Zehn Spar-Gebote für ein kostenreduzierendes Wählverhalten
Das einfache Wählen einer Telefonnummer kann aufgrund der vielen Tarife, den Vorwahlnummern, den Anweisungen der Operatoren und den Wartezeiten für Verwirrung sorgen. Bereits beim Abheben des Telefonhörers stellt sich die Gewissheit ein, dass Kosten anfallen werden – egal, wie lange oder wohin telefoniert wird. Die folgende 10-Punkte-Übersicht soll helfen, mehr Klarheit über die jeweiligen Fernsprechverbindungen zu erhalten.
Geographische Nummern
1 Die geographischen Nummern begegnen uns tagtäglich. Es sind die, die der eigentlichen Telefonnummer vorangestellt sind und generell von den Ziffernfolgen „91“ bis „98“ reichen (außer „940“); mit eingeschlossen sind die Nummernfolgen „82“, „84“, „85“, „86“, „87“ und „88“. Diese (Vorwahl-)Nummern bezeichnen die Provinz, in die der Telefonanschluss installiert ist. Die anfallenden Kosten eines Anrufs in diese unterschiedlichen Provinzen hängt letztendlich von der Entfernung ab. Unterschieden werden hier die Tarifstufen „örtlich“, „provinzial“, „interprovinzial“ und „national“. In Zeiten des Internet haben viele diese Abstufung vergessen, da bei einem ADSL-Anschluss alle nationalen Telefongespräche kostenfrei sind. Wer jedoch über einen regulären Festnetzanschluss verfügt, kann oft wählen zwischen verbilligte Zeitlimits und nationalen Pauschaltarifen.
Tarifgebundene Nummern
2 Hier besteht keine Kostengefahr. Bei den Telefongesprächen unter den Vorwahlnummern 800 und 900 gehen die Gebühren zu Lasten des Gesprächspartners.
Die 902-Nummern
3 Die Verbindungen unter dieser Vorwahl führen oft zur Verunsicherung. In der Regel kosten diese Verbindungen mehr als Provinz- aber weniger als nationale Gespräche. Der Tarif bezieht sich auf den Umstand, dass bei einem Anruf einer 902-Nummer außerhalb der Provinz höhere Gesprächsgebühren anfallen aber eben immer noch niedrigere, als bei einem nationalen Ferngespräch. Die Unternehmen, die unter diesen Nummern telefonisch erreichbar sind, zentralisieren so alle ihre Leistungen unter einer Telefonnummer. Die offizielle Bezeichnung dieser Nummern ist „tarifgebundene Telefonnummern ohne Anrufvergütung“. Das bedeutet, dass das angerufene Unternehmen für seinen Telefondienst keine finanzielle Vergütung erhält. Hier zahlt der Anrufer, der den Dienst des Unternehmens in Anspruch nimmt, die Kosten des Telefonats. Die angefallenen Gesprächsgebühren teilen sich dann der Telefonanbieter, der dem Kunden das Telefongespräch in Rechnung stellen wird, und der jeweilige Anbieter der 902-Nummer, der den größeren Anteil der angefallenen Gesprächskosten erhält.
Die 901-Nummern
4 Die Telefonnummern mit dieser Vorwahl sind die der 902-Nummern ähnlich. Mit dem Unterschied, dass sie für den Inanspruchnehmer günstiger sind. Der Anruf ist also kostengünstiger als das Gespräch über eine 902-Nummer, da sich die anfallenden Gesprächsgebühren auf den Anrufer, der einen Teil der Gebühren zahlt, und das angerufene Unternehmen, das diesen Telefonservice seinen Kunden anbietet, aufteilen. Der Anbieter von 901-Nummern profitiert von der durch niedrigere Gesprächsgebühren höheren Kundenakzeptanz der eingerichteten Kundenservicenummern.
Die 905-Nummern
5 Diese Vorwahlnummer ist typisch für die Servicetelefone der TV-Sender, etwa bei Quiz-Shows. Für die Sender besteht hier der Vorteil, dass diese Nummern auch bei großem Gesprächsaufkommen funktionieren. Tariflich sind die zusätzlichen Gesprächsgebühren bei diesen Servicenummern zwar gesetzlich geregelt, dennoch empfiehlt es sich aber, die auf dem TV-Bildschirm angezeigten Gebühren genau zu prüfen; auch oder gerade wenn sie stets sehr klein angegeben werden. Dessen ungeachtet, hat der Verbraucher stets die Wahl, sich von diesem Service befreien zu lassen.
Die Nummern mit Premium Rate
6 Gespräche über diese Nummern sind teurer als andere Servicenummern, da hier i.d.R. dem Kunden ein gewisser informativer Mehrwert erteilt wird. Sie teilen sich in drei Segmente auf: die Vorwahl „803“ (Service ausschließlich für volljährige Nutzer), die Vorwahl „806“ (Service für Freizeit und Unterhaltung) und die Vorwahl „807“ (Service für berufliche Angelegenheiten). Die Gesprächsgebühren staffeln sich in Abhängigkeit der 4. Ziffer (Ziffer nach der Vorwahl), da diese Zahl die Gebührenklasse des Gesprächs festlegt: eine „0“ bezeichnet die unterste Gebührenklasse und eine „5“ die höchste. Die Tarifstaffelung reicht sogar bis zur Ziffer „6“; allerdings gehören diese Gesprächsgebühren, die mit über 1 Euro pro Minute abgerechnet werden, verboten. Zusammenfassend: Diese Vorwahlen verlangen vom Nutzer eine maximale Aufmerksamkeit und Urteilsfähigkeit, da sie am häufigsten für Betrug und Täuschung herhalten (Anrufe auf Stellenmarktanzeigen, Aufforderungen für das Abholen von Paketgut usw.). Vorsicht ist bei der Benutzung der Nummern schon deswegen geboten, da sie das eigene Budget empfindlich belasten können.
Andere Telefonnummern
Die 118-Nummern
7 Unter dieser Zahlenfolge verbergen sich die üblichen kurzen Telefonnummern der Serviceanbieter, beispielsweise der Folgenummern von der „1003“-Durchwahl des spanischen Telekommunikationsriesen Telefónica. Seit dem Jahr 2002 gibt es zahlreiche Anbieter, die diese Vorwahl bereitstellen. Allerdings haben diese auch seitdem verstärkt mit der zunehmenden Konkurrenz des Internets zu kämpfen. Tariflich sind die Gesprächsgebühren bei diesen Servicenummern nicht geregelt, was bedeutet, dass eine breitgefächerte Gebührenstaffelung für Unübersichtlichkeit sorgt. In jedem Fall hat der Nutzer dieser Service das Recht, mittels einer Ansage über die anfallenden Gebühren der Telefonverbindung informiert zu werden. An dieser Stelle gehört die Servicenummer „11818“ des marktbeherrschenden Anbieters Telefónica, die dem Nutzer eine Pauschalgebühr in Rechnung stellt und nicht, wie üblich, pro angebrochene Gesprächsminute berechnet. Wer darüber hinaus von einer öffentlichen (Telefónica-)Telefonzelle diesen Dienst anruft, wird sogar kostenfrei verbunden.
Ortsunabhängige Telefondienste
8 Die Telefonnummern dieser Einrichtungen beginnen mit der Ziffer „5“ (ohne Beschränkung) oder mit den Ziffernfolgen „81“ bis „88“ (bezirksabhängig). Einfach dargestellt, erlaubt der ortsunabhängige Telefondienst dem Nutzer den Gebrauch einer einzigen Telefonnummer, die sich auch bei einem Umzug nicht verändert. Es handelt sich hierbei um eine Telefonverbindung, die über das Internet realisiert wird. Die Gesprächsgebühren sind in der Regel niedriger als die herkömmlicher Verbindungen.
Die Handy-Nummern
9 Was wäre diese Aufstellung ohne die Nummern all der Mobiltelefone! Diese Telefonnummern beginnen aktuell grundsätzlich mit der Ziffer „6“ (solange diese Ziffernkombination ausreicht). Die erhobenen Gesprächsgebühren von einem Festtelefon auf ein Mobiltelefon sind höher als zwischen zwei Festtelefonen. Der Grund dafür ist folgender: die Endpreise für ein Telefongespräch sind zwischen verschiedenen Anbietern höher. Anders herum sind die Gesprächsgebühren zwischen zwei Telefonen desselben Anbieters niedriger.
Bereitstellung
10 Der letzte Punkt der Aufstellung gilt der Gebühr für die Bereitstellung der Gesprächsverbindung. Dieser nicht zu vernachlässigende Kostenpunkt ist fast immer dem Telefonat hinzuzurechnen.



