränkte Berufswahl 21. Mai 2009
Die kanarische Bildungsbehörde verwirrt mit ihrer Neustrukturierung der Berufsausbildungen die verschiedenen Ausbildungsinstitutionen auf der Insel. Waren es noch vor kurzer Zeit die offiziellen Sprachschulen, geht es nun gegen die Berufsausbildungszentren. Schüler, Lehrer, Eltern und bis hin zu Unternehmern, Gewerkschaften und politische Gruppierungen fühlen sich durch die Neuordnung pikiert und von der Behörde verlassen. Inselweit gibt es für das nächste Schuljahr 81 Ausbildungsstätten, die in die Bereiche Mittelstufe, Oberstufe und Programme zur beruflichen Qualifizierung aufgeteilt sind. Letzteres Segment ist nun quantitativ aufgewertet worden und soll in Verbindung mit gänzlich neu geschaffenen Ausbildungswegen mehr Beschäftigungsverhältnisse erzeugen. Man wisse, dass die berufliche Lehre nach wie vor für die meisten Schulabgänger “die Eintrittskarte” in die Arbeitswelt ist. Jedoch werden immer mehr Stimmen gegen diese “Bildungsformel” laut, die unter anderem eine Ausbildung fordern, die sich schwerpunktmäßig an die Person anlehnt und nicht nur des strikten Überlebens in der Arbeitswelt dienen solle. Die ersten, die sich gegen die Neuorientierung aussprachen, waren die Schulleiter der Mittel- und Kunstschulen, die über das zusammengestrichene Lehrangebot klagten. Den Schülern würde durch die neue Planung hierzuinsels nur eine eingeschränkte Berufsauswahl in Aussicht gestellt werden können, was sich u.a. bereits im Wegfall der ersten Kurse für Apothekenwesen, Elektroinstallation, Konditoren und touristische Vermarktung zeige. Ein Schüler, der eben beispielsweise den Initialkurs nicht besteht, wäre somit gezwungen, sich im schlimmsten Fall einen anderen Beruf auszusuchen, der unter Umständen auf der Insel nur im geringen Masse nachgefragt werde. Aus diesen Gründen haben die Ausbildungszentren ein entsprechendes Schriftstück präsentiert, das als einziges Ziel die Abänderung der Neustrukturierung hinsichtlich einer auf La Palma zugeschnittenen Berufsausbildung verfolgt.
Information schlägt zu Buche 21. Mai 2009
Die bekannte Telefonnummer 012, unter der sich der Informationsservice der Kanarischen Regierung meldet, kostet dem Rat- und Hilfesuchenden in jedem Fall teure 34 Cent pro Minute. Für ein öffentliches Serviceangebot, auf das derjenige nicht verzichten kann, der beispielsweise einen Termin im Gesundheitszentrum oder im Arbeitsamt braucht, ist dieser Tarif schlichtweg zu teuer. Die alte Telefonnummer 922 239 301 jedoch, auf die die Kanarische Regierung offiziell nicht mehr hinweist, kann zumindest von allen Flatrate-Benutzern kostenlos angewählt werden.
Mit Müll Geld verdienen 21. Mai 2009
Die Gemeinde Villa de Mazo ist auf eine gewinnbringende Idee gestoßen: Sobald die neue Insel-Müllhalde “Los Morenos” in Betrieb genommen wird, muss eine Gebühr für jedes Kilo Abfall an die Gemeinde abgeführt werden. Denn nach dem Auslaufen der von der Inselregierung und dem Rathaus der Gemeinde vereinbarten jährlichen Entschädigungszahlungen von fast 400.000 Euro bei Inbetriebnahme der Anlage, muss ein sicheres Konzept her, um die Kosten zu decken und die ungeliebte Installation zu versilbern. Die insulare Notlage hinsichtlich der Verwertung ihres steigenden Müllvolumens führte nun auch dazu, dass die noch nicht in Betrieb genommene Anlage die Erlaubnis zum Ausbau erteilt wurde, da die Abfallverwertungsstelle ihren Kapazitäten nach eine zu geringe Lebensdauer bei entsprechender Nutzung habe, wie der zuständige Verantwortliche verlauten ließ. Wann es zu der lange erwarteten Inbetriebnahme der dann vergrößerten Halde kommen soll, konnte hierbei allerdings noch nicht geklärt werden.
Die Fischer ziehen um 21. Mai 2009
Die etwa 30 Fischer in Tazacorte haben neue Liegeplätze für ihre Boote südlich des Hafenbeckens, von denen aus sie in Zukunft ihrer Tätigkeit nachgehen können. Nach monatelanger Ungewissheit ist die Hafenbehörde mit den Vertretern dieser Berufsgruppe zu der Einigung gelangt, dass man die Liegeplätze für die Fischerboote im Hafen abbauen wolle, um dem anvisierten Sportboothafen den nötigen Platz zur Verfügung stellen zu können. Der Umzug bringe eine Verbesserung der Infrastruktur für die Fischer mit sich: neue Lagerplätze für Frischfisch, größere Hütten, um Netze und Gerätschaften unterzubringen, eine Verkaufsstelle und sanitäre Anlagen. Die Fischer sind zufrieden: „Wir glauben, dass man uns mit Würde behandelt. Anfangs waren wir noch geteilter Meinung über den bevorstehenden Umzug aber jetzt glauben wir, dass es das Beste für uns ist“, sagte dann auch der Vorsitzende des Kollektivs.
Häuser gerettet 21. Mai 2009
Das oberste kanarische Gericht auf Gran Canaria (TSJC) hat den von der Küstenbehörde geforderten Abriss zweier Häuser in El Remo aufgehoben. Die Häuser hätten nach Auffassung des Gerichts Anspruch auf Unversehrtheit, da sie bereits vor das Inkrafttreten des umstrittenen Gesetzes für den nationalen Küstenschutz gebaut wurden.
Flaute für neue Windräder 21. Mai 2009
Die Ausschreibungen für die Bauvorhaben der auf La Palma geplanten Windkraftanlagen wurden nun von oberster Stelle annulliert. Der Rat für Arbeit, Industrie und Handel, Jorge Rodríguez, bestätigte auf Anfrage der Opposition den Beschluss und bekräftigte, dass der Komplexität und Ernsthaftigkeit dieses Projektes nicht genüge getan worden wäre. Es müsse bei dieser polemischen Entscheidung bedacht werden, dass bei öffentlichen Ausschreibungen der Transparenz und dem Respekt gegenüber konkurrierender Unternehmen Priorität eingeräumt werden müsse und schnelles Handeln mitunter nachteilige Konsequenzen mit sich bringen könnten. Dem Vorwurf der Entscheidungswillkür will der Politiker von sich gewiesen wissen und unterstrich, dass 93% der Teilnehmer an dieser Ausschreibung abgelehnt werden mussten, weil sie nicht den Anforderungen entsprechen hätten. Die Inselregierung bedaure die Aussetzung, da sie eine weitere Verzögerung der längst fälligen Aufstellungen der umweltverträglichen Anlagen bedeuten würde.
Sprachenschulen gefährdet 8. Mai 2009
Die Mitte-Links-Partei Nueva Canarias (NC) beklagt die Schließung von öffentlichen Sprachenschulen (EOI) auf dem Archipel. Unzumutbar sei es, dass es in einer Autonomen Region, in der der Tourismus ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor darstellt, zu einem Rückgang des Lehrangebots an Fremdsprachen kommen könne. Und das, obwohl sich der Präsident der kanarischen Regierung, Paulino Rivero, ausdrücklich dafür ausspricht, die Bildung der Bevölkerung zur Chefsache gemacht zu haben. Die Schließungen der Kurse und die Reduzierungen der Gruppen würde so dazu führen, dass die eine oder andere Fremdsprache einfach wegfalle bzw. die bestehenden Gruppen über eine max. Schülerzahl von 30 kämen. Das hätte unweigerlich eine Verflachung der Lern- und Lehrqualität zur Folge. Ebenso führe die von der kanarischen Regierung realisierte Umstellung der Leistungsbewertung in den Sprachenschulen hinsichtlich einer Senkung des nachzuweisenden Sprachniveaus dazu, dass die Kanaren diesbezüglich das Schlusslicht im nationalen sowie europäischen Vergleich sein werden.
8. Mai 2009
Ausgezeichnete palmerische Weine
Auf dem internationalen Brüsseler Weinsalon erreichten kürzlich drei Inselweine hohe Auszeichnungen. Eine Goldmedaille ging an die Bodega Eufrosina Pérez Rodríguez aus Garafía, deren Weißwein „Vino Blanco de la variedad Albillo“ der Marke „El Nispero“ den Titel holte. Zwei weitere Auszeichnungen gingen an die Bodega SAT Bodegas Noroeste de La Palma, die mit ihrer Marke „Vega Norte“ vertreten war. Eine Goldmedaille ging an deren Weißwein des Jahrgangs 2008 und eine Silbermedaille an den Rosé des gleichen Jahrgangs. Die Preise seien eine Anerkennung der Qualitätsprädikate und würden den Inselwein auch im Vergleich mit internationalen Konkurrenzprodukten gut dastehen lassen. In diesem Jahr sind auf der Weinschau neben den Fachvertretern und Kellermeistern insgesamt 6.000 Weine aus aller Welt vertreten gewesen.
8. Mai 2009
Bauernfängerei mit Importgemüse
Der sonntägliche Verkauf von eingeführtem Gemüse und Obst auf dem Platz Conrado Hernández bereitet dem Rathaus von Los Llanos Kopfzerbrechen. Die nicht autorisierten Händler, deren Zahl sich mittlerweile auf etwa 50 beläuft, unterlaufen die eigentliche Bestimmung des Marktes, der Ernte der ansässigen Bauern ein organisierter Verkaufspunkt zu sein. Sowohl die regulären Anbieter als auch die Marktbesucher fühlen sich betrogen. Das Gemeindehaus sieht sich aufgrund des massiven Auftretens dieser Händler gezwungen, Maßnahmen zur Regelung des Angebotes zu ergreifen. In Kürze sollen maximal 18 Stände zugelassen werden, an denen ausschließlich frische Landprodukte aus eigener Ernte verkauft werden dürfen.
8. Mai 2009
Mega-Marathon ’09
Die Inselregierung von La Palma organisiert den “Trans-Vulcania ’09″, ein Ultramarathon über Stock und Stein. Am 25. Juli 2009 fällt der Startschuss für dieses ambitionierte sportliche Ereignis in der südlichen Vulkangemeinde Fuencaliente. Damit möchte man auch eine aktive Freizeit- und Urlaubsgestaltung auf der Insel bewerben und zu naturverbundenen Unternehmungen animieren. Das sportliche Ereignis teilt sich in 3 Kategorien auf: Erstere ist der Ultramarathon mit einer zu bewältigenden Strecke von 83,3 km und Höhenunterschieden von gut 8 km, die sich vornehmlich an Extremsportler wendet, die eine entsprechende körperliche Kondition mitbringen. Der Start wird am Leuchtturm von Fuencaliente sein und führt die Athleten über den Wanderweg GR 131 nach Puerto de Tazacorte und weiter nach Los Llanos, wo auf der Plaza de España das Zieltor aufgebaut sein wird. Die zweite Kategorie, der „Mediamarathon“ geht über eine Distanz von 26,8 km und verläuft auch nicht ganz so extrem wie der Erstgenannte. Ebenfalls am Leuchtturm startend, führt die Strecke über die Vulkanroute bis zum Refugio de El Pilar. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Vulkanroute -umgekehrt als üblich- in Fuencaliente beginnend erlaufen wird und ein entsprechender Höhenunterschied auf weicher Lavakiesel zu bewältigen ist. Die dritte Kategorie, das „II. Inseltreffen der Wanderfreunde“, richtet sich an Interessierte, die den Kontakt zur Natur über eine sportliche Betätigung suchen. Auf 18,7 km geht hier die Strecke durch die Natur der Insel und soll die Maxime der Organisatoren widerspiegeln: ein respektvoller Umgang mit der Umwelt und das Erleben der natürlichen Insellandschaften. Interessierte können sich über die Webseite senderosdelapalma.com weitere Information einholen und für die Teilnahme einschreiben.
2. Mai 2009
Tagessatz für reisende Patienten
Den Patienten, die wegen ärztlicher Untersuchungen auf die Nachbarinsel Teneriffa fliegen müssen, entstehen mitunter nicht unerhebliche Kosten, gerade wenn sie nicht am selben Tag wieder nach Hause können. Die Fahrtkosten vom und zum Flughafen auf beiden Inseln und eventuelle Übernachtungen inklusive Verpflegung muss der Leistungsempfänger selbst zahlen. Dafür zahlt ihm das Gesundheitsamt eine Unterstützung von 18 Euro pro Tag. Für diesen Betrag lasse sich bei bestem Willen keine Pension finden, findet die konservative Partei „Partido Popular“ und plädierte auf eine Erhöhung der Spesen auf wenigstens 40 Euro, um zumindest einen Teil der Aufwendungen des Patienten aufzufangen.
Bedrohte Meeresbewohner zum Verkauf
Die Abteilung für Umweltschutz der nationalen Polizeibehörde Guardia Civíl (Seprona) hat bei einer Patrouille durch das Warenangebot für Frischfisch in Santa Cruz einige Arten entdeckt, die auf der Liste der aussterbenden Gattungen stehen. Es handelte sich u.a. um einige Exemplare der kanarischen Languste und kanarischen Seesterne, die in einem Aquarium aufbewahrt, zum Verkauf standen. Während dem Anbieter nun eine empfindliche Geldstrafe zwischen 5.000 und 200.000 Euro und/oder eine Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren droht, setzten die Gesetzeshüter die Tiere wieder aus.
Pflege der virtuellen Tourismusinformation
Aus den Reihen der oppositionellen konservativen Partei „PP“ werden Klagen laut, die sich auf die Internetpräsenz der hiesigen Tourismusbehörde beziehen. Die Webseite sei schon seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert worden. „Man hat versäumt, das Angebot für die Besucher der Insel auf den neuesten Stand zu bringen“, mahnte ein Vertreter der Partei. Man solle auch in engen Kontakt mit den Rathäusern der Insel treten, um die kulturellen und sportlichen Aktivitäten in den Gemeinden auf der Homepage darzustellen und in den Büros der Tourismusinformation mittels Broschüre zu vermitteln. Angeführt wurden die Aktivitäten des Theaters Circo de Marte und des musikalischen Zyklus „Contigo al mediodía“, die durchaus überregionales Interesse erwecken würden.
Geringe Zahlungsmoral bei den Rathäusern
Die hiesige Handelskammer beklagt die großen Außenstände, die den kleinen bis mittleren Betrieben erwachsen sind, nachdem Leistungen für die Gemeinden erbracht worden sind. Insgesamt sei von den Rathäusern bis zu 30 Millionen Euro nicht gezahlt worden und verursachen so eine ungewisse Zukunft ihrer Gläubiger. Gefordert werde in diesem Zusammenhang: mittels der zu erwartenden Zahlungen der kanarischen Regierung ein Schuldenabbau und nicht wie vielerorts beabsichtigt, die Vergabe neuer Aufträge, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Begleitend ging an die Rathäuser aller 14 Gemeinden auf der Insel die Bittschrift, sich der Verantwortung gegenüber den lokalen Gewerbetreibenden zu erinnern und ihnen nicht „die Luft zum Atmen“ zu nehmen.
Fluggepäck selbst in die Hand nehmen
Nach einer unfruchtbaren Sitzung zwecks Neuverhandlung auslaufender Verträge der Fluggesellschaften Iberia und Binter muss nun der Reisende den Konfliktstoff sprichwörtlich selbst tragen: alle Transitgäste, die vom Festland oder Ausland über die kapitalinen Inseln Gran Canaria und Tenerife mit Binter nach La Palma wollen, können ihr Gepäck fortan nicht mehr bis zum Zielort durchchecken lassen, sondern müssen dieses an den genannten Orten in Empfang nehmen und neu fakturieren. Binter kündigte an, dass sich nun verstärkt auf die Suche nach neuen Kooperationen gemacht werden wolle, um diese -für ihre Fluggäste unbequeme- Situation möglichst bald zu verbessern.
1000 Knöllchen pro Monat
Das einzige Radar zur Ermittlung der Geschwindigkeit von vorbeifahrenden Autos auf der Insel erreichte schon nach wenigen Monaten die Spitzenposition aller solchen Einrichtungen auf dem gesamten Gebiet des kanarischen Archipels hinsichtlich der festgestellten Geschwindigkeitsübertretungen. Damit spült das Gerät jeden Monat rund 150000 Euro in die strapazierten Kassen jener öffentlichen Verwaltung. Ein Betrag, mit dem nicht im geringsten gerechnet worden sei und nun die Installierung –laut ihrer Betreiber- dringlichst legitimiere. Jedoch plädiere die Oppositionspartei der Inselregierung nun für dessen Demontage, da eine solche Anzahl an andauernden Geschwindigkeitsübertretungen zeige, dass hier reine Sanktionsmaßnahmen nicht helfen und fordere dafür sogenannte „singende Fahrbahnlinien“, die den Autofahrern akustisch auf ihre Missetat aufmerksam machen sollen. Der Straßenabschnitt, an dem der Apparat vor ein paar Monaten aufgestellt wurde, befindet sich an der LP-3 auf der Höhe des Besucherzentrums der Caldera in der Gemeinde El Paso und zählt etwa 15000 Fahrzeuge, die täglich am „Starenkasten“ vorbeifahren. Die Mehrheit an Strafzetteln ginge hierbei an Fahrzeuge der Autovermieter.
Asphaltwerk ohne Zuhause
Die Anlage, die den benötigten Straßenbelag für die Ortsumgehung von Santa Cruz lieferte, sucht dieser Tage auf Geheiß aller politischen Parteien eine neue Bleibe. Denn die Genehmigung zu ihrer Betreibungsdauer, sei direkt an die Fertigstellung jener Straßenzüge gekoppelt gewesen und entbehre nun folglich jeglicher Duldung. Die Anwohner im Stadtteil Benahoare würden nicht länger hinnehmen wollen, dass –trotz Beendigung der Bauarbeiten- weiterhin die Umluft verunreinigt und der Aufenthalt in der Wohnung durch andauernden Baulärm gestört werde. Der Bürgermeister von Santa Cruz habe sich schon mit dem Betreiber dieser Anlage über dessen Abbau verständigt.
Meeresschwimmbecken geschlossen
Die Anwohner des beliebten Meeresschwimmbeckens “Charco Azul” in der Gemeinde San Andrés y Sauces wurden neulich in den Morgenstunden von dem Poltern herabstürzender Gesteinsbrocken geweckt. Die Felswand über dem Becken stürzte aus noch ungeklärter Ursache auf große Teile der Anlagen. Betroffen seien der Aussichtspunkt über der Badelandschaft, die Pumpstation, Zugangswege und das Restaurant. Personen kamen hierbei nicht zu Schaden. Das Rathaus gehe davon aus, dass mit einer Wiederinbetriebnahme in diesem Sommer wohl nicht zu rechnen sei.
Ausverkauf an Booten
Geht man dieser Tage im Hafen von Tazacorte spazieren oder hat man gar ein eigenes Boot dort liegen, wird es einem wunderlich aufgefallen sein: Die Mehrheit aller dort festgemachten Kähne wird derzeit zum Verkauf angeboten oder liegt auf dem Trockendock. Grund hierfür sind die neuen Tarife für Liegeplätze der Betreiberfirma „Satocan“. Eigentümer und Bootsführer seien sich darin einig, dass der monatlichen Entrichtung der nunmehr um 83% gestiegenen Miete bei gleichbleibendem Serviceangebot ein Verkauf ihrer Vehikel vorzuziehen ist. Gleichzeitig wurde ein Begleitschreiben ihrer kollektiven „Ausverkaufs-Aktion“ an die regionale Verwaltungsstelle der Häfen gesandt, in dem die Teuerungsrate angemahnt wird und ein realistisches Profil der Bootseigentümer erstellt wird, die in den meisten Fällen konventionelle Tätigkeiten nachgehen. Mit Erfolg, denn den „Freizeit-Kapitänen“ und „Berufs-Skippern“ wurde von der zuständigen Stelle nach Absprache mit „Satocan“ eine Reduzierung der Aufwendungen für einen Platz im Hafenbecken zugesichert.
Bibliothek verschenkt Bücher
Die einzige Gemeindebibliothek in Santa Cruz, „la Cosmológica“, verschenkt im großen Stil ihre Bücher. Hierbei handelt es sich um ein Volumen von 6.000 Exemplaren, die schon einmal im Fundus vorhanden sind und somit doppelt vorliegen. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Rafael García Becerra, wendet sich hierbei vorrangig an Vereine, Schulen und soziale Einrichtungen und betont diesbezüglich, dass „die Bibliothek gesättigt“ sei und damit auch Platz geschaffen werden möchte für zukünftige neue Buchspenden. Die Bibliothek, die im Februar ihr 100-jähriges Bestehen vollendete, ist schon seit Monaten wegen einer Überschwemmung, die einen nicht unerheblichen Schaden an seltenen Büchern und Dokumenten anrichtete, geschlossen.
Gesetz für Feuerteufel
Die europäische Vereinheitlichung trifft dieser Tage auf Unverständnis der Bevölkerung. Ausgerechnet die beliebten Feierlichkeiten zum „Diablo de Tijarafe“ und „Borrachito Fogatero“ werden in Zukunft nur mit (standardisierten) Sicherheitsmassnahmen für die beabsichtigte Belustigung der Besucher abgehalten werden können. So sind beispielsweise Abstände zum „Feuerherd“ von 15 Metern europäischer Standard, der die genannten Festivitäten fast „ad absurdum“ führen würde, ist doch gerade die Nähe zum Feuer Sinn und Zweck der traditionellen Veranstaltungen.
Die Saline schaut nach vorn
Andrés Hernández, Inhaber der Saline in der Südgemeinde Fuencaliente schaut nach vorn und beantragte einen Wechsel der Einordnung seines Unternehmens hin zu einem Lieferanten von „Agrar-Lebensmitteln“. Die bisherige Einordnung in den Sektor „Bergbau“ verhindere die Inanspruchnahme von wichtigen Subventionen und macht diese Formsache für das vorwiegend auf Handarbeit basierende Unternehmen erforderlich.
El Remo ist gerettet
Die Kanarische Regierung hat nach 6 Jahren nun den Antrag des Rathauses von Los Llanos, den Küstenstreifen um El Remo im Plan der zu schützenden Gebiete neu zu ordnen genüge getan und ein entsprechendes Konzept veröffentlicht. Hierbei werde diese Gegend als urbane Zone deklariert, was diesem Ort die nötige Rückendeckung leiste, sich gegenüber der Küstenschutzbehörde zu Behaupten. Direkt betroffen seien 190 Bauten, die nun entsprechend modifiziert werden müssen, um den Standard städtischer Architektur zu genügen. Das Konzept schließe auch den Küstenstreifen bis Charco Verde mit ein, auf diesem nun auch etwaige touristische Einrichtungen möglich sein werden.
Pflege des Kulturhistorischen Erbes
Eine Investition der Behörde für historische Bauten auf den kanarischen Inseln von 60.000 € macht den Erhalt wichtiger kulturhistorischer Bauten auf La Palma möglich. So wird dieser Betrag der Gedenkstätte „Virgen de Fátima“ in Las Manchas, dem barocken Altarbild der „Ntra. Sra. de La Luz“ in Garafía und den Inschriften diverser Kirchen zugute kommen.
Büro der Touristeninformation geschlossen
Ausgerechnet am Flughafen ist das Büro für der hiesigen Tourismusbehörde geschlossen worden. Die Angestellten wurden am selben Tag telefonisch darüber in Kenntnis gesetzt. Was ihnen schleierhaft ist, wurde erst Tage später von ihrer obersten Chefin, der Inselrätin für Tourismus, Beatriz Páez, einer Begründung zugeführt. Eine Rationalisierungsmassnahme, heißt es in der Chefetage, die dazu beitragen soll, Kosten zu sparen bzw. das Personal für anderweitige Aufgaben freizustellen; beispielsweise soll mehr Personal in der Promotion der Insel eingesetzt werden.
Hoher Anteil an befristeten Arbeitsstellen
Im Krankenhaus von La Palma beträgt der Anteil an befristeten Arbeitsverhältnissen für Ärzte mehr als 50%. Dieses Missverhältnis rief eine eilig einberufene Sitzung mit der insularen Gesundheitsbehörde auf den Plan. Die Vorsitzende, María Lorenzo, erklärte den dringenden Bedarf an Klärung dieser instabilen Situation im Inselkrankenhaus. Um die Fluktuation zu vermeiden und den internen Ablauf zu verbessern, fordere Lorenzo in Kooperation mit den Gewerkschaften sofortige Maßnahmen, um den Ärzten eine langfristige Perspektive auf der Insel geben zu können.
Ausgezeichnete Inselweine
Der angesehene Weinführer, die „Bibel“ der spanischen Weine, der „Guía Peñín“, nahm 13 Inselweine in die Wertung und vergab einmal das hohe Qualitäts-Prädikat „außergewöhnlich“, neunmal „hervorragend“ und achtmal „sehr gut“. Hierbei belegte der „Malvasía“ unter den bewerteten Tropfen vorderste Plätze. Die hiesige Weinkontrolle sieht sich in dieser „ausser insels“ vorgenommenen Wertung in ihren Qualitätsproben bestätigt.
Touristische Einrichtungen in Naturschutzgebieten möglich
Der Änderungsantrag hinsichtlich nutzbarer Flächen für den Tourismus auch in Naturschutzgebieten wurde von der zuständigen Stelle als rechtmäßig erklärt. Daher könnten nun auch Bauprojekte in Gebieten verwirklicht werden, die seiner Zeit –per Gesetz- gestoppt wurden. Das 1995 verhinderte Golfplatzprojekt „Tamanca“ könnte so, beispielsweise, bei entsprechender Bewilligung, realisiert werden. Der von den politischen Gruppierungen „Coalición Canaria“ und der „Partido Popular“ eingereichte Antrag stieß bei den Oppositionsparteien und der kanarischen Architektenkammer auf Ablehnung und es will nun geprüft werden, wie dagegen vorgegangen werden kann.
Brüssel fordert Schutz inseleigener Naturräume
Die Europäische Kommission erinnert den Spanischen Staat an seine Pflicht, 174 Naturräume als „schützenswert“ zu deklarieren. Das Verfahren gegen den Verstoß dieser Gesetzmäßigkeit richtet sich konkret gegen die „biogeografische“ Region „Makronesien“, der neben den kanarischen Inseln, auch Madeira und die Azoren angehören. Die einzigartigen Naturräume auf diesen Inseln gelten in Brüssel als „vorrangig schützenswert“, entbehren jedoch immer noch die nötigen Schutzmassnahmen. Die jeweiligen Regierungen hätten versäumt, dem 2007 verabschiedeten Gesuch nachzukommen. Daher würde nun eine übergeordnete Rechtssprechung in Luxemburg darüber entscheiden müssen, welche Maßnahmen zur Anwendung kämen, gab der zuständige Kommissar für Umweltfragen, Stavros Dimas, in einem Kommuniqué an.
Erholungsgebiet wird behindertengerecht
Personen jeglicher Behinderung sollen fortan ebenfalls das Erholungsgebiet „El Pilar“ in der Gemeinde Breña Alta genießen können. Die Inselregierung baut derzeit das Gebiet entsprechend um. So sollen in Zukunft auch Rollstuhlfahrer dieses Areal nutzen können. Damit wird der Bedeutung dieses Bereichs Rechnung getragen, so die zuständige Autorität, Julio Cabrera. Es sei der Ausgangspunkt für eine der attraktivsten Wanderungen der Insel, der „Vulkanroute“ und einer der attraktivsten Besucherpunkte neben dem Nationalpark, den Quellen Marcos und Corderos oder dem Lorbeerwald Los Tilos und daher die ideale Fläche für Betätigungen vieler Art, die auch für Personen mit einer Behinderung genutzt werden können solle. Mit diesem Projekt betritt die Inselregierung auf nationaler Ebene „Neuland“. Ein entsprechender Reiseführer soll bereits acht verschiedene Wanderwege ausweisen, die von Personen mit einem körperlichen Handicap genutzt werden können.
Kreuzfahrt-Tourismus im Kommen
Der Hafen von Santa Cruz de La Palma wird in diesem Jahr die Besucherzahlen des Vorjahres erreichen bzw. sogar übersteigen. Die zur Zeit größte europäische Kreuzfahrt-Reederei „Costa Cruceros“ wird zum Ersten Mal die „isla bonita“ anlaufen und einmal mehr die Relevanz dieses Hafens für die Kreuzfahrttouristik bekräftigen.
Unkontrollierte Kraterbesuche
Das Amt für statistische Erhebungen im Tourismusbereich schätzt die Zahl der Besucher auf dem Vulkan Teneguía auf rund 23000 Personen im vergangenen Trimester. Diese im Vergleich zu Vorjahren große Zahl wird zu einem beträchtlichen Teil auf das rege Interesse der Kreuzfahrttouristen, sich diese einzigartige Landschaft im Süden anzusehen, zurückgeführt. Der Vulkan aber leidet unter dieser unkontrollierten und ungeführten Flut an Naturliebhabern. Nun wird endlich der Ruf nach Schutz und Wegenetz im und um den „Feuerberg“ laut. Allerdings gibt es da eine im Moment unüberwindbare Hürde zu nehmen: Das Vulkangebiet ist Privatbesitz und daher nicht so einfach zu umzäunen. Die leeren Kassen der Gemeinde lassen an Grundstückskäufe nicht denken und so geschieht es, das der Teneguía –obwohl in Not- erst mal unbehelligt bleiben muss. Ungeachtet dessen investiert die Gemeinde Fördergelder in Höhe von 60000 Euro in den Ausbau der bestehenden Anlagen am Vulkan San Antonio.
Geschäftsidee provoziert nationales Aufsehen
Ein von dem inselansässigen Unternehmen für wirtschaftliche Entwicklung „Sodepal“ erdachtes Geschäftskonzept stößt landesweit auf Belustigung bzw. Empörung: Die Firma wirbt auf ihrer Webseite für die Idee, der wirtschaftlichen Krise auf La Palma mittels einer Waschanlage zu trotzen, deren weibliche Angestellte „topless“ dem Autofahrer seine Karosse waschen. Aber damit nicht genug der Kreativität: Des weiteren könne man sich der Kunstfälschung widmen, um auch dem krisengeschüttelten Insulaner einen Picasso zu ermöglichen. Aussicht auf Erfolg verspricht sich das Unternehmen auch mit der Beköstigung der Bauarbeiter mit warmen Essen auf den Baustellen (inmitten der Talfahrt des spanischen Bausektors). Wen das nicht lockt, und wer darüber hinaus über ein ungewöhnliches Aussehen verfügt, der würde eventuell als „Model“ Karriere machen können. Ungewöhnliche Situationen, wie die der Krise, erfordern scheinbar auch hierzuinsels ungewöhnliche Lösungsvorschläge.
Tabak-Tradition
Die in San Isidro angesiedelte Finca „Tabaquera El Sitio“ erntet besten palmerischen Tabak, der noch vor Ort zu den berühmten palmerischen „Puros“ aus 100% inseleigenem Tabak gedreht wird. Das Unternehmen ist das einzige auf der Insel, welches nicht auf die verbreitete Verarbeitung von Tabak aus Übersee setzt. Damit lebt eine alte Tradition fort, die La Palma schon im 19. Jhd. internationalen Ruhm bescherte.
Die unendliche Baustelle
Das Baustellen nicht fertig werden, scheint ein Problem gerade in der Inselhauptstadt zu sein. Noch bevor die zahlreichen -aus öffentlicher Hand getragenen- Baustellen beendet sind, plant man im Rathaus schon die Nächste. Beispielsweise hätte das subterrane Parkhaus an der Avenida El Puente nach bisher 7 Baujahren und einigen Verschiebungen des Termins zur Fertigstellung im Januar fertig sein sollen. Oder die Markthalle, die den Bürgern nun bereits nach ihrer Restaurierung wieder zur Verfügung steht, sollte nach 2 Jahren Umbauzeit wieder ihre Türen öffnen können; es wurden 7 Jahre. Die Mehrzweckhalle, die nun rechtzeitig zu den Feierlichkeiten der „Bajada de la Virgen“ fertiggestellt werden soll, hat mittlerweile 13 Baujahre auf dem Buckel. Daher gibt das in Planung begriffene Bauprojekt zur Schaffung eines Stadtstrandes an der (noch) viel befahrenen „Avenida Marítima“ Anlass zu Kontroversen, denn dessen Bauzeit kann nur in den Sternen stehen.
Strafe für entledigtes Kaugummi
Das in einigen Wochen in Kraft tretende Gesetz zum sauberen Gebrauch öffentlicher Wege kann einem unachtsamen Kaugummi-Kauer teuer zu Stehen kommen: Bei „unsachgemässer“ Entsorgung nach dem Kaugenuss kann eine Strafe bis 300 Euro verhängt werden. Aber auch anderen Schmutzfinken wird gebührenpflichtig eine Lektion erteilt: etwa beim schnellen Ausschütten des Autoaschenbechers auf die Strasse oder dem flinken „Wasserlassen“ hinter dem Busch. Wer sich gar seines Autos entledigen will, indem er es einfach irgendwo „abstellt“ riskiert Geldstrafen bis zu 30.000 Euro. Das bei den Verschmutzungen der Täter dazu verpflichtet wird, den Originalzustand der verdreckten Fläche wiederherzustellen, hat Beispielcharakter.
Uniformes Cafégestühl
Das Rathaus in Los Llanos hat sich zu einem harmonischeren Stadtbild entschlossen und erlässt eine Maßregel zur Vereinheitlichung der sich auf öffentlichen Stellen befindenden Stühlen und Tischen der Bars und Cafés. Betroffen sind im Stadtgebiet rund 50 Betriebe, die innerhalb eines Jahres ihr Gestühl in Größe, Farbton und Design den Erfordernissen anzupassen haben.
Museale Außenanlagen verschönert
Das Museo Arqueológico Benahoarita (MaB) von Los Llanos bekommt ausgeschmückte Außenanlagen. Mit dieser Maßnahme möchte man die Umgebung des Museums attraktiver gestalten und auch die Anbindung an das Stadtzentrum verbessern. Themenbezogene Elemente im Außenbereich sollen auf die Exponate innerhalb des Museums Lust und den Aufenthalt außerhalb des Gebäudes angenehmer machen.
Zwischen Puerto Naos und Charco Verde
Der Küstenstreifen zwischen diesen beiden Ortschaften bekommt ein neues Gesicht. Geplant sind Arbeiten an Fußgängerwegen, Parkplätzen, Aussichtspunkten und die verbesserte Anbindung der „Playa de Las Monjas“. Die Bauarbeiten erstrecken sich auf eine Länge von 1,6 km und eine Breite von 2 m. Sie sollen 7 Monate dauern und 2,5 Millionen Euro kosten.
Heimatloses Guanchengesicht
Die Polemik, die der geplante Umzug der Figur des Guanchengesichts im Zentrum von Los Llanos auslöste, geht weiter. Noch immer ist man sich im Rathaus nicht einig, wohin denn nun die Skulptur soll. Einig ist man sich nur, dass bisher anvisierte Stellen an der Avenida Enrique Mederos und der Avenida Doctor Fleming aus Mangel an entsprechenden Stellplätzen nicht in Frage kommen. Über den Ersatz der Skulptur an seiner bisherigen Heimatstelle bestehe jedoch Konsens: Ein Springbrunnen soll das eiserne Gesicht ersetzen.
Sauberer Atlantik
Eine internationale Konferenz zur Vorsorge und Beseitigung von Verschmutzungen sowie zum Schutz des Nordöstlichen Atlantiks fand auf La Palma statt. Die Organisation „OSPAR“ lud 30 Techniker aus 15 Nationen dazu ein, über die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Meeresverschmutzung zu diskutieren.
Knochenfund
Das Wiederauftauchen von Gebein der Ureinwohner von La Palma sorgte für Aufregung im Rathaus von El Paso. Die Knochen wurden vor 38 Jahren beim Bau einer Gemeindestrasse zusammen mit Keramikresten gefunden und in einer Kiste im Rathauskeller aufbewahrt. Allerdings führte man kein Buch und so wurde der Fund über die Jahre schlicht vergessen und dann als verloren gegeben. Erst kürzlich wurde die Holzkiste bei einer Materialsichtung im Untergeschoss des Gemeindehauses entdeckt. Nach Kenntnisnahme des Schatzes und Benachrichtigung des „Museo Arqueológico Benahorita“ (MaB) fanden die Überreste dort ihre letzte Ruhe.
Ärger um die Parkplätze
Die neuen Stellflächen des Flughafens geben den Autovermietern Anlass zur Klage. Anfang März soll ein Teil der Parkplätze im neuen Flughafengebäude den Mietautos gehören, wenn von deren Unternehmen die entsprechende Pacht an die nationale Flughafenbetreiberfirma AENA gezahlt wird. Allerdings beklagen diese, dass die Bauarbeiten noch andauern und noch immer der Zugang von den Parkplätzen zum Terminal fehlen würde und sehen aus diesem Grund von jedweder Zahlung ab. Den Kunden sei diese Situation nicht zuzumuten. Die Inselrätin für Tourismus intervenierte und bat die Flughafenleitung, die Stellflächen erst freizugeben, wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen seien.
Ausgezeichnete Schule
Der nationale Preis „eTwinning“ wird dieses Jahr an die Schule „La Rosa-Camino Viejo“ in El Paso vergeben. Das Projekt „eTwinning“ ist eine elektronische Schulvereinigung und wurde 2005 ins Leben gerufen, um den Austausch von besonderen Kenntnissen und Erfahrungen im Internetbereich zu fördern.
Auf den Hund gekommen
Die einzige offiziell anerkannte Hunderasse der Insel, der „Pastor Garafiano“, wurde zur Messe nach Granada eingeladen. Die in den 1980er Jahren vor dem Aussterben gerettete Hunderasse soll nun auch internationale Anerkennung finden und ist daher mit 15 Exemplaren auf dieser Schau in Andalusien vertreten gewesen.
Kompetenzgerangel um Nationalparks
Wer in den Nationalparks des Archipels entscheidet, hängt nicht von Äußerlichkeiten ab, sondern auch hier beschließt die Politik, was getan oder gelassen wird. Nun streiten sich derzeit darüber die Regierungsparteien in Madrid, Las Palmas und die einzelnen Inselregierungen. Einen Anspruch darauf hat jedes hier genannte Organ und nun werden Forderungen laut, das Gerangel um Entscheidungsgewalt zu beenden und klar zu definieren, wer in welchem Park was zu sagen hat. Alle wollen mitreden, und das wird wohl auch in Zukunft der Fall sein, denn es ist viel (Förder-)Geld mit im Spiel und die Verwaltung dieser Summen obliegt –hierarchisch angesiedelt- nicht nur den Gemeinden, in denen sich der Park befindet, sondern eben auch übergeordneten Stellen. Es wird daher u.a. über ein zentrales Organ der Kompetenzverteilung für die Kanaren sinniert, in denen alle repräsentiert sind und eine Verwaltung dieser Naturräume ohne größere Reibungsverluste möglich ist. Ein in der Politik nicht einfaches Unterfangen.
Ausbesserungen am Wanderwegenetz
Die Inselregierung hat mit ihren Arbeiten zur Verbesserung der Anbindung des Strandes “Playa del Jurado” in der Gemeinde Tijarafe an den Wanderweg PR LP-12.2 begonnen. Auf Seiten der Verwaltung heißt es, das diese rund 10 km lange Strecke in Zukunft den großen Pfad GR 131 kreuzen soll, um eine optimierte Verbindung zwischen dem Küstenbereich und dem Dorfkern zu schaffen. Neben den Säuberungs- und Instandsetzungsarbeiten ist auch ein kleiner Aussichtspunkt vorgesehen, der die Attraktivität dieser Wegstrecke steigern soll.
Pilotprojekt
Ein einzigartiges Projekt soll im öffentlichen Transportwesen für mehr Bewegung sorgen: In Zukunft wird es möglich sein, die von der Inselregierung ausgegebenen Gutscheine zur kostenlosen Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch bei Taxifahrten zu verwenden. Bereits 73% der Taxiflotte sind bisher mit den entsprechenden Geräten ausgerüstet. Dieses in Probe befindliche Projekt soll den Fahrgästen eine verbesserte Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ermöglichen und den Taxis eine bessere Auslastung bescheren. Außerdem sei auch das Befördern von Fahrgästen aus anderen Gemeinden als der lizenzierten in Zukunft möglich. Bisher durfte das Taxi nur Gäste in seiner „Heimatgemeinde“ aufnehmen. Allerdings sind längst nicht alle Taxichauffeure mit den Änderungen einverstanden: Immerhin traten schon 16 Taxifahrer aus dem Verbund aus und gründeten einen Neuen – um beim Alten zu bleiben. „Nolens Volens“ am Taximeter hat auch sein Gutes.
Leere Betten
Noch bevor der traditionell von Nordeuropäern gut besuchte kanarische Winter begonnen hat, liegen dem Zentrum für touristische Initiativen die ersten Zahlen hinsichtlich der zu erwartenden Bettenbelegung vor. Wie der Verantwortliche dieser Einrichtung, Alfredo Capote, besorgt verlauten liess, erwarte die Insel für diesen Zeitraum das schlechteste Ergebnis an Touristenbeherbung seit Anbeginn der Erhebungen. „Die Daten, die uns für die kommenden Wintermonate vorliegen, sind desolat“, heisst es im Jargon des Zentrums. Lediglich knapp 35% der Betten, die diesem Sektor zur Verfügung stehen, würden belegt werden. Hierfür werde die allgemeine schlechte finanzielle Lage und der Abbau an Direktflügen, die die Insel mit Nordeuropa und dem spanischen Festland verbinden, verantwortlich gemacht. Nur 25 Flugverbindungen pro Woche seien zu wenig. Hochgerechnet auf die wöchentliche Anzahl potentieller Besucher bedeute dies, das maximal 3800 ausländische Gäste pro Woche auf die Insel kommen könnten – wenn denn eine volle Auslastung der Flugzeuge erzielt werden würde. Demgegenüber stehen dem nach Erholung Suchenden über 12000 Betten bereit – eine klare proportionale Schieflage.
Fuencaliente ohne Extras
Der Bürgermeister von Fuencaliente sieht sich angesichts der prekären finanziellen Leere seiner Kassen gezwungen, alle Extrazahlungen an seine Mitarbeiter bis auf Weiteres auszusetzen. Zusätzlich würden bis zu 20 öffentliche Stellen im Gemeindehaus abgebaut werden müssen, um einem finanziellen Knockout zu entgehen. Darüberhinaus ziehe man in Betracht, die Bezüge der Angestellten der Gemeinde zu kürzen. Massnahmen, die dem Rathaus bis zu 330000 Euro ersparen und einem drohenden Bankrott abwenden würden. Jedoch bleibt diese Rechnung noch ohne die Zustimmung der Gewerkschaft CCOO, die bereits Unnachgiebigkeit signalisiert. Sowohl für die Erhaltung der Arbeitsplätze als auch für die vollständigen Zahlungen der Extravergütungen müsse gekämpft werden. Man sei aber zu Verständigung und Verhandlung bereit, heisst es aus den Reihen der Gewerkschaft.
Wohnen für die Hälfte
In Tazacorte soll sich wohnen lohnen: Das Rathaus verabschiedete den Entscheid, neuen potentiellen Wohnungseigentümern in ihrer Gemeinde mit bis zu 50% Steuererlass auf ihre neuerworbene Immobilie das Wohnen zu versüssen. „Theoretisch könnten auf diese Weise 234 Familien entlastet werden“, gab der Vize-Bürgermeister von Tazacorte, Juan Miguel Rodríguez, an und unterstrich dabei „die wichtige Bedeutung dieser Massnahme und die grosse Anzahl potentieller Wohnungskäufer, die so steuerlich begünstigt werden würden.“ In welchem Grade eine Steuerbegünstigung Anwendung findet, würde von der jeweiligen finanziellen Situation der zukünftigen Gemeindemitglieder abhängen. Um auf der anderen Seite die Baufirmen zu mehr Bautätigkeiten anzuregen, stellt das Rathaus den Unternehmern auf diesem Sektor unter anderen Anreizen eine steuerliche Begünstigung von immerhin 30% in Aussicht.
Jubiläum der moderaten Erleuchtung
Das Gesetz zum moderaten Einsatz von Leuchtmitteln aller Art, das den Observatorien auf dem Roque de los Muchachos einen ungetrübten und vor allen Dingen lichtfreien Blick in den Nachthimmel ermöglicht, feiert sein 20-jähriges Bestehen. Seinerzeit beispielhaft, hat sich dieses Gesetz auch in anderen Provinzen Spaniens wie Katalonien, Balearen und Andalusien etablieren können. Anfangs hatte dieses Gesetz noch erklärungsbedürftigen Charakter, da es hiess, nur bei maximaler Beleuchtung seien die Strassen und Häuser des Nachts sicher. Mit den Jahren jedoch entwickelte sich das Sicherheitsbedürfnis und dank einer wachsenden Neugier auf den Nachthimmel und der Unterstützung durch Unesco kann man hierzuinsels einen fantastischen Ausblick auf das Gestirn auch ohne Guckrohr geniessen. Die Profis wissen um den Wert eines solchen Reglements, daher feierte auch die wissenschaftliche Einrichtung hoch oben auf dem Roque diesen Erlass im kleinen Rahmen. Die öffentlichen Verwaltungen, übrigens, liessen es sich hinsichtlich einer lichtarmen Ausleuchtung der nächtlichen Insel etwas kosten: Seit in Kraft treten wurden bisher drei Millionen Euro für die entsprechenden Leuchtmittel investiert. Denn dieses Gesetz zum Schutze des Nachthimmels beinhaltet noch drei weitere Richtlinien, wie die periodische Messung von Radiofrequenzen und deren Abschirmung, den Verbot jeglichen Luftverkehrs über den Observatorien und den obligaten Verzicht auf Industrieeinrichtungen oberhalb der 1500-Meter-Grenze.
Bauschutt für Hafenerweiterung
Der Hafen von Tazacorte erfreut sich jüngster Tage regen Besuchs aus dem Gemeindehaus: Zur geplanten zweiten Erweiterung der Hafenanlagen sucht die Gemeindeverwaltung händeringend geeignetes Material für das Fundament, das die nicht unerhebliche Menge von 1,5 Millionen Kubikmeter Baustoff verschlingt und die Anlagen auf 1250 m2 vergrössern würde. Die zuständigen Gemeinde- und Unternehmensvertreter suchen nun auf inseleigenen Steinbrüchen und Kiesgruben nach entsprechenden Material. Es wird an gleicher Stelle angegeben, dass „die Beschaffung solcher Mengen an Baustoff auf einer Insel mit geschützter Bodenfläche problematisch ist“. So müsse wohl dazu übergegangen werden, an diversen Stellen zumindest einen erwähnenswerten Bruchteil der benötigten Gesamtmenge abzubauen. Erste Überlegungen führen die Mitarbeiter der Verwaltung in den Barranco de las Angustias und an den Hafen selbst, wo grosse Teile der hinteren Felsenküste abgerissen werden sollen. Diese Lösung würde auch den Hafengast erfreuen: Es würde der Grosslastverkehr auf den öffentlichen Strassen, der während der Abbauarbeiten an anderer Stelle zwangsläufig entstehen würde, auf ein Minimum reduziert werden können.
Kunsthandwerk für die Kleinen
Die Inselregierung, und allen voran die verantwortliche Inselrätin für Kunsthandwerk, Clara Isabel de Paz, möchte den Schülern die Tradition des Kunsthandwerks schon in der Schule näher bringen und bietet daher entsprechende Nachmittagsaktivitäten in den Schulzentren an. Mittlerweile seien es schon 6 Schulen, die nach dem regulären Unterricht theoretisch und praktisch die kunsthandwerklichen Kenntnisse den interessierten Schülern vermitteln. Besonderen Wert werde diesbezüglich auf die Vermittlung kunsthandwerklicher Werte gelegt sowie auf eine Einweisung in Kultur und Tradition der Insel.
Endemischer Umweltdünger
Das Problem soll die Lösung sein: Aus den Unmengen von pflanzlichen Abfällen – zuförderst die der Banane – lässt sich auf La Palma wunderbar Dünger herstellen. Im neu eröffneten Umweltkomplex von Mazo wurde von der CIAB (Centro de Investigación y Análisis Biológicos) ein Projekt „Kompost und Dünger“ ins Leben gerufen. Diese Abfälle sind bislang ein Milieuproblem, dass nun einer umweltverträglichen Lösung zugeführt werden soll. Es wird mit diesem Projekt versucht, die Möglichkeiten einer gewinnbringenden Verarbeitung organischer Abfälle in Form eines Nebenproduktes für die Landwirtschaft auszuloten. Die Menge würde ausreichen, 200.000 m2 landwirtschaftlich genutztes Gelände oder – anders gerechnet – 37 Fincas zu bedienen.
Bananenbrei
Cremige Aussichten: Nun soll in der ehemaligen Tabakfabrik in El Paso JTI die Banane doch noch zu Muss gemacht werden. Durch eine Initiative der Inselregierung wird das „Projekt Frutín“ im ersten Drittel des kommenden Jahres voll funktionsfähig sein. Das versicherte der Inselrat für Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung, César Martín. Das Vorhaben besteht in der Vermarktung zweier Produkte, die aufs Engste mit der vornehmsten Frucht der Insel, der „Plátano“, verbunden sind: Banane als Muss und Banane getrocknet. Was den Muss angeht, soll er für den Endverbraucher in individuelle Portionen verpackt werden oder in 200-Kilo-Kanistern für den weiteren Verbrauch in der Lebensmittelindustrie abgesetzt werden. Wie der César Martín unterstreicht, erreicht dieses Produkt eine Mindesthaltbarkeit von 1,5 Jahren – und das frei von Konservierungsmitteln und chemischen Zusätzen. Für die Trocknung gibt es einen Ofen, der anderthalb Tonnen Bananen pro Tag verkraften kann. Die Marktchancen für beide Produkte schätzt der Inselrat für Landwirtschaft als „ausgesprochen interessant“ ein. Die Inselregierung zählt im Augenblick auf einen französischen Distributeuer, der 30 Tonnen getrocknete Bananen zu kaufen beabsichtigt, die man aus 120 Tonnen Frischfrucht gewinnen wird. Die voraussichtliche Investition in der 1.400 m2 großen JTI-Fabrik beläuft sich auf 800.000 Euro – abgesehen von fälligen Renovierungen, sanitären Einrichtungen, Lagerräumen und einer Reifekammer.
Caldera: Nager im Kessel
Nager sind auf La Palma relative Neubürger – und ein großes Problem: Kaninchen und Ratten bedrohen die endemische Pflanzenwelt in der Caldera de Taburiente. Eine Gruppe von Spezialisten betreibt nun Feldforschung. Dazu haben sie verschiedene Parzellen eingezäunt, in denen sie die Wirkung der eindringenden Tiere auf die Flora des Nationalparks untersuchen. Der aus verschiedensten Fachbereichen bestehenden Gruppe stehen dafür modernstes Hilfsmittel zur Verfügung. Die Wissenschaftler werden noch bis Ende 2009 tätig sein. Neben der aktuellen Feldforschung beschäftigen sie sich auch mit der Analyse von Daten, um beurteilen zu können, wie der optimale Unterwald ohne die eingeschleppten Nager zusammengesetzt sein müsste. Parallel dazu kooperiert eine Gruppe Vogelkundler von der Spanischen Ornithologischen Gesellschaft (SEO) mit der Errichtung und Beobachtung freier Flächen, auf denen sich die empfindlichsten Pflanzenarten unter Aufsicht erholen können.
Der Schaden durch die Pflanzenfresser wächst. Die Zahl der bedrohten Arten wurde für 1998 mit 64 ermittelt, 2001 waren es schon 72. Außerhalb des Protokolls geht man aber von etwa 160 betroffenen Arten aus. In den letzten Jahren stellte man fest, dass beispielsweise die Ratten – die eigentlich ihr Unwesen im Lorbeerwald treiben – in starkem Masse an den festgestellten Schäden an Pinien und Gebirgsbüschen beteiligt sind.
Tijarafe: Ein Heim für Tiere
Das lang ersehnte und geforderte Heim für herrenlose Tiere wird nun in Tijarafe etabliert. Die Entscheidung kam nicht zuletzt durch den Druck von über 1 800 gesammelten Unterschriften von Tierfreunden zustande. Auf Antrag der Volkspartei „Partido Popular“ kam es zu einer Übereinkunft mit dem Rat für Umwelt der Inselregierung, Julio Cabrera, und dem „Ayuntamiento“ von Tijarafe, in dem eine Nutzungsumwidmung des Grundstücks, auf dem das Heim angesiedelt werden soll, festgelegt wurde. Cabrera, der die Finanzierung des Baus dieser Herberge durch die Inselregierung zusicherte, unterstrich, dass „es sich um eine Geste der Hilfe und des Guten Willens handle.“ Weiterhin zeigte er sich hochzufrieden über das hohe Niveau der geleisteten Arbeit der unlängst gegründeten Gruppe von Tierschützern auf La Palma „GADA“ (Grupo de Acción y Defensa de los Animales en La Palma), die einen enormen Einsatz hinsichtlich des Einfangens und anschließender Pflege der Tiere gezeigt hätten.
Rekord-Ricardo
Rekordschwimmer Ricardo Miguel Garcia Castro aus Tijarafe wollte es im September noch einmal wissen. Nachdem er 2004 von La Gomera nach La Palma geschwommen war und 2007 die Isla Bonita komplett umrundet hatte, startete er diesmal auf Lanzarote mit Ziel Heimat. Nach den ersten 155 Seemeilen gönnte er sich auf Teneriffa eine Verschnaufpause, um danach die verbleibenden 72 Seemeilen bis zum Hafen von Santa Cruz zurück zu legen.
32 Schwimm-Stunden hatte er für die 222 nautischen Meilen veranschlagt. Am 24. September mittags legte er fahrplanmäßig vorm Club Nautico an.
SPANNUNG IN DER OST-WEST-ZIEHUNG
Die Meinung über die Art und Weise der Kabelführung vom Kraftwerk Ost zum Fortschritt West gehen weiter auseinander. Die Unelco machte einen erneuten Vorschlag, der aber weiterhin über weite Strecken von einer freihängenden Leitungen ausgeht. Das gefällt weder der betroffenen Gemeinde Breña Alta – deren Bürgermeister ausdrücklich erklärte „el municipio no va a permitir que se instalen líneas aéreas de alta tensión.” Auf gut Deutsch: „nicht mit uns!“ – noch der Empfängergemeinde im Aridanetal. Die Bürgermeisterin von El Paso nämlich, gab eine Umweltstudie in Auftrag, die ersteinmal Aufschluss über die Notwendigkeit einer solchen Verlegung geben soll. Auch das politische Haupt der Insel, José Luis Perestelo, der zugleich oberster Hüter der natürlichen Räume (Presidente del Patronato de Espacios Naturales) ist, spricht sich dagegen aus. Die Unelco hat also für viel Spannung gesorgt. Alle Beteiligten sind sich darüber einig, das die neue starke Liefer-Leitung nötig ist. Ohne sie keine Industrieansiedlung im Aridanetal. Das technische Problem an der unterirdischen Verlegung dieser Leitung sieht Unelco im Inselboden begründet: Es sei nicht möglich, die Leitung unterirdisch auf einer Strecke von mehr als 13 km zu verlegen. Die Alternative, einen der Tunnel durch die Cumbre zu verwenden, wurde hingegen von der Unelco abgelehnt.
Die Morgenschwimmer am Stadtstrand von Santa Cruz haben sich bisher nicht zu Wort gemeldet. Sie würden möglicherweise sagen: Wenn ihr das Aridanetal zu einem Industriestandort machen wollt, dann baut doch klugerweise ein modernes Kraftwerk direkt am neuen Seehafen von Tazacorte.
NACHBARS VIEH
Das auf La Palma produzierte Fleisch soll – mal wieder – sein eigenes Herkunftssiegel bekommen. Zu so etwas braucht man bekanntlich zuerst ein Projekt und eine Form von Abkürzung: „Carnepal“ wird in Kürze vom Cabildo „in Marsch gesetzt“. Das teilte der „Landwirtschaftsminister“ César Martín mit, der das Projekt „jetzt reaktivieren“ will, wozu auch ein Verein mit Statuten gegründet wird. Es geht nicht alleine um die inseltypischen Tiere – razas autóctonas –, sondern des weiteren auch um andere Rassen: „Wir suchen ein Zertifikat mit der totalen Garantie für den Verbraucher, dass dieses Fleisch dann und dann und unter der Kontrolle des Landwirts hier auf der Insel produziert wurde“ erklärte Martin, Consejal für Agrikultur und Wirtschaftliche Entwicklung. Die Fleischproduktion soll „ein entscheidendes Element für die Rettung der hiesigen Viehzucht sein….Kann allerdings preislich mit Fleisch vom Festland oder Brasilien nicht konkurrieren.“ Aus diesem Grund setzt man auf Qualität und Besonderheit: Carnepal der Tiere La Palmas soll ein komplett anderes Produkt als die eingeführte Ware sein. – So anders, dass man sogar daran denkt, es irgendwann einmal zu exportieren….
TREIBHAUSDACH-EFFEKT
Was der Banane lieb ist, kann Alternativenergien bald billig sein – Sonne von oben. Die Umweltuniversität von La Palma lanciert die Idee, die Dachflächen der unzähligen (und unseligen) Treibhäuser mit Sonnenkollektoren zu bestücken. Das würde Eingriffe in die Landschaft minimieren, saubere Energie liefern und neue Marktnischen erobern. Der Leiter der „Universidad Ambiental“, Mauro Fernández, erklärte, dass momentan eine Firma dabei sei, eine technische und wirtschaftliche Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Die Idee der Doppelnutzung würde einen wichtigen umweltpolitischen Impuls für die Insel bedeuten, zumal hier auf La Palma das hochgesteckte Ziel der Selbstversorgung ausschließlich aus erneuerbaren Energieformen immerhin schon als gute Absicht verbal angepeilt ist.
Laut Fernández würde die Verschandelung der Landschaft durch die Treibhäuser die ja für die Aufzucht der Banane durchaus Sinn machen, durch die zusätzliche Nutzung abgemildert. Der Treibhausdacheffekt besteht auch darin, dass die bestehenden „invernadores“ vorzugsweise in Gebieten mit hoher Sonneneinstrahlung, wie etwa dem Aridane-Tal oder im Süden Fuencalientes, zu finden seien.
Die technische Herausforderung bei der Doppelnutzung wird darin liegen, dass Solarpanelen und Plátanos sich nicht um den eigentlichen Motor der Konstruktion streiten: Die Sonne.
MIT DER KRAFT ZWEIER HERZEN: ALTENTREFF UND BIBLIOTHEK IN EINEM
Breña Alta baut an einem Mehrzweckgebäude, das im Herzen von San Pedro als sozialkultureller Treff der Einwohner werden soll. Momentan treibt ein Beschäftigungsprojekt die Arbeiten voran. Auf mehr als 2000 m2 Grundfläche geht es nun wieder weiter. Wie der Vize-Bürgermeister Jorge González erklärte, finanzieren sich die Bauarbeiten aus Mitteln der Gemeinde Breña Alta, der Inselregierung, des Spanischen Städtetages und der kanarischen Regierung. Durch diesen gemischten Geldtopf möchte man einer Fertigstellung des „núcleo sociocultural“ wieder einen Schritt näher kommen. In einem der Geschosse soll sich eine Tagesstätte für Senioren des Ortes befinden. Aber auch andere Formen des menschlichen Austausches sollen hier praktiziert werden können. Stichwort: Blutspendeannahmestelle. In einem weiteren Geschoss soll die Bibliothek untergebracht werden, die zur Zeit noch im Ayuntamiento ihre Räumlichkeiten hat. Nicht nur schlichte Bücherhalle, sondern erweitert um Lesesaal, Videothek und Telecenter. Beide Ziel- und alle Altersgruppen könnte ein weiteres wichtiges Detail an den multifunktionalen Ort locken: im Untergeschoss kann geparkt werden.
PILOT-PROJEKT AUF DEM FLUGHAFEN
Der Flughafen von La Palma bekam – zusammen mit Barajas (MAD) und Rodeos (TFN) grünes Licht für „Green Light“ und damit zur Teilnahme an einem Pilotprojekt zur Verringerung der Emissionen, die den Treibhauseffekt begünstigen. „Green Light“ wurde von der Europäischen Kommission initiiert und wird von ihr gefördert. Es hat weder mit den tollkühnen Männern noch mit ihren fliegenden Kisten zu tun, sondern bezieht sich beispielsweise auf die Beleuchtungssysteme der Flughäfen und eine Minimierung des Verbrauchs durch den Einsatz rohstoffsparender Systeme, sowie der Versorgung der Anlagen durch Solarenergie, Photovoltaik oder Windkraft. Zielvorgabe also: Runter vom Treibhaus-Gas!
HEIMATLOSER EINHEIMISCHER
Die regierenden Ratsherren von Los Llanos sind ratlos: Sie wissen nicht, wohin mit der Skulptur „Guanche, der die Sonne anschaut“ des Künstlers Fernando Bellver. Die letzten sieben Jahre verbrachte der Einheimische auf einer belebten Kreuzung und schaut zudem und zunehmend in dichte Baumkronen, statt in den Himmel. Zwar handelt es sich bei der Plastik um ein Exponat des kulturellen Aushängeschilds von Los Llanos „Museum in der Strasse“, dennoch scheint Vielen die Lage im Schnittpunkt der Avenidas Enrique Mederos y Doctor Fleming dann doch etwas zu exponiert. Verschiedene Alternativen sind im Gespräch, wie etwa auf den Mirador de Las Angustias an der „Schlucht der Todesängste“. Man sucht seit einem Jahr vergeblich. Keine lange Zeit für einen Politiker – und für einen Guanchen schon gar nicht.
LOCHNESS NUN AUCH FÜR LA PALMA?
Die internationale Organisation für die Bewahrung der Natur (UICN) präsentierte auf ihrem Weltkongress einen kleinen bzw. grossen kanarischen Protagonisten, der allerdings offiziell gar nicht existiert: Die Begründung für dieses Paradox liegt in der Veröffentlichung der Liste der bedrohten Tierarten, in der das „Wiederauftauchen“ des seit 500 Jahren nicht existenten „palmerischen Riesenlagartos“ vermerkt ist. Befragte Kompetenzträger hier auf der Insel, wie „Umweltrat“ José Cabrera Rocha bestreiten das glatt: „Es gibt keinerlei wissenschaftlichen Hinweis auf das Wiederauftauchen dieser Art.“ Der Beweis der Gegenseite: ein im Internet geisterndes Bild des renommierten Reptils. Kurios: Foto eines Fabelwesens… Das kommt einem doch irgendwie… schottisch vor. Man sollte unser „Nessie“ hegen und pflegen, statt es wissenschaftlich zu vertreiben. Tourismusexperten sind gefragt.
Habe die Artikel gerade mit großem Interesse gelesen. Sie sind flott geschrieben und bieten eine Menge Informationen.
Wie wäre es mit “In Kürze” als Überschrift? Außerdem fände ich Datums-Angaben sinnvoll.
Gruß
Kristine
Von: Kristine Schmieding am 6. Mai 2009
um 20:48
Vielen Dank für Deine Anregungen, ich werde sie noch heute auf der “Redaktionskonferenz” auf den Tisch bringen! LG Stefan.
Von: lapalmacast am 7. Mai 2009
um 10:01