Verfasst von: lapalmacast | 17. Juni 2009

Schluss mit anonymen Kartentelefonen

In nur 5 Monaten sollen die Personendaten aller Inhaber eines Kartenhandys erfasst sein.

Rund 600.000 Bewohner des kanarischen Archipels mit Kartentelefonen sind aufgerufen, sich bis 8. November 2009 bei ihrem Netzbetreiber zu melden, um sich identifizieren zu lassen. So soll einem Datenschutzgesetz vom Oktober 2007 genüge getan werden, das die Identifizierung der Kartentelefoninhaber verlangt und dessen Zeitfrist nun –nach zwei Jahren- im Herbst ausläuft. Bei Nichtantritt würde postum die Telefonnummer des Kunden mit sofortiger Wirkung eingestellt werden. In Spanien sind insgesamt 15 Millionen Teilnehmer betroffen, die vor dem 9. November 2007 Inhaber eines Kartentelefons waren.

Karte für's Kartenhandy ohne Vertrag

Karte für's Kartenhandy ohne Vertrag

Kostenpunkt

Auf die Anbieter kommen diesbezüglich in den nächsten 5 Monaten nicht unerhebliche Zusatzkosten zu, da sich bisher nur ein Viertel aller Nutzer identifiziert haben und daher befürchtet wird, dass spätestens im November ein beträchtliches Arbeitsaufkommen ohne Vergütung die Betreiber belasten wird. Obendrein verfügen längst nicht alle neuen Unternehmen in dieser Branche über ein entsprechendes Servicenetz mit entsprechenden Anlaufstellen, was eine weitere Hürde für den Kunden darstellt, sein Anliegen bearbeitet zu wissen. Es wird außerdem erwartet, dass ein Grossteil der Konsumenten erst nach Ablauf dieser Frist und nach der daraus resultierenden Einstellung der Telefonverbindung zum Netz sich beim Netzbetreiber melden wird. Es wird daher dringend dazu geraten, sich schon jetzt um den Erhalt zu kümmern und bei den Büros der Telefonanbieter die entsprechenden Angaben zur Person zu machen.

Ursache der Maßnahme

Die Gesetzesverabschiedung zur obligaten Identifizierung aller Mobilfunkteilnehmer resultiert aus dem Terroranschlag der ETA auf die Madrider Bahnhöfe vom 11. März 2004. Zur Vorbereitung und Durchführung dieses gewalttätigen Aktes wurden anonyme Kartentelefone benutzt, die nur schwer von staatlicher Stelle zu verfolgen waren. Durch die allgemeine Datenhinterlegung aller Handynutzer wird ein gewisser Sicherheitsstandard geschaffen werden, der es den entsprechenden Stellen erlaubt, den Inhaber des jeweiligen mobilen Endgerätes zu ermitteln. Dass diese Maßnahmen nicht nur auf Verständnis stoßen, liegt auf der Hand. Es sind Stimmen zu verzeichnen, die gegen ein solches Eindringen in die Privatsphäre Widerspruch erheben und Zweifel an der Effektivität dieser „Anti-Terror-Maßnahme“ hegen. Im Gegenteil, es würde die Attentäter nur noch dazu animieren, sich im Vorfeld ihrer Anschläge ihren Bedarf an Mobiltelefonen illegal zu befriedigen oder gleich auf die gute alte Telefonzelle zurückzugreifen. Im letzten Jahr betrug die Zahl der gestohlenen Funktelefone 182.000. Die mögliche Schlussfolgerung, dass es sich hierbei um Diebe aus dem terroristischen Umfeld handele, wäre nun allerdings lediglich eine undifferenzierte Mutmaßung.

Die Kampagne

Um die Handynutzer mit Kartentelefonen zur Datenhinterlegung zu bewegen, hat das spanische Innenministerium die Werbekampagne “Registrier dich!” gestartet. Das Verfahren, sich bei dem Netzanbieter zu registrieren, ist denkbar einfach: Nach dem Vorlegen einer Ausweiskopie gelangen die Personendaten nach Madrid und werden dort in einem Zentralcomputer gespeichert. Anschließend werden alle getätigten Anrufe den jeweiligen Kundendaten zugeordnet und über einen Zeitraum von zwei Jahren gespeichert. Um diese Kampagne einem zufriedenstellenden Ergebnis zuzuführen, hat sich das spanische Innenministerium an die etwa 30 Netzbetreiber gewandt, und um eine umfassende Kooperation –wiederum ohne Kostenausgleich- zu bitten.

Verfasst von: lapalmacast | 31. Mai 2009

Der Bauernmarkt in Puntagorda

Die Anerkennung exzellenter Arbeit

Der Bauernmarkt in Puntagorda hat sich zu einem wichtigen Absatzmarkt der ansässigen Landwirte entwickelt, ohne dessen Direktverkauf vom Erzeuger an den Konsumenten so manche Käserei und mancher Gemüsebauer sich umsehen würde. Aber auch die Kunsthandwerker schätzen das erfolgreiche Konzept des Marktes und haben hier ihre Verkaufsstände. Dass Einkaufen auch Spaß machen kann, beweisen jedes Wochenende die Hundertschaften von An- und Einwohner, die sich auch über die notwendigen Anschaffungen hinaus auf dem Gelände tummeln. Denn für Kurzweil sorgen nicht selten kulturelle Veranstaltungen.

Die Qualität der hier angebotenen Produkte und das über ein bloßes Warenangebot hinausreichende Konzept dieses multikulturellen Marktes sorgten unlängst dafür, dass der “Mercadillo” von dem “Institut für verantwortungsvollen Tourismus” (ITR) mit dem Preis “Biosphere Discover” ausgezeichnet wurde. Jenes Institut, dass ein Partnerprogramm der UNESCO und der Weltorganisation für Tourismus (OMT) ist, vergibt diese Anerkennung für Betriebe und Organisationen, die sich für den Erhalt der Umwelt einsetzen sowie für die Unterstützung der lokalen Kultur und die sozioökonomische Entwicklung der Gemeinde.

Verfasst von: lapalmacast | 16. Mai 2009

Preis für die beste Werbelüge

Die Goldene Himbeere, im amerikanischen Original „Golden Raspberry Award“ (kurz „Razzie Award“) ist ein Filmpreis, entworfen als eine Art Gegen-Oscar, der seit 1981 als Negativpreis in verschiedenen Kategorien für die jeweils schlechteste Leistung des Jahres traditionell am Abend vor der Oscar-Verleihung vergeben wird. In unserem Fall „the Razzie Award goes“ an die Kategorie Lebensmittelindustrie oder genauer noch an deren Praktiken, den Verbraucher durch ihre Werbeversprechungen hinters Licht zu führen. 

In diesem Kontext hat die Organisation Foodwatch, eine privatrechtliche Vereinigung mit Sitz in Berlin, die sich mit den Rechten von Verbrauchern und der Qualität von Lebensmitteln auseinandersetzt, dieses Jahr ihre Auszeichnung „Goldener Windbeutel“ an den besten Etikettenschwindler vergeben. Dabei stützt sich Foodwatch auf eine im Internet initiierte Abstimmung, bei der 35.000 Wähler darüber entscheiden konnten, wer von den vorgeschlagenen Anbietern die gelungenste Mogelpackung auf den Markt bringt.

 

Kritisch sein

In der heutigen Zeit, in der das Bewusstsein über eine gesunde Ernährung stetig wächst und die Qualität der angebotenen Lebensmittel dagegen kontinuierlich sinkt, ist eine gewisse Skepsis gegenüber den Werbeversprechungen der Anbieter von Lebensmitteln wichtiger denn je. Die Nahrungswächter aus Berlin analysieren und untersuchen verdächtige Produkte, um Klarheit über die tatsächlichen Zusammensetzungen der Nahrungsmittel zu erhalten und vergleichen anschliessend ihre Ergebnisse mit den Verheissungen der jeweiligen Produktvermarktung. Das Fazit aus dieser Gegenüberstellung wird dann veröffentlicht, um dem Verbraucher im kritischen Moment des Einkaufs von Lebensmitteln ein Instrument an die Hand zu geben, um überhaupt beurteilen zu können, was denn da in den Einkaufswagen gelegt wird – und was lieber nicht. Der Blick auf die Etiketten lohnt sich also immer und beim direkten Vergleich mit Konkurrenzprodukten sollte dringend abgewogen werden, ob der Preis des ausgewählten Produktes dann noch gerechtfertigt ist. Denn nicht immer ist ein hoher Preis auch ein Garant für hohe Qualität. Auch dann nicht, wenn uns die Werbung das in farbenfroher Aufmachung glauben machen will.

 

 

Der „Gewinner“

Der erste Preis für den unverschämtesten Werbeschwindel geht an den Lebensmittelkonzern Danone, dank seines sehr erfolgreichen Produktes „Actimel“. Foodwatch prangert diesbezüglich die betrügerische Vermarktung des Erzeugnisses an und hebt in diesem Zusammenhang vor allem den Slogan „Actimel aktiviert deine Abwehrkräfte“ hervor. Der Meinung dieser Organisation nach, schütze Actimel keineswegs vor Krankheiten und stärke nur in sehr geringer Dosis das Immunsystem. Jeder handelsübliche Jogurt sei hier wirkungsvoller. Dabei sei der Preis für die Packung Actimel bis zu 4 mal höher als der eines Jogurts -und das obendrein bei wesentlich höherem Zuckeranteil. Der proklamierte „Gesundheitsaspekt“ konvertiere bei Actimel daher in pure Fiktion mit Märchencharakter. Der Multi seinerseits bezieht sich auf die „wissenschaftliche“ Grundlage, auf der jede Produktinformation aus dem Hause Danone basiere. Nun ist es allerdings mit der Neutralität einer wissenschaftlichen Institution mitunter nicht allzuweit her, wenn der Auftraggeber einer Analyse und der Geldgeber hierfür identisch sind. Man solle halt nicht an dem Ast sägen, auf dem man sitzt. Dabei steht das Erfolgsprodukt aus dem Hause Danone gar nicht alleine da: die Cremespeise „Natillas“, der Jogurt „Activia“ und weitere Erzeugnisse ähnlicher Art bilden die Gruppe der Produkte, die mit verdächtiger Vermarktungsrhetorik den Verbraucher zu täuschen sucht.

 

Andere „Preisträger“

Auf Danone fallen 47% der abgegebenen Stimmen zur Wahl des Preisträgers für den grössten Werbeschwindel. Allerdings zeigt das Ranking, dass andere Produkte der Lebensmittelproduzenten ganz ähnliche Strategien an den Tag legen, um an unser Geld zu kommen. So geht der 2. Preis an das Milchmixgetränk „La abeja Maja“ (Bauer), dessen Verpackung mit Erdbeeren bedruckt ist, obwohl es keine beinhaltet. Dafür enthält es aber die doppelte Menge an Zucker als eine Coca-Cola, während angegeben wird, dass es lediglich einen Fettgehalt von 1,5% aufweise. Der 3. Preisträger ist das Produkt „Pesto Verde Bertolli (Unilever), dessen Produzenten in klassischem Sinn Etikettenschwindel begehen, indem sie angeben, nach traditionellem italienischem Rezept zu fertigen, aber völlig ohne Olivenöl, Pinienkerne und Parmesankäse auskommen. Weitere Preisträger sind ein Kindersaft von Granini („Frucht Tiger“), der als sehr gesund und vitaminreich angepriesen wird, letztendlich aber in überwiegenden Anteilen aus Farb- und Konservierungsstoffen besteht sowie ein Erzeugnis aus dem Hause Bahlsen, das als Gourmet-Produkt beworben wird, auf dem Etikett aber lediglich durch die Anzahl seiner „E-…-Nummern“ beeindruckt.

Verfasst von: lapalmacast | 21. April 2009

Bei Anruf 900

Die Servicenummern 901 und 902 sind in allen Fällen kostenpflichtig.

Das gute alte „Fräulein vom Amt“ ist ja mittlerweile sicherlich selbst „Oma“ geworden und blickt auf ihre ruhmreiche berufliche Vergangenheit zurück. Es ging wohl auch nicht immer gemütlich zu, an der Strippe, aber man erinnert sich ja lieber an die guten Tage, an denen bestgelaunte Telefonkunden einem nach erfolgreicher Vermittlung noch „einen schönen Tag“ wünschten.

Das kommt heutzutage wohl nur noch eher selten vor, denn zum Einen sind die geglückten und zufriedenstellenden telefonischen Gesprächssituationen mit dem Kundenservice der Unternehmen verhältnismäßig rar geworden und zum Anderen bliebe solch ein Frohmut von der anderen Seite gänzlich unreflektiert, da heute ja in fast allen Fällen ein komplexer Anrufbeantworter das Gesuch des Anrufers nach Beratung in die Wege leitet.

Und dieser Service-Mechanismus der einschlägigen Unternehmen der Bank-, Versicherungs- oder Telefonbranche ist hierzulande oft unter der Nummernfolge 901… bzw. 902… zu erreichen. Das mit einem Anruf dieser Nummernfolge Kosten entstehen, ist nicht immer bekannt, und in welcher Höhe denn diese ausfallen, ist manchmal nur schwer zu ermitteln. In vielen Fällen gibt es für den Kunden dann auch keine andere Möglichkeit, als bei einem Rücksprachebedarf eben diese entgeltlichen Nummern anzuwählen, die auf den Rechnungen stets besonders gekennzeichnet werden.

Nun haben die Telefonkunden auch hierzulande längst sogenannte „Flatrates“, die es ihnen ermöglichen, nationale Gespräche kostenlos zu führen –sind diese Kosten doch oft schon mit einer Internetverbindung, und damit verbundener Pauschalgebühr, abgedeckt. Allerdings fallen die genannten Servicenummern nicht in dieses „alle-landesweiten-Telefongespräche-einschliessende-Gesprächspacket“, sondern werden extra berechnet. Warum also sollte man für etwas bezahlen, was auch kostenlos zu bekommen ist?

Auf der Suche nach einer Antwort bzw. in diesem Fall nach den äquivalenten Festnetznummern der Kundenservice, die dann bei entsprechender Nutzung der pauschalen nationalen Festnetztelefonie gratis sind, hilft nun eine Webseite im Internet: unter www.nomasnumeros900.com lassen sich diese alternativen -und dann wieder kostenfreien- Telefonnummern unkompliziert herausfinden.

Die nicht ganz unumstrittene Rechtslage macht es den Unternehmen auch nicht gerade einfacher, ihre „900er Nummern“ auf lange Sicht zu etablieren und vielleicht lassen sie sich ja bei eifrigem Boykott von „90x“ und Nutzung der optionalen Telefonnummern wieder auf den Teppich des kostenfreien Kundenservice zurückholen.

Verfasst von: lapalmacast | 15. März 2009

Wenn der Stromableser schätzen kommt

Der Energielieferant Unelco/Endesa brüskiert seine Kundschaft

Mittlerweile ist es jedem aufgefallen, der einen auf seinen Namen laufenden Stromzähler beherbergt: Die Stromrechnung ist zu Jahresbeginn geradezu auf groteske Weise gestiegen. Schuld daran ist nur in Einzelfällen ein eklatanter Verbrauch in den Wintermonaten; vielmehr führt eine Umstellung im Berechnungsverfahren des Unternehmens zu dieser unangenehmen Neuerung. Diese neue Methode gründet auf eine seit November 2008 nunmehr monatliche Rechnungszustellung und nicht wie bisher alle zwei Monate. Allerdings deckt sich dieser Rhythmus nicht mit dem des Zählerablesens. Das wird nämlich noch immer nur alle zwei Monate erledigt. Daher ist eine Schätzung des Verbrauchs von Nöten, um die Rechnung noch vor der Feststellung des tatsächlichen Konsums zu verschicken. Diese Vorhersage liegt in der Regel in Höhe des Mindestverbrauchs (zwischen 30 und 50% des durchschnittlichen Verbrauchs) und wird –kompensiert im darauf folgenden Monat- mit dem des eigentlichen Stromverbrauchs verrechnet. Dabei wird die Differenz aus Schätzwert und Realwert diesem tatsächlichen Verbrauch hinzugerechnet. Ein Beispiel: Bei einem früheren Rechnungsbetrag von 100 € alle zwei Monate, müsste nun die monatliche Abrechnung rund die Hälfte, also 50 € betragen. Nun sieht die Realität aber anders aus. Das Leben selbst erzählt, wie dieses Beispiel in der Realität aussah: Bei einer Rechnung mit geschätztem Verbrauch belief sich der Rechnungsbetrag auf 40 €. Angenommen wurde nun ein „Restbetrag“ von 60 € im folgenden Monat bei realer Ablesung des Zählers. Tatsächlich, jedoch, wurde ein Betrag von 160 € in Rechnung gestellt! Tatsache hierbei ist, dass zwar der Energieriese seine Tarife modifizierte – der beliebte Nachttarif wich dem neuen „Spartarif“, die neue Tarifstruktur orientiert sich heuer an der vertraglich vereinbarten KW-Stärke und  „die Abstrafung“ durch Überschreiten der monatlichen elektrischen Leistung durch eine Gebühr ist ebenfalls ein neuer Kostenfaktor. Aber fällt die Rechnung deswegen zu Recht nun doppelt so hoch aus wie vor der Umstellung? Es ist offensichtlich, das dem nicht so sein kann und darf. Unmut und Beschwerden gab es zudem vielerorts. Daher hat die nationale Energiekommission (CNE) eine Untersuchung eingeleitet, um die nebulösen Kostenaufstellungen ins rechte Licht zu rücken und in die Realität zurückzuführen. Wer selbst reklamieren will, richtet seine Beschwerde an die Büros für Konsumenteninformation seiner Gemeinde (OMIC) oder gleich an die „Dirección General de Consumo del Gobierno de Canarias“. Neuester Stand der Dinge: Das Unternehmen wurde kürzlich dazu aufgefordert, seine erheblichen Fehlbeträge der Rechnungen zu Jahresbeginn bis spätestens zum Mai zu korrigieren. Sei es durch Zurückzahlung unrechtmäßig in Rechnung gestellter Beträge oder durch Rückführung der Rechnungsausstellung auf alle zwei Monate – der Stromableser würde seiner Bestimmung nach wieder ablesen, was der Zähler ihm anzeigt, und nicht was in den Sternen steht.

Verfasst von: lapalmacast | 21. August 2008

Müde vom Morgen

Geflügelte Wörter müssen nicht für schnelle Sinnzusammenhänge stehen. Hier auf der Insel haben wir ein Prachtexemplar dieser Gattung, das Wörtchen “mañana”. Ein Temporaladverb zunächst, frei von Wertung und Interpretation. Beim Unternehmen Frudecan S.A. in El Paso jedoch, sorgt es für Verdruss und Missmut. Sein Bemühen, beim Cabildo die Genehmigung zu erwirken, den schon vor zwei Jahren installierten Maschinenpark nun endlich in Betrieb nehmen zu dürfen, wird mit der hiesigen Vertröstungsrhetorik “mañana, mañana, mañana” begegnet. “Wir sind müde von der ewigen Vertröstung auf Morgen und beklagen die Verzögerung seitens der Inselregierung, uns die Genehmigung zur Produktion zu erteilen”, heisst es von Seiten des Unternehmens. Frudecan S.A. wurde vor zehn Jahren mit dem Ziel gegründet, Produkte aus dem Anbau von Bananen herzustellen, zunächst auf Teneriffa, wo allerdings das Werk noch vor dem Beginn einer Vermarktung der gefertigten Waren einstürzte. Mit Hilfe des vom Cabildo La Palma und der Insel Madeira gestarteten Programms “Interreg” allerdings, konnte das Unternehmen gerettet werden, indem ihm das ehemalige und leerstehende Gebäude der JTI im Gewerbegebiet von El Paso zur weiteren Verfolgung seiner unternehmerischen Ziele zur Verfügung gestellt wurde. Das liegt nun zwei Jahre zurück und seitdem wartet die Geschäftsführung auch hinsichtlich einer rechtlichen Zusage im Genehmigungsverfahren auf kooperative Zusammenarbeit. Hier auf La Palma soll nämlich nicht irgendwas, sondern ein Produkt auf Basis der Inselkulturpflanze Nummer Eins hergestellt werden: eine Bananencreme, deren Zusammensetzung nach einer ausschliesslich dem Unternehmen bekannten Formel geschehen soll. Die Information, ob sie denn zum Nachtisch gereicht oder in der Kosmetikabteilung der Warenhäuser probiert werden kann, stand der Redaktion bei Veröffentlichung nicht zur Verfügung. Sicher aber sei, dass das Unternehmen, wenn es erstmal funktioniert, bis zu fünfzig Arbeitsplätze schaffen würde. Eine für die hiesige Arbeitslosenquote cremige Aussicht.

 

Star der Agrikultur auf La Palma

Star der Agrikultur auf La Palma

Verfasst von: lapalmacast | 12. August 2008

Mehr Parkplatz für`s Auto

Santa Cruz de La Palma soll schon in zeitnaher Zukunft mehr Parkplätze für die Hauptstadtbesucher anbieten können. Das Gebiet um den “Barranco de la Virgen” ist auserkoren worden, der notorischen Parkplatznöte ein Tropfen zu sein guten Willens und de facto mit 80 Stellflächen der Blechlawine zumindest teilweise eine Verschnaufspause anzubieten. 

Wie das Rathaus mitteilte, befinden sich die Bauarbeiten bereits in vollem Gange: das Gebiet um den Barranco de la Virgen und zwischen dem Platz “San Fernando” und der “Barco de la Virgen”. Hierfür zeichnet der designierte Bürgermeister Juan Ramón Felipe verantwortlich, der betonte, dass “es sich bei diesen drei kleinen Parkzonen um ein komfortables Angebot handelt, dem Autofahrer den Besuch der Hauptstadt, ihren Geschäften und Institutionen zu erleichtern. Aber auch den Bürgern dieser Stadt werden die neuen Parkmöglichkeiten eine mitunter bequemere Alternative zu den grossen Abstellplätzen am Hafen und an der Avenida Marítima darstellen, um beispielsweise zur Policía Nacional oder zum Centro de Salud zu gelangen”.

Positiver Effekt dieser Massnahme: Endlich wird auch mal der Barranco von Müll befreit – ein in der Vergangenheit beliebter Ort, sich mal auf die Schnelle von seinem Hausmüll oder gar alten Haushaltsgeräten zu befreien.

Verfasst von: lapalmacast | 31. Juli 2008

Sommersonne und ansässige Urlauber

Mittlerweile ist es sowie hier für Santa Cruz de La Palma als auch für den Rest der Insellandschaft Sommer geworden, d.h. die Palmeros gehen alles noch gelassener an, die Aufenthalte in den Cafés häufen sich und sind weit länger als zur Winterzeit; mancher Geschäftsinhaber tendiert zu einer über die Siestastunde hinaus reichenden Öffnungszeit bis 14 Uhr – um dann natürlich für den Rest des Tages zu schliessen. Finden kann man dann ihn und die Belegschaft am Strand. Ein in diesen Tagen gut besuchter Ort der Sommerfrische, für jeden, der nicht trotz wirtschaftlicher Krise in die Weite Umgebung fliegen kann. Und der Anteil dieser Daheimgebliebenen ist in diesem Jahr höher als sonst. Dafür bieten sich dem kundigen Inselurlauber aber auch ein breites Spektrum an kulturellen Veranstaltungen:

Musikkonzerte wie zum Beispiel mit der Gruppe “Soul Tellers”, die am 31. Juli um 21 Uhr im Teatro Chico ihrem Namen alle Ehre erweisen werden. Ebenso der polyfacette Luis Morera tauscht in lauen Sommernächten gern Pinsel oder Klüpfel und Meißel gegen das Mikrophon und gibt sodann am 2. August ein kleines aber feines Konzert in der Hauptstadt, genauer im Teatro Chico um 21 Uhr. Wer es auch gern ein bisschen rockiger und bluesiger mag, der kommt dann wenig später, am 8. August auf seine Kosten: Kein geringerer als die nationale Bluesgrösse und Inselfan Javier Vargas steht dem wohlwollenden Ohr des Zuhörers auf dem wunderbar gelegenen “Plaza Santo Domingo” mit seiner Blues Band und einem Specialguest, dem Sänger Miguel Poveda, im Rahmen eines Open-Air-Konzerts zur Verfügung – ab 22 Uhr. Klassische Töne gibt es zwei Tage später an d e m Ort für sommergeniessende Opernfreunde: Im Klosterhof “Convento” wird dort Verdís kongeniale Oper “La Traviata” um 22 Uhr aufgeführt. Wer es nicht zur ersten Aufführung schafft, hat am 12. und am 14. August eine zweite Chance, dieses klassische Opernhighlight zu sehen.

Aber auch wer lieber den Sonnenlauf oder den Wellengang bis zum Tagesende beiwohnen möchte, dem bieten sich inselweit die besten Gelegenheiten. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ein schwarzer Fleck auf der Ferienaussichtskarte für heimische Studenten ist leider zu beklagen: Die hiesige Hauptstadtbibliothek “La Cosmológica” muss entgegen ihren Gewohnheiten im August ihre Tore schliessen – und das unfreiwillig. Fehlende finanzielle (Personal-)Kostendeckung seitens des Rathauses lässt der Leitung bedauerlicherweise keine Wahl und den Studenten keine Möglichkeit, den riesigen Fundus zu nutzen.

Verfasst von: lapalmacast | 20. Juni 2008

Offene Türen

In gewisser Weise sind offene Türen gemeinhin eine Einladung einzutreten, um zu schauen, zu hören, zu verweilen und Spätheimkehrern den Eintritt zu erleichtern.

Eine freundliche Geste in vertrauter Umgebung.

Auf La Palma daher, eine –bis vor kurzem- altgediente Tradition. Früher, noch vor wenigen Jahren, war es usus, jedwede Tür offen zu halten; sei’s die Haustür oder die Autotür. Grundsätzlich enthob man Türschlössern ihrer Bestimmung und lebte die unverschlossene Gastfreundlichkeit. Ein jeder kannte sich und etwaiger Besuch von ausserhalb wurde kurz vorgestellt und sogleich in den Familienstand aufgenommen. Mit den Jahren jedoch, kamen immer mehr von ausserhalb und der Natur der Sache entsprechend, gab es immer weniger Gelegenheiten, all die neuen Gesichter kennenzulernen und mit dem Siegel der Vertrautheit zu versehen. Der „extranjero“  (Ausländer) blieb fortan „extraño“ (fremd) und die Türen blieben immer häufiger verschlossen.

Mittlerweile sind diese Inseltüren lediglich mit Schlüssel zu öffnen. Die Gastfreundschaft hinter den Türen ist allerdings erhalten geblieben, leider nur heute eben nicht mehr jedem ohne weiteres zugänglich.

In Verbindung mit Institutionen allerdings, ändert sich die Bedeutung des Begriffs der „offenen Türen“ zugunsten eines Interesses von Besuchern, die das Angebot eines freien Zutritts gern in Anspruch nehmen, um sich zu informieren; über neue Produkte oder Dienstleistungen vielleicht, oder aber einfach nur der Neugier Genüge zu tun. Dieser Brauch wird weltweit zelebriert und erfreut sich in der Regel regen Zuspruchs – wenn die Rahmenbedingungen stimmen: Freier Eintritt und kulinarische Gastlichkeit.

Am Sonntag, den 22. Juni ab 12 Uhr, macht die auf La Palma residierende deutschsprachige Bibliothek BILA von dieser Tradition gebrauch und lädt ein, ihre Räumlichkeiten zu besichtigen und den Bibliotheksfundus in Augenschein zu nehmen. Eine Gelegenheit sich der Lektüre zu nähern, mit Gleichgesinnten zu fabulieren und es sich, bei Tapas und bei Sonnenschein, auf der Lesestation neben der Bibliothek, gut gehen zu lassen. Dass bei einem solchen „Tag der offenen Tür“ immer zwei Interessen dahinter stehen – die des Besuchers und die der ausrichtenden Institution – steht für sich selbst.

In diesem Fall möchte die BILA ihr Publikum näher kennenlernen, neues dazugewinnen und auch Werbung in eigener Sache betreiben: Über die Nutzung der Ausleihe hinaus wirbt die Bibliothek für ihre Sprachkurse und ihr Programm „Der Bibliothekar liest“ . Letzteres bietet den Interessierten die Gelegenheit, sich die BILA ins Haus zu holen: Der Bibliothekar verspricht einen bunten Reigen quer durch die Literatur mit Geist und Witz in einem nach grober Absprache zusammengestellten (Vorlese-) Programm. Wer davon einen Eindruck gewinnen möchte, der bleibt an diesem Tag bis zum Nachmittag hinein in BILA Gefilden:

Ab 16 Uhr startet der Bibliothekar Andreas Greve diese Reihe im eigenen Hause und verliest erlesene Textstellen von Thomas Mann über Rainer Moritz bis zu Harald Martenstein. Eine kurze aber sicherlich kurzweilige Veranstaltungsstunde. Nähere Details auf der HOMEPAGE.

Verfasst von: lapalmacast | 26. Mai 2008

Teatro Chico & La Bodeguita del Medio

Wenn man an einem Freitagabend in Santa Cruz Zerstreuung sucht, bieten sich diverse Lokalitäten und Möglichkeiten an, die, je nach Geschmack und Interesse, unterschiedlichster Natur sein können. Nur ein oberflächlicher Blick auf das Nachtleben der Inselhauptstadt vermittelt dem Reisenden den flüchtigen Eindruck, dass der letzte “vino tinto” auf dem Terassengestühl an der Avenida Marítima möglichst noch vor halb elf getrunken sein soll; denn da würden sich die bekannten Bordsteine samt Füssgängerwege hochklappen. Doch dies ist weit gefehlt! Denn zu diesem Zeitpunkt wird gewöhnlich gerade noch zu Abend gegessen und bestenfalls beratschlagt, wohin es denn zum Wochenendauftakt gehen soll. So wundern sich nicht wenige der unkundigen Stadtbesucher, dass erst ab ca. 0:30 Uhr grosse Gruppenverbände lauthals durch die Fussgängerzone in Richtung der Bars laufen. Eine dieser Bars ist die inselweit bekannte Bar “La Bodeguita del Medio” in der “Calle Trasera”, gegenüber der Inselregierung. Die Nähe zum “Cabildo” macht es denn wohl auch, dass hier auch gerade abends schon mal der Inselpräsident zur Gitarre und der Bürgermeister zum Rotweinglas greift. Und eben dafür ist die kleine “La B del M” bekannt: für sporadische wie private Folkloreeinlagen und gehaltvolle Weine der Insel und des Festlandes; aber vor allem für das Getränk, durch das die Bodeguita del Medio weltweit bekannt wurde: der Mojito. Bekannt daher, weil in der Ursprungsbar diesen Namens in Havanna auf Cuba, die allen Nachfolgern ihren Namen leiht, kein geringerer als Ernest Hemingway seinen Mojito zu trinken pflegte. Seitdem wurde dieser Name tausendfach in alle Länder exportiert. So auch in Santa Cruz de La Palma. Schon kurz nach Mitternacht stehen hier vor der Bar draussen auf der Calle Trasera mehr Leute als in der Bodeguita Sitzplatz finden. Gegen 2 Uhr allerdings, ist theoretisch nur noch hinter (dann) geschlossenen Türen ein gedämpftes Zuprosten möglich. So genau jedoch nimmt niemand diese Sperrstunde. 

Im Podcast hören: www.lapalmacast.com

Wenn einem mehr nach kultureller Zerstreuung ist, ist ein Besuch im Teatro Chico in der “Calle Diaz Pimienta”, neben der Markthalle von Santa Cruz,  ein inspiriender Auftakt. Schon das kleine Gebäude ist es wert, sich dort einzufinden und den Aufführungen im familiären Rahmen zu lauschen. Das Gebäude war eigentlich ein Oratorium des alten Inselkrankenhauses (seit 1514) , erfüllt aber seit 1866 die kulturellen Bedürfnisse der Stadt- bzw. Inselbewohner. Am Freitag beispielsweise fand auf der kleinen Bühne des Teatro Chico ein Konzert von Ana Laan statt. Der Eintritt kostete 12 Euro und lag damit unter dem Landesdurchschnitt an Eintrittspreisen für kulturelle Veranstaltungen dieser Art. 

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