Verfasst von: lapalmacast | 21. April 2009

Bei Anruf 900

Die Servicenummern 901 und 902 sind in allen Fällen kostenpflichtig.

Das gute alte „Fräulein vom Amt“ ist ja mittlerweile sicherlich selbst „Oma“ geworden und blickt auf ihre ruhmreiche berufliche Vergangenheit zurück. Es ging wohl auch nicht immer gemütlich zu, an der Strippe, aber man erinnert sich ja lieber an die guten Tage, an denen bestgelaunte Telefonkunden einem nach erfolgreicher Vermittlung noch „einen schönen Tag“ wünschten.

Das kommt heutzutage wohl nur noch eher selten vor, denn zum Einen sind die geglückten und zufriedenstellenden telefonischen Gesprächssituationen mit dem Kundenservice der Unternehmen verhältnismäßig rar geworden und zum Anderen bliebe solch ein Frohmut von der anderen Seite gänzlich unreflektiert, da heute ja in fast allen Fällen ein komplexer Anrufbeantworter das Gesuch des Anrufers nach Beratung in die Wege leitet.

Und dieser Service-Mechanismus der einschlägigen Unternehmen der Bank-, Versicherungs- oder Telefonbranche ist hierzulande oft unter der Nummernfolge 901… bzw. 902… zu erreichen. Das mit einem Anruf dieser Nummernfolge Kosten entstehen, ist nicht immer bekannt, und in welcher Höhe denn diese ausfallen, ist manchmal nur schwer zu ermitteln. In vielen Fällen gibt es für den Kunden dann auch keine andere Möglichkeit, als bei einem Rücksprachebedarf eben diese entgeltlichen Nummern anzuwählen, die auf den Rechnungen stets besonders gekennzeichnet werden.

Nun haben die Telefonkunden auch hierzulande längst sogenannte „Flatrates“, die es ihnen ermöglichen, nationale Gespräche kostenlos zu führen –sind diese Kosten doch oft schon mit einer Internetverbindung, und damit verbundener Pauschalgebühr, abgedeckt. Allerdings fallen die genannten Servicenummern nicht in dieses „alle-landesweiten-Telefongespräche-einschliessende-Gesprächspacket“, sondern werden extra berechnet. Warum also sollte man für etwas bezahlen, was auch kostenlos zu bekommen ist?

Auf der Suche nach einer Antwort bzw. in diesem Fall nach den äquivalenten Festnetznummern der Kundenservice, die dann bei entsprechender Nutzung der pauschalen nationalen Festnetztelefonie gratis sind, hilft nun eine Webseite im Internet: unter www.nomasnumeros900.com lassen sich diese alternativen -und dann wieder kostenfreien- Telefonnummern unkompliziert herausfinden.

Die nicht ganz unumstrittene Rechtslage macht es den Unternehmen auch nicht gerade einfacher, ihre „900er Nummern“ auf lange Sicht zu etablieren und vielleicht lassen sie sich ja bei eifrigem Boykott von „90x“ und Nutzung der optionalen Telefonnummern wieder auf den Teppich des kostenfreien Kundenservice zurückholen.


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